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Nordwestmecklenburg Gemeinde lehnt Vereinsbeitritt ab
Lokales Nordwestmecklenburg Gemeinde lehnt Vereinsbeitritt ab
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12:48 26.10.2018
Die Selmsdorfer Gemeindevertretung Quelle: Dirk Hoffmann
Selmsdorf

Die Gemeinde Selmsdorf wird nicht dem Verein „Grevesmühlen – Stadt ohne Watt – Verein für nachhaltige Stadt- und Regionalentwicklung e.V.“ beitreten. Ein entsprechender Beschlussvorschlag war am Donnerstagabend auf der Gemeindevertretersitzung durch die Abgeordneten nicht angenommen worden. Schnell wurde dazu in der Diskussion klar, dass es zwei Lager zu diesem Thema gibt, nachdem Grevesmühlens Bürgermeister Lars Prahler den Verein am 5. Juli 2018 auf der Gemeindevertretung vorgestellt hatte. Auf der einen Seite diejenigen, die einen Beitritt sehr positiv sehen und ihn befürworten. Demgegenüber diejenigen, die mit einer Mitgliedschaft in diesem Verein nur wenig anfangen können und ihn für überflüssig halten.

„Wir können als Gemeinde nur profitieren, wenn wir auf den 15-jährigen Erfahrungsschatz, das Netzwerk und die gewachsenen Verbindungen dieses Vereins zurückgreifen“, warb Bürgermeister Marcus Kreft (SPD) auf der Sitzung. Ziel soll es unter anderem sein, gemeinsame Projekte für die Gemeinde zu entwickeln. „Ich finde die Idee gut. Vor allem, weil man sich dann mit anderen austauschen und das Expertenwissen leichter mit nutzen kann“, so Bernhard Stoeter (SPD). Dieser Ansicht war auch Gabriela Streckert (SPD), zumal eine Mitgliedschaft für 100 Euro pro Jahr doch sehr kostengünstig zu haben sei, wie sie meinte.

Wenig Betätigungsfelder nach einem Beitritt für Selmsdorf sah indes Udo Gutschke (Bürger für Selmsdorf). Denn Photovoltaikanlagen und Windräder hätte man ja im Gemeindegebiet bereits. Da würde eine Mitgliedschaft in seinen Augen eher einen symbolischen Charakter haben. „Für Grevesmühlen und den Zweckverband mag es gut sein. Aber für uns kann ich den Sinn nicht verstehen“, meinte Karl-Heinz Kniep (CDU). Denn im Gegensatz zu Grevesmühlen habe man die Straßenbeleuchtung schon frühzeitig komplett auf LED umgestellt. Also, warum sollte man dem Verein beitreten?

Mit jeweils fünf Ja- und Nein-Stimmen wurde letztlich einem Beitritt der Gemeinde Selmsdorf zu dem Verein „Stadt ohne Watt“ nicht zugestimmt. Im Anschluss an die Sitzung sagte der Bürgermeister auf Nachfrage: „Die Entscheidung der Gemeindevertretung ist bedauerlich. Die Vorteile, die wir als Gemeinde daraus ziehen, überwiegen den Jahresbeitrag von 100 Euro deutlich. Diese Vorteile und insbesondere die Kooperations-und Fördermöglichkeiten dürfen wir nicht auf der Straße liegen lassen. Ich hätte mir auch ein symbolisches Signal gewünscht, dass eine Gemeinde diesem Verbund beitritt. Dies war durch die BFS und CDU leider nicht möglich. Das ist bedauerlich. Es wäre aber in meinen Augen töricht, diese Möglichkeiten laufen zu lassen, so dass ich persönlich Mitglied im Verein werde“, so Kreft.

Auch die Ihlenberger Abfallentsorgungsgesellschaft mbH (IAG) Selmsdorf ist übrigens bereits Mitglied im Verein „Stadt ohne Watt“. Das dort vorhandene fachliche Know-how nutzt man nach Aussage von der kaufmännischen Geschäftsführerin Beate Ibiß, um die auf der Deponie erzeugte Energie sinnvoll zu nutzen. Den Strom möchte man vor allem regional einspeisen.

Dirk Hoffmann

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