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Nordwestmecklenburg Selmsdorf plant freies Internet
Lokales Nordwestmecklenburg Selmsdorf plant freies Internet
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20:51 04.08.2016

Die Gemeinde Selmsdorf will Einwohnern und Besuchern freies W-Lan (kabelloses Internet, Anm. d. Red.) zur Verfügung stellen. Darauf haben sich die Gemeindevertreter auf ihrer jüngsten Sitzung geeinigt. Im benachbarten Lübeck, im Kreis Herzogtum Lauenburg und in großen Städten gibt es solche freien Zugangspunkte bereits. „Im Kreis Nordwestmecklenburg wollen wir mit dieser Entscheidung eine Vorreiterrolle einnehmen“, sagt Bürgermeister Marcus Kreft (SPD).

 

Mobil surfen, das ist das Ziel in Selmsdorf. Die Gemeinde will neue Wege gehen in Sachen W-Lan. Quelle: OZ
Durch spezielle Router besteht kein Haftungs- risiko für den- jenigen, der Bandbreite zur Verfügung stellt.“Marcus Kreft, Bürgermeister
Mobil surfen, das ist das Ziel in Selmsdorf. Die Gemeinde will neue Wege gehen in Sachen W-Lan. Quelle: OZ
Durch spezielle Router besteht kein Haftungs- risiko für den- jenigen, der Bandbreite zur Verfügung stellt.“Marcus Kreft, Bürgermeister

Noch sind die Internet-Geschwindigkeiten in der Gemeinde sehr unterschiedlich. In den Selmsdorfer Ortsteilen Teschow, Zarnewenz, Sülsdorf, Lauen und Hof Selmsdorf sei die Bandbreite sehr gering, sagt Kreft. Auch im Wohngebiet Tannenwald sieht es nicht viel besser aus. „Die Ortsteile sind mit 1,2 Megabit versorgt. Der Tannenwald mit 2,0.“ Ganz anders dagegen in der Schulstraße: Hier fließen bis zu 50 Megabit pro Sekunde durch die Leitungen. „Solche großen Unterschiede gibt es nicht mehr, wenn jeder im Dorf und in den Ortsteilen auf freies W-Lan zugreifen kann“, sagt Kreft. Egal ob zu Hause oder mit mobilen Geräten.

Doch wie funktioniert so ein freies W-Lan überhaupt? Nutzer in der Schulstraße, die einen Internetanschluss haben, allerdings nicht die volle Geschwindigkeit benötigen – also von den dort zur Verfügung stehenden 50 Megabit nur 10 Megabit brauchen – geben über einen separaten Router einen Teil der Geschwindigkeit an andere Benutzer ab. „In dem Beispiel können also diejenigen, die auf einen Router von Freifunk zugreifen, diese 40 Megabit mitnutzen.“ Verlierer gibt es aus Sicht von Kreft keine. „Der Spender, der 40 Megabit bietet, spürt keinen Nachteil, da er ja gar nicht so viel Volumen braucht. Und ein anderer, der vielleicht bislang kein Internet hat, kann das nun nutzen.“

Die Gemeindevertreter haben sich darauf geeinigt, erst einmal drei solcher Zugangspunkte einzurichten: an der Litfaßsäule auf dem Schulhof, an der Rückseite zum Hort und am Gemeindehaus in der Lübecker Straße 35. Die Kosten für Router, Montage und Verkabelung belaufen sich für die Gemeinde auf rund 400 Euro. Bis auf Strom fallen laut Kreft keine weiteren Kosten an.

Durch Werbung in Schaukästen und bei Bürgerversammlungen will die Gemeinde versuchen, in den kommenden Monaten weitere Selmsdorfer für freies W-Lan zu begeistern. „Es wäre schön, wenn sich noch mehr Haushalte beteiligen“, so Marcus Kreft. Der Vorteil liegt für den Bürgermeister auf der Hand: „Durch spezielle Router besteht kein Haftungsrisiko mehr für denjenigen, der die Bandbreite zur Verfügung stellt.“ Außerdem haben die Router eine große Reichweite. „Es wird teilweise ein Radius von bis zu zehn Kilometer um den Router herum erreicht.“

 Steffen Oldörp

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