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Nordwestmecklenburg Selmsdorfer Geschichte und Geschichten
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21:12 20.04.2017
Christiane Woest (42) befragte für eine Chronik von Selmsdorf auch die Ur-Selmsdorferin Traute Olszewski (85). Die beiden Frauen standen in der Ernst-Thälmann-Straße vor der früheren Gaststätte „Goldener Hirsch“. Quelle: Foto: Jürgen Lenz

Nach jahrelangen Arbeiten ist sie ab morgen zu haben: die erste Chronik über Selmsdorf seit Alfred Horns 1909 erschienenem Buch „Zur Geschichte des Kirchspiels Selmsdorf“. Die im Ort lebende Historikerin Christiane Woest begann 2008 mit den umfangreichen Recherchen. Nun erscheint pünktlich zum Jubiläum „725 Jahre Selmsdorf“ das 384 Seiten umfassende Heimatbuch „Selmsdorf: Geschichte und Geschichten“.

Die Chronik von Selmsdorf behandelt die Jahre 1292 bis 1989.

Erstmals zu kaufen ist es morgen Abend. Zu 19 Uhr lädt die Gemeinde zu einer Lesung aus der Chronik in die Sporthalle ein. Christiane Woest kündigt an: „Ich werde aus der Geschichte und Geschichten lesen.“ In einer Pause würden Getränke gereicht.

An dem Abend können alle, die die Chronik vorbestellt und bezahlt haben, sich ihr Exemplar abholen. Udo Gutschke, der die Arbeiten an dem Geschichtswerk redaktionell begleitet hat, sagt: „Die Vorbestellungen waren zahlreicher als angenommen.“ 163 von 500 gedruckten Büchern seien bereits verkauft.

Dass zahlreiche Menschen an der Chronik interessiert sind, hat auch Christiane Woest festgestellt. Sie berichtet: „Viele fragen nach, auch von außerhalb. Sie sind sehr interessiert und freuen sich.“

Die Selmsdorfer Chronik ist morgen für 24,90 Euro in der Sporthalle zu haben. Ab Anfang Mai soll sie auch in der Bücherei verkauft werden, die der „Verein für Kommunikation, Umwelt und Kultur“ im Selmsdorfer Gemeindehaus betreibt – und bei Christiane Woest, Hinterstraße 11. Im Buchhandel – unter anderem bei Hempel in Schönberg – ist dagegen der reguläre Einheitspreis von 39,90 Euro zu zahlen.

Die Chronik erscheint im NWM-Verlag mit Sitz in Grevesmühlen. Er gab auch das Buch „100 Jahre Freiwillige Feuerwehr Selmsdorf“ heraus. Das war 1999. Christiane Woest lobt nach dem Druck der Selmsdorfer Chronik: „Es war eine sehr gute Zusammenarbeit. Ich habe mich wunderbar aufgehoben gefühlt.“

Am 2. Juli wird die Historikerin, die an der Universität Rostock studiert hat, ein zweites Mal aus der Chronik lesen – dann mit musikalischer Begleitung. Dazu lädt die Kirchengemeinde im Rahmen eines Heimatfestes ein. Es beginnt am 30. Juni um 20 Uhr mit einem offenen Singen, das die Schönberger Turmbläser begleiten werden. Am 1. Juli folgt ab 10.30 Uhr ein Gottesdienst mit fünf Taufen, um 15 Uhr eine Filmvorstellung für Kinder und um 19.30 Uhr Kino für Erwachsene. Die Lesung beginnt am 2. Juli um 15 Uhr in der Kirche.

Die Selmsdorfer Chronik beginnt 1292, dem Jahr in dem Selmsdorf erstmals urkundlich erwähnt wurde. Das Datum fand Christiane Woest heraus. Vorher meinten die Einwohner des Ortes, dass ihr Heimatort erstmals 1313 urkundlich erwähnt wurde. Deshalb feierten sie 1988 „675 Jahre Selmsdorf“. Es war, wie sich nun herausstellt hat, in Wirklichkeit bereits der 696. Geburtstag des Ortes.

Das nun erscheinende Geschichtswerk ist mit einer Widmung versehen, die auch in die Zukunft weist: „Für die Menschen, die heute Kinder sind. Für die Kinder von morgen.“ Zudem erscheine die Chronik in Gedenken an Pastor Alfred Horn, an Studienrat Heinrich Sterly, der Horns Chronik ergänzte, und an den Selmsdorfer Lehrer Jochen Meibauer, der sehr viel zur Geschichte des Ortes zur DDR-Zeit und in der Nachwendezeit erforschte und festhielt.

Christiane Woest hat zahlreiche schriftliche Quellen in Selmsdorf, Herrnburg, Schönberg, Grevesmühlen und Schwerin ausgewertet und auch Informationen der Stasi-Unterlagenbehörde erhalten – die sie allerdings nicht namentlich auswertet. Sehr wichtig waren ihr die vielen Gespräche, die sie mit Zeitzeugen führte. Sie erklärt: „Ich finde es sehr eindrucksvoll, wie Menschen sich geöffnet haben und immer mehr Vertrauen hatten.“ Unter den Zeitzeugen waren die früheren Bürgermeister Horst Bachmann und Detlef Hitzigrat, der auch zahlreiche Fotos und Zeitungsberichte zur Verfügung stellte.

Der heutige Selmsdorfer Bürgermeister Marcus Kreft (SPD) hat das Vorwort des Buches geschrieben. Er sagt: „Ich finde es sehr gut, dass die Chronik erscheint.“ Er sei immer dafür, die Geschichte von Orten zu dokumentieren.

In der morgen erscheinenden Chronik von Selmsdorf kommen auch andere Ortsteile der Gemeinde vor. Sie endet im Jahr 1989. Bereits geplant ist nach Christiane Woest ein zweiter Band mit dem, was nach 1989 in Selmsdorf geschah.

Bei der Arbeit an Band 1 hat Christiane Woest festgestellt: „Eine Chronik wächst und es ist gut, wenn es etwas länger dauert.“ Nun freut sich die Autorin aufs Erscheinen.

Lesungen aus der Chronik: 22. April 19 Uhr in der Sporthalle, 2. Juli 15 Uhr in der Kirche

Jürgen Lenz

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