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Nordwestmecklenburg Senioren unzufrieden mit dem Nahverkehr
Lokales Nordwestmecklenburg Senioren unzufrieden mit dem Nahverkehr
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00:30 04.02.2016
Jedes Beiratsmitglied muss in seiner Kommune als Multiplikator wirken.“Claus Adamoschek, Kreisseniorenbeirat

„700 Hinweise und Beschwerden zum ÖPNV (Öffentlicher Personennahverkehr, Anm. d. Red.) haben mich bereits nur aus Wismar erreicht“, erläuterte Karin Lechner, Vorsitzende des Kreisseniorenbeirats. Bedeutet, dass das Thema Nahverkehr im Landkreis, das bereits im Jahr 2015 unter den Senioren heiß diskutiert wurde, den Beirat auch in diesem Jahr wieder beschäftigen wird. Dieser sammelt noch bis zur 4. Seniorenkonferenz im Oktober alle Beschwerden zu Fahrplänen, Ticketpreisen, Linienführung und Anrufbussen — und fordert die Nordwestmecklenburger Senioren weiterhin zur Mitarbeit auf. Hinweise können direkt an die Vorsitzende oder an die jeweiligen Sozialausschüsse oder Seniorenbeiräte der Kommunen gegeben werden — mit der Bitte, sie an den Beirat weiterzuleiten.

In diesem Zusammenhang äußerte sich der anwesende Vorsitzende des Behindertenbeirats des Landkreises, Wolfgang Griese, lobend „über die immer bessere Zusammenarbeit zwischen beiden Beiräten. Denn älter werden und eingeschränkter mobil sein, ist auch eine Beeinträchtigung des Alltags“, sagte er.

Eine Vielzahl von Themen, die das Leben der Senioren im Landkreis zu erschweren scheint, standen schon im vergangenen Jahr auf der Agenda des Kreisseniorenbeirats — und so wird es bleiben. Ein Beispiel: barrierefreies Wohnen. Hierzu merkte Wolfgang Griese an: „Es gibt kein barrierearm, es gibt nur barrierefrei oder nicht. Alles andere ist Augenwischerei.“

Des Weiteren wollen sich die Beiratsmitglieder in den nächsten Monaten mit dem Thema der Betreuung älterer Menschen durch einen ehrenamtlichen oder hauptamtlichen Betreuer auseinandersetzen. Karin Lechner, die selbst schon als Betreuerin für eine 105-jährige Dame sorgte, konnte aus Erfahrung berichten, wie undurchsichtig zum Teil die Gesetze und Rahmenrichtlinien für eine Betreuung sind.

Die Vernetzung der Seniorenbeiräte und Sozialausschüsse im Landkreis soll in diesem Jahr weiter ausgebaut und vertieft werden. Auch darin waren sich gestern alle einig. Dazu konnte der stellvertretende Beiratsvorsitzende, Claus Adamoschek, berichten: „Es geht voran, wir sind bereits in Kontakt mit den sechs Ämtern im Landkreis. Doch jedes Beiratsmitglied muss auch darauf achten, in seinem Bereich, seiner Kommune, seinem Verein als Multiplikator zu fungieren.“

Ebenso das Erlernen der Bedienung von Tablet-Computern und Smartphones ist etwas, das Senioren beschäftigt. Drei Mitglieder des Beirats werden am 16. März am „Altenparlament“ des Landesseniorenbeirates in Schwerin teilnehmen — und die Anliegen und Probleme der Nordwestmecklenburger Senioren dort vertreten.

Karina Brauer von der Beratungsstelle für Opfer häuslicher Gewalt in Grevesmühlen, die als Gast teilnahm, klärte den Beirat darüber auf, dass auch ältere Menschen immer wieder zu Betroffenen werden.

Sie bat darum, das Beratungsangebot bekanntzumachen.

Trotz der ernsthaften Themen, die an diesem Nachmittag im Kreisseniorenbeirat besprochen werden mussten, wurde es für einen Moment vergnüglich. Lachen ertönte, als Karin Lechner die für die Verpflegung auf der 3. Seniorenkonferenz am 11. April in der Malzfabrik Grevesmühlen zuständigen Beiratsmitglieder bat „unbedingt wieder eine Aprikosentorte auf das Büfett zu stellen anstatt einer Mandarinentorte.“

Annett Meinke

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