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Nordwestmecklenburg Serie von Busbränden geht weiter: Kamera erfasst Verdächtigen
Lokales Nordwestmecklenburg Serie von Busbränden geht weiter: Kamera erfasst Verdächtigen
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18:50 06.01.2012
Einsatzkräfte der Feuerwehr löschen am Freitagmorgen in Parchim die brennenden Busse auf dem Gelände eines Busunternehmens. Quelle: dpa
Parchim

Die unheimliche Serie von Busbränden im südwestlichen Mecklenburg reißt nicht ab. In der Nacht zum Freitag gingen in einer offenen Unterstellhalle in Parchim acht Busse in Flammen auf.

Der betroffene kommunale Reisedienst Parchim GmbH und Parchims Landrat Rolf Christiansen (SPD) sprachen von einer Million Euro Schaden, die Staatsanwaltschaft in Schwerin sogar von zwei Millionen Euro. Es war bereits das fünfte derartige Feuer seit Februar 2011. Alle ereigneten sich in der Region Parchim/Plau am See. Betroffen waren neben dem Reisedienst Parchim GmbH ein weiteres Busunternehmen.

Nach dem Feuer kurz vor Begin der Frühschicht am Freitag hat die bereits nach früheren Bränden eingesetzte Ermittlungsgruppe „Bus“ die Untersuchung übernommen. Die Beamten gehen von Brandstiftung aus. „Wir hoffen dabei auf die Kameraüberwachung“, sagt eine Polizeisprecherin in Ludwigslust.

Die Kamera hat um 3.19 Uhr einen Verdächtigen aufgenommen, der ein Loch in den Zaun geschnitten und auf das Gelände des Busunternehmens geschlüpft war, wie Geschäftsführer Andreas Plestinsky der Nachrichtenagentur dpa sagte. Der mutmaßliche Täter habe wohl Erfahrung mit solchen Dingen gehabt. „Er brauchte nur etwa vier Minuten, bis es bei den Bussen brannte“, schilderte der Geschäftsführer.

Die Aufnahmen der Kamera liefen bei einem Wachdienst auf, der wiederum die Feuerwehr alarmierte. Trotz des sofortigen Ausrückens seien acht der neun Busse nicht mehr zu retten gewesen, auch die Unterstellhalle nicht. Ein Busfahrer habe allen Mut zusammengenommen und noch einen Bus aus der Gefahrenzone gefahren, erklärte Plestinsky. Dabei wurde der Mann leicht durch Rauch verletzt.

„Wer kriminell handeln will, lässt sich von einem Zaun nicht aufhalten“, sagte Andreas Plestinsky und zeigte fassungslos auf die Unterstellhalle für seine Busse. Diese ist völlig niedergebrannt, die acht ausgebrannte Wracks darin. „Die waren nicht mehr zu retten.“

Bei den Bränden wurden bisher 15 Busse und weitere Fahrzeuge zerstört. Bei den bisherigen Feuern in Plau und Umgebung hatten der oder die Brandstifter immer in den Nächten von Sonntag zu Montag zugeschlagen.

Für die Schüler und Buskunden auf drei Linien rings um Parchim bedeutete der Brand einen Ausfall ihrer Busse. „Wir haben insgesamt 50 Busse und andere Busunternehmen helfen uns“, sagte der Geschäftsführer. So konnten die Busse ab Mittag wieder auf allen Linien planmäßig rollen.

Man könne von Glück sagen, dass es keinen noch größeren Schaden gab, sagte ein Mitarbeiter. Auf dem Betriebsgelände betreibt die Busfirma eine eigene Tankstelle und neben dem Betriebsgelände befindet sich eine öffentliche Tankstelle.

LN

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