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Nordwestmecklenburg So geht Spaßfußball: 33 Jahre Fortuna Grevesmühlen
Lokales Nordwestmecklenburg So geht Spaßfußball: 33 Jahre Fortuna Grevesmühlen
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21:51 14.10.2015
Das HO-Team von 1986: Obere Reihe v.l.: Klaus Kebschkull, Ingo Wölki, Norbert Mrossek, Gerhard Gohr, Frank Frömming, Jörg Erhard, Jürgen Krüger, Hans-Norbert Tetzlaff; unten: Norbert von Rekowski, Klaus-Dieter Matthies, Andreas Wilke und Bernd Tretow.
Grevesmühlen

Das Sportlerheim des SV Fortuna 82 ist nur wenige Quadratmeter groß, dafür aber urgemütlich und Kult in Grevesmühlen. Der Imbiss von Präsident Peter Brandt am Lustgarten ist schon so etwas wie ein kleines Museum: Zu sehen gibt es dort eine Menge Fußballgeschichte, die weniger von Erfolgen als von Erinnerungen lebt. Und davon gibt es einige.

Am 7. September 1997 ??war der HSV zu Gast in Grevesmühlen, Anlass war der 15. Geburtstag des Vereins. Peter Brandt absolvierte sein erstes Jahr als Präsident und für das Spiel des Jahres zog der Verein auch von seiner angestammten Spielstätte auf der Bürgerwiese an den Tannenberg um. „Das musste damals sein, schließlich kam nicht irgendwer zum Spiel nach Grevesmühlen“, erinnert sich der 52-jährige Präsident noch heute an das Ereignis. Ein Jahr später war immerhin der VfB Lübeck zu Gast, der damals in der Zweiten Bundesliga kickte.

Dass es neben dem Grevesmühlener FC, der bis zur Wende unter dem Namen Einheit und später als Sparte von Blau-Weiß agierte, noch weitere Vereine in der Stadt gab, lag schlicht daran, dass es etliche Fußballer gab, die aus Spaß an der Freude spielen wollten. „Und so saßen 1982 irgendwann einige Handwerker der Handelsorganisation (HO) in der Frühstückspause im Dassower Volkshaus und dachten darüber nach, wie man das Problem lösen könnte“, so Peter Brandt. Hans-Norbert Tetzlaff, Bernd Tretow und Karl-Heinz Samosny waren das damals. Die Hobbyfußballer gingen mit ihrer Idee zum damaligen Dekorationschef der HO, Klaus-Dieter Matthis, und der legte den Vorschlag schließlich dem Leiter der HO auf den Tisch. „Und weil der ein Herz für Fußball hatte, wurde der Verein gegründet.“

So kurzentschlossen wie die Idee entstand, so umständlich war der erste Name des Vereins: Allgemeine Sportgruppe Grevesmühlen. Den Name Fortuna 82 gibt es seit Februar 1991. Seit 1996 spielt der Verein in der Alt-Herren-Liga, er ist gerade in die Kreisoberliga aufgestiegen.

42 Mitglieder zählt der Verein heute. Bis zur vergangenen Saison gab es auch eine Nachwuchsmannschaft; die Spieler sind mittlerweile beim GFC. „Wir hätten gern im Nachwuchs weitergemacht, aber alles geht nunmal nicht“, sagt Brandt. Die Hallenmeisterschaft (Kreihen-Cup) in jedem Winter aber gehört zum festen Programm der Fußballer in der Region.

Der Präsident selbst war bei der Gründung des Vereins nicht dabei. Wie der 52-Jährige erklärt, kam er erst Ende 1984 zur Mannschaft. „Ich war damals bei der Armee.“ Mit Peter Brandt, der bei der HO beschäftigt war, kamen weitere Hobbyfußballer zum Verein, die keine Ambitionen hatten, bei Einheit an einem festen Spielbetrieb teilzunehmen. Ihnen ging es um den Spaß und einmal im Jahr um das „Turnier der Werktätigen“, bei dem die Betriebsmannschaften aus Grevesmühlen aufeinandertrafen. Das Turnier gibt es seit der Wende nicht mehr. „Aber der letzte Sieger waren wir“, berichtet der Präsident und ergänzt: „Den Titel kann uns keiner mehr nehmen.“

Dass Peter Brandt auf dem Mannschaftsfoto aus dem Jahr 1986 fehlt, hat einen simplen Grund. „Ich war damals nebenbei Diskjockey und habe in der Saison in Boltenhagen gearbeitet. Weil das Foto im Sommer gemacht wurde, war ich nicht dabei.“ Der 52-Jährige hat in seiner aktiven Zeit nicht nur Fußball, sondern auch Handball gespielt. „Es ist gut, dass es uns immer noch gibt. Einige andere Betriebsmannschaften aus DDR-Zeiten haben nicht überlebt, aber wir sind gut aufgestellt“, sagt er zufrieden.

Gedenkturnier
Am 14. November um 14 Uhr findet das 8. Wolfgang Thoß-Gedenkturnier von Fortuna für AH-Mannschaften statt. Eingeladen: FC Schönberg 95, SV Dassow 24, TSG Gadebusch, Rehnaer SV, SV Klütz, GFC und der Gastgeber.

Michael Prochnow

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