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Nordwestmecklenburg Sohn eines Stasi-Spions erzählt
Lokales Nordwestmecklenburg Sohn eines Stasi-Spions erzählt
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20:28 21.04.2017

Eine unfreiwillige Übersiedelung in die DDR, Fluchtversuche, eine jahrelange Haft: Das hat Thomas Raufeisen erlebt. Heute liest der in Berlin lebende Autor ab 11 Uhr im Grenzhus in Schlagsdorf aus seinem Buch „Der Tag, an dem uns Vater erzählte, dass er ein DDR-Spion sei: Eine deutsche Tragödie“. Thomas Raufeisens Vater Armin verpflichtete sich 1957 zur Arbeit für den Auslandsgeheimdienst der DDR. Er wurde als Wirtschaftsspion in die BRD geschleust. 1979 drohte dem Vater nach dem Überlaufen eines Oberleutnants des Ministeriums für Staatssicherheit in den Westen die Verhaftung wegen Spionage. Er floh mit Frau und Kindern in die DDR unter dem Vorwand, dort den kranken Großvater besuchen zu wollen. Wenig später erfuhr Thomas Raufeisen zum ersten Mal, welchen wahren Hintergrund die Reise hatte und für wen sein Vater seit vielen Jahren arbeitete. Der minderjährige Sohn konnte im Gegensatz zu seinem älteren Bruder Michael nicht die Einbürgerung verweigern. Er musste in der DDR bleiben – wollte es aber nicht. 1980 und 1981 misslangen mehrere Fluchtversuche, unter anderem über Ungarn. Der 19-Jährige wurde zu drei Jahren Haft verurteilt.

Autor Thomas Raufeisen Quelle: Foto: Privat

Er verbüßte sie im Zuchthaus Bautzen. 1984 bekam Thomas Raufeisen die Genehmigung zur Ausreise in die Bundesrepublik. 2010 veröffentlichte er seine Erinnerungen in dem Buch „Der Tag, an dem uns Vater erzählte, dass er ein DDR-Spion sei: Eine deutsche Tragödie“. Heute arbeitet Thomas Raufeisen für die politische Bildung, unter anderem als Besucherreferent in der Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen. Er hält Vorträge, Lesungen und Zeitzeugengespräche. Seine Biografie diente als Grundlage für den Film „Unter Vater, der Spion“ von Bettina Renner.

jl

Lesung von Thomas Raufeisen im Grenzhus in Schlagsdorf heute um 11 Uhr. Der Eintritt ist frei.

LN

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