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Nordwestmecklenburg Solarpark in Groß Stieten steht vor dem Verkauf
Lokales Nordwestmecklenburg Solarpark in Groß Stieten steht vor dem Verkauf
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21:33 25.10.2013
Die Sonne strahlt, sodass die Solarmodule Schatten werfen. Blick in den Fotovoltaikanlage, die in der Kiesgrube zwischen Groß Stieten und dem Ortsteil Fichtenhusen entstand. Quelle: Hans-Joachim Zeigert

Die Arbeiten an der Solaranlage im Bereich der stillgelegten Kiesgrube bei Fichtenhusen sind abgeschlossen. Auf dem 16,5 Hektar großen hügeligen Gelände des früheren Tagebaus hat die Firma F&S solar concept Solarmodule auf Metallpfählen montiert. Auch die Leitung zum Einspeisepunkt in Wismar-Nord wurde bereits verlegt. Über eine Einspeisezusage ins Stromnetz verfüge die Firma aus Euskirchen in Nordrhein-Westfalen ebenfalls.

Sie hat den Solarpark gebaut, um ihn zu verkaufen. Die Stadtwerke in Solingen wollten die Anlage erwerben und damit in die stärkere Nutzung erneuerbarer Energien als neue Geschäftsstrategie einsteigen. Doch das 8,3 Millionen Euro teure Projekt ist geplatzt. Die Ursache seien „unterschiedliche Vorstellungen des Energieversorgers und des Anbieters über einen Qualitäts- und Leistungstest der Anlage“, heißt es in einer Pressemitteilung der Stadtwerke.

Das Unternehmen wollte eine repräsentative Stichprobe von Modulen einem Funktionstest unter kontrollierten Bedingungen unterziehen. Dazu soll der Verkäufer nach anfänglicher Zusage dann nicht mehr bereit gewesen sein. „Einen Solarpark dieser Größenordnung ohne den uns angeratenen Test zu erwerben, käme einem Autokauf ohne Probefahrt gleich. Das konnten wir nicht verantworten“, erklärt Geschäftsführer Andreas Schwarberg.

Dieser Darstellung widerspricht Georg Schmiedel, einer der drei F&S-Geschäftsführer: „Es gab weder eine verbindliche Zusage für das Testverfahren noch für das Geschäft an sich.“ Ein von den Stadtwerken beauftragtes Ingenieurbüro habe ein spezielles, aufwendiges Testverfahren verlangt, bei dem 100 bereits montierte Solarmodule ausgebaut und auf dem Gelände unter auf 25 Grad beheizten Zelten getestet werden sollten. „Wir haben bereits 1500 Anlagen gebaut“, sagt Schmiedel. „Es ist das erste Mal, dass ein solches Testverfahren gefordert wird.“ Üblich seien Labortests, zudem werde jede Anlage vom TÜV abgenommen. Auch Ertragsgarantien für den Käufer gebe es laut Schmiedel.

Ein Mitglied des Solinger Stadtwerke-Aufsichtsrates vermutet: „Entweder stimmt etwas nicht mit der Anlage oder der Verkäufer hat ein besseres Angebot.“ Laut Firmenchef Schmiedel gebe es für das Projekt zwar eine Vielzahl von Interessenten, aber es werde zum gleichen Preis an einen anderen Käufer veräußert. Die Firma stehe derzeit „in engen Verhandlungen“ mit einem Interessenten, sodass mit einem Verkauf des Solarparks Anfang November zu rechnen sei.

Groß Stietens Bürgermeister Steffen Woitkowitz (parteilos) zeigt sich von diesen Informationen wenig beeindruckt. Ihn interessiere lediglich, dass sich die F&S solar concept an die Vereinbarungen mit seiner Gemeinde hält.

Spitzen-Leistung
6900 Kilowatt beträgt die Spitzenleistung des Solarparks. Über 28 000 Solarmodule wurden verbaut, 240 Kilometer Stringleitung (Verkabelung der Modulreihen) und knapp 14 Kilometer Hauptleitung verlegt sowie sieben Wechselrichter und vier Trafostationen installiert.

Haike Werfel und Bernd Bussang

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