Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Nordwestmecklenburg Sorge um das alte Rathaus in der Schloss-Stadt
Lokales Nordwestmecklenburg Sorge um das alte Rathaus in der Schloss-Stadt
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
11:07 03.02.2016
Seit etwa zehn Jahren steht das ehemalige Rathaus in Klütz leer. Die Stadt fordert vom neuen Besitzer eine Sanierung. Quelle: Malte Behnk

Das wuchtig wirkende Gebäude mit seinem roten Klinker und Gittern vor manchen Fenstern steht seit etwa zehn Jahren leer. Damit der heutige Besitzer das Haus saniert, das ursprünglich als Armenhaus der Stadt genutzt wurde, haben die Stadtvertreter die Aufstellung eines Bebauungsplans für das Grundstück des Alten Rathauses beschlossen. Darin wird festgelegt, dass hinter dem denkmalgeschützten Gebäude erst dann neu gebaut werden darf, sobald bestimmte Sanierungsarbeiten am ehemaligen Rathaus vorgenommen wurden.

Die Außenfassade und das Dach müssen denkmalgerecht saniert sowie Fenster und Türen erneuert sein, bevor der Grundstückseigentümer seinen Plan, ein neues Gebäude in zweiter Reihe zu errichten, nachkommen darf. Werner Peters, Stadtplaner für Klütz sagt: „Das Haus hat einen ortsprägenden Charakter und es sollte erhalten bleiben.“

Aufgrund des langen Leerstands könnte das durchaus kostspielig werden. Denn hinter den mächtig wirkenden Backsteinmauern verbirgt sich ein möglicherweise brüchiges Gerüst. „Im 19. Jahrhundert war es noch ein eingeschossiges Haus mit Krüppelwalmdach. Es war ein Fachwerkhaus, das zwischen den beiden Weltkriegen zum Rathaus umgebaut wurde“, erklärt Peters. Für die Nutzung als repräsentatives Rathaus wurde das Gebäude mit den heutigen Klinkern verkleidet. Darunter verschwand das ursprüngliche Fachwerk, das aber noch vorhanden sein müsste. Das Rathaus bekam die heutigen Fenster und den kleinen Turm mit Uhr, als das Dach aufgestockt wurde. „Bis die Verwaltung in das neue Gebäude am Markt umzog, war es das Rathaus“, sagt Werner Peters. Das war 1995. „Dann war im alten Rathaus die Bibliothek untergebracht, bis das Uwe Johnson-Haus eröffnet wurde“, berichtet Peters weiter. Auch die örtliche Polizei habe in dem Gebäude an der Schloßstraße ihren Sitz gehabt. Seit etwa zehn Jahren steht es aber gänzlich leer. Für eine neue Nutzung, zum Beispiel mit Mietwohnungen, müsste es vermutlich entkernt werden. Aus früheren Untersuchungen weiß Werner Peters, dass auch die Holzdecken marode sein könnten.

Von ähnlichen Voraussetzungen sei auch die Stadt ausgegangen, als das Grundstück mit dem denkmalgeschützten Gebäude verkauft wurde. Laut Peters sei das gesamte Grundstück relativ günstig veräußert worden, damit sich der neue Besitzer die Sanierung des Rathauses auch leisten kann. Allerdings ist bislang noch kein städtebaulicher Vertrag mit dem Eigentümer geschlossen worden. Das war Grund für die Stadtvertreter, ein bedingtes Baurecht für das Grundstück auf den Weg zu bringen. Damit wollen sie deutlich machen, dass die Sanierung Vorrang vor einem Neubau haben muss. Auch eine mögliche Rückabwicklung des Verkaufs war bei der Diskussion zur Sprache gekommen.

mab

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!
Anzeige