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Nordwestmecklenburg Sorge um historische Häuser in Klütz
Lokales Nordwestmecklenburg Sorge um historische Häuser in Klütz
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20:16 16.05.2018
Das alte Klützer Rathaus steht seit dem Verkauf vor mehr als zehn Jahren leer. Klützer Stadtvertreter sind besorgt über den Zustand. Quelle: Foto: Malte Behnk
Klütz

„Es bröckelt.“ Das ist die Kernaussage, die zum alten Rathaus der Stadt Klütz an der Schloßstraße und zum ehemaligen Kaufhaus Ramelow an der Rudolf-Breitscheid-Straße getroffen werden kann. Das ärgert die Stadtvertreter, die den Zustand der beiden Gebäude schon seit Jahren bemängeln. Bereits im März hatte Stadtvertreterin Petra Rappen sich erkundigt, was wann an den Gebäuden passieren soll. Der Klützer Bürgermeister Guntram Jung informierte Anfang Mai darüber, dass der Landkreis über den Zustand des alten Kaufhauses informiert sei, es aber noch keine Erklärung gegeben habe.

Bislang wurden an dem ehemaligen Kaufhaus Ramelow, das 1872 der Grundstein für eine heute noch existierende Modehauskette war, auf Kosten der Stadt geborstene Fensterscheiben an der Straßenseite vernagelt. Immer wieder berichten Bürger, dass Teile der Fassade abzubrechen drohen. „Muss da erst etwas passieren?“, fragte Petra Rappen in der jüngsten Sitzung der Stadtvertreter erneut. Dass das alte Rathaus der Stadt seit dem Verkauf vor mehr als zehn Jahren leer steht, ärgert sie außerdem. „Es ist ein markantes Gebäude an der viel besuchten Schloßstraße und das Einzige, was passiert, ist, dass es bröckelt“, sagte sie. „Das ist kein Zustand.“ Die Absicht, den Besitzer des alten Rathauses zu einer Sitzung der Stadtvertreter einzuladen und nichtöffentlich mit ihm über seine Absichten mit dem Baudenkmal zu sprechen, reichte ihr im Grunde nicht aus. Nach einer Anfrage der Lübecker Nachrichten haben sich Bauaufsichts- und Denkmalschutzbehörde des Landkreises mit den Klützer Baudenkmälern beschäftigt. Zum alten Rathaus teilt der Landkreis mit, dass bereits im September 2014 eine Besichtigung mit Eigentümer, Architekt und Rahmenplaner stattgefunden habe, bei der über eine Nutzungsänderung in ein Wohnhaus und Instandhaltungsmaßnahmen gesprochen wurde. Außerdem sei im November 2017 eine Genehmigung für vorbereitende Maßnahmen und Freilegungsarbeiten erteilt worden. Nach LN-Anfrage gab es am Montag, 14. Mai, erneut eine Ortsbesichtigung, nach der weitere Maßnahmen mit dem Eigentümer abgestimmt werden sollen.

Ebenso haben sich die Mitarbeiter des Landkreises am 14. Mai das ehemalige Kaufhaus an der Rudolf-Breitscheid-Straße angesehen und dabei Schäden am Dach und der Jugendstilfassade festgestellt. Die Eigentümer sollen nun verpflichtet werden, dafür zu sorgen, dass keine Gefahr durch herabstürzende Teile vom Gebäude ausgeht. Außerdem muss der Erhalt des Baudenkmals gesichert sein.

Bereits in 2013 wurde ein bauordnungsbehördliches Verfahren in Bezug auf das alte Kaufhaus durchgeführt. Auch damals wurden Maßnahmen zur Sicherung angeordnet, die auch umgesetzt wurden.

Bürgermeister Guntram Jung war am Montag nicht zu den Ortsterminen eingeladen. Er war gestern überrascht von der Information. „Ich finde es aber gut, dass jetzt offenbar doch Bewegung in die Sache kommt“, sagt er. In Klütz gebe es nur wenige Ruinen oder Schandflecke – das ehemalige Kaufhaus und das alte Rathaus gehörten aber leider dazu.

Baudenkmäler in Klütz

46 Baudenkmäler sind im Gebiet der Stadt Klütz verzeichnet.

Die meisten dieser 46 Baudenkmäler liegen an der Wismarschen Straße, der Schloßstraße

und der Rudolf-Breitscheid-Straße. Dazu zählen auch die Friedhöfe,

die Kirchen und nicht zuletzt

Schloss Bothmer.

Jeweils zwei Baudenkmäler gibt es in den Ortsteilen Christinenfeld und Arpshagen. In Grundshagen, Kühlenstein, Niederklütz und Oberhof gibt es jeweils ein Baudenkmal.

Malte Behnk

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