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Nordwestmecklenburg Sorgen bleiben
Lokales Nordwestmecklenburg Sorgen bleiben
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20:36 22.09.2017

Alle Augen sind an diesem Wochenende auf die Hauptstadt Berlin gerichtet. Oder, besser: alle Augen starren auf den Fernseher, auf dem erste Hochrechnungen erwartet werden. Wer wird das Rennen machen? Liegen die Prognosen mal wieder vollkommen falsch? Wer wird uns in Zukunft regieren? Wichtige Fragen, spannende Fragen. Und ich wünsche mir, dass alle Menschen in diesem Land diese Fragen ernst nehmen und zur Wahl gehen. Denn wenn wir das nicht tun, vergeben wir die Chance, wenigstens einige von unseren Sorgen zu lindern, sei es die Sorge vor einem Rechtsruck, sei es die Sorge vor sozialer Spaltung in der Gesellschaft oder die Sorge vor ideologischer Überfrachtung. Wir können etwas tun gegen unsere Sorgen.

Ekkehard Maase,

Pastor in Dassow

Und dennoch wird das Wahlergebnis nicht jeden erfreuen, werden Sorgen bleiben. Daneben gibt es ja auch noch Sorgen, die mit Politik überhaupt nichts zu tun haben, Sorgen in der Familie, Sorgen um die Gesundheit und vieles mehr. Es gibt viele Sorgen, die uns drücken. Und dann kommt einer wie Petrus und sagt: Alle eure Sorge werft auf ihn, denn er sorgt für euch. Das klingt zunächst verlockend: Da ist einer, dem kann ich alles vor die Füße werfen und muss mich um nichts mehr kümmern. Es gibt Menschen, die erwarten von einer Bundestagswahl etwas Ähnliches, eine starke Führungspersönlichkeit, die mit allem Übel aufräumt, ohne dass ich noch etwas tun müsste.

Ich glaube, bei Gott ist das anders. Wenn ich meine Sorgen auf ihn werfe, wenn ich darauf vertraue, dass er sich um mich sorgt, dann befreit mich das zuerst einmal davon, mich um mich selbst sorgen zu müssen. Und mein Blick, der bislang ganz eng auf mich selbst gerichtet war, der kann sich weiten, kann andere in den Blick nehmen. Wer sich immer nur um sich selbst dreht, kann auch nur sich selbst sehen. Und so sehe ich meine Sorgen immer und immer wieder aufs Neue. Dadurch werden sie nicht geringer. Wenn ich aber die Sorge für mich Gott anvertraue, gewinne ich Freiheit, mich für andere und unsere Gemeinschaft einzusetzen. Dann kann ich schauen, was mein Nachbar braucht oder was in meinem Dorf, meiner Stadt wichtig ist. Dann kann ich mir auch überlegen, was unsere Gesellschaft, unser Land braucht, ohne zu schauen, von welchem Wahlprogramm ich persönlich am meisten profitiere, und so selbstverständlich zur Wahl gehen und auf dem Wahlzettel mein Kreuz machen.

Alle eure Sorge werft auf ihn, denn er sorgt für euch.

LN

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