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Nordwestmecklenburg Spanische Wegschnecke frisst Kleingärten kahl
Lokales Nordwestmecklenburg Spanische Wegschnecke frisst Kleingärten kahl
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18:22 22.06.2013

Das feuchte Wetter lockt sie massenweise an — Nacktschnecken machen sich derzeit über die Kleingärten in Mecklenburg-Vorpommern her und stürzen sich auf alles, was liebevoll angepflanzt und aufgezogen wurde. Kleingärtner sollten trotzdem auf Chemie verzichten. „Schlimmer als in den letzten Jahren“, beschreibt Klaus Tolkmitt, Gartenfreund aus Wismar, die Schneckensituation in seinem Refugium. „Das nasse Wetter lockt sie an!“ Insbesondere frisches, chloro­

phyllreiches Grün lieben sie. Salat, die Kartoffelpflanzen, Studentenblumen, Kohlrabi — im Zweifelsfalle ist kaum eine Pflanze sicher.

„Mit den Schnecken geht es jetzt erst richtig los“, warnt Andreas Matzke vom Verband der Gartenfreunde e. V. Rostock. Er erklärt: „Die Feuchtigkeit im Boden und die warmen Temperaturen sind Wachswetter für Pflanzen und Schnecken!“ Manuela Herberer vom Naturschutzbund (Nabu) MV bestätigt, dass sich Nacktschnecken rasant vermehren, wenn es feucht ist. Und sie hinterlassen große Löcher in den Blättern oder gar nur kahle Stengel.

Bernd von dem Knesebeck ist Fachberater im Landesverband der Gartenfreunde Mecklenburg und Vorpommern. „In der eigenen Parzelle habe ich gerade einige Exemplare der Spanischen Wegschnecke aufgesammelt.“ Diese ist bei Gartenbesitzern und Landwirten als Schädling gefürchtet. Sie kommt ursprünglich aus Frankreich und breitet sich nun schon seit Jahren in Mitteleuropa aus. In Deutschland wurde sie erstmals 1969 gefunden. Allerdings dürfte sie schon früher eingeschleppt worden sein. Wie genau, ist unklar.

Viele Kleingärtner gehen mit Giften wie Schneckenkorn gegen die unliebsamen Mitesser vor. „Das ist zu teuer und bringt nichts“, macht Hartmut Marscheck vom Landesverband der Gartenfreunde deutlich. „Die Schnecken sind schon resistent. Entweder sie sterben an Altersschwäche oder gehen zum Nachbarn, weil der etwas besseres im Garten hat!“

Manuela Herberer warnt vor Gift: „Chemie hat im Garten nichts zu suchen. Man will das, was man anbaut, ja auch bedenkenlos essen.“ Außerdem wirkt das Gift auch auf andere Tiere, insbesondere die Fressfeinde der Nacktschnecke wie die Tigerschnecke, die die Gelege frisst. Ohne es zu wollen, vergiften die Kleingärtner dann auch ihre wichtigen Nützlinge. Beispielsweise die seltene Weinbergschnecke oder die Schnirkelschnecke, die beide als Fresser welker Pflanzenteile den Garten gesund halten. Der Einsatz von Gift stört immer das natürliche Gleichgewicht im Garten, unterstreicht Manuela Herberer. „Das macht die Bahn frei für das massenweise Auftreten solcher Schädlinge.“

Tipp des Fachberaters Bernd von dem Knesebeck: absammeln. „Morgens oder abends mit Handschuh und kleinem Wassereimer die Schnecken aufsammeln. Mit einem Spritzer Fit im Wasser können die nicht wieder aus dem Eimer kriechen.“ Übergossen mit kochendem Wasser, kommen die toten Schnecken auf den Kompost. Wer den Schnecken ein altes Brett auf dem Beet als „Versteck“ anbietet, kann sie dort bequem absammeln.

Auch Herberer kennt ein gutes Hausmittel: „Etwas Kaffeesatz um die zu schützenden Pflanzen streuen.“ Außerdem sollte auf das großflächige Beregnen des Gartens mit dem Sprenkler verzichtet werden.

„Lieber nur gezielt die einzelnen Pflanzen gießen.“ Schlechte Erfahrungen hat Bernd Matzke mit der „Bierfalle“ gemacht: „Das riechen die aus drei Kilometer Entfernung. Da kommen noch die Schnecken vom Nachbarn dazu!“

Nicole Hollatz

LN

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