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Nordwestmecklenburg Spannende „Beziehungsgeschichten“
Lokales Nordwestmecklenburg Spannende „Beziehungsgeschichten“
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20:13 27.05.2016

Beziehungsgeschichten bieten viel Potenzial – die Autoren und Schauspieler, die in diesem Sommer im Literaturhaus „Uwe Johnson“ in Klütz lesen und auftreten, wissen das. Die Leiterin des Literaturhauses, Anja-Franziska Scharsich, und die Vorsitzende des Fördervereins des Literaturhauses, Barbara Stierand, wissen das auch. „Deshalb lautet unser Motto in diesem Jahr ’Beziehungsgeschichten’“, sagt Scharsich. Das Spektrum ist dabei breit, wie sie betont: „Das ist zum einen die klassische Paar-Beziehung, immer wieder Thema von Autoren. Da geht es aber auch zum Beispiel um die Brieffreundschaft zwischen Hannah Arendt und Uwe Johnson, es geht um das Fotografieren berühmter Leute, um Literaturtheater, Liebeskomödien, Angststörungen, Flaschenpost und vieles mehr.“

13. Klützer LiteraturSommer wartet mit interessanten Lesungen und Veranstaltungen auf / Am 3. Juni geht es los.

Jede Lesung oder Aufführung steht für sich. Es wird abwechslungsreich.“Anja-Franziska Scharsich, Leiterin des

Literaturhauses „Uwe Johnson“

Die Auftaktveranstaltung des 13. Klützer LiteraturSommers wird in diesem Jahr am Freitag, den 3. Juni um 19 Uhr stattfinden. Zur Einstimmung auf das diesjährige Motto wird Drehbuchautor und Schriftsteller Janne Mommsen aus seinem Roman „Die Insel tanzt“ lesen. In seinem Buch geht es um den Witwer Jan Clausen, der mit seiner zehnjährigen Tochter auf Föhr lebt. Der Reetdachdecker ist ein typischer Insulaner, tief verwurzelt in seiner Heimat. Doch irgendwann wird ihm alles zu viel: Ausgerechnet die neue Lehrerin seiner Tochter gibt ihm Erziehungstipps. Jan lässt sich schließlich von seiner Tochter zu einem Salsa-Tanzkurs überreden – und wie sich herausstellt, hat er Talent. Nun soll er an einem Salsa-Wettbewerb der nordfriesischen Inseln teilnehmen – und zwar ausgerechnet mit wem?

„Es sind einige Autoren aus dem Norden mit dabei in diesem Jahr“, sagt Barbara Stierand. Dass die Eröffnungsveranstaltung mit Sektempfang in diesem Jahr etwas kleiner ausfällt, erklärt Stierand, ist dem Fakt geschuldet, „dass wir erst kürzlich zum 10-jährigen Jubiläum des Literaturhauses eine große Veranstaltung samt Auktion und Tombola hatten.“ Trotzdem wird es auch in diesem Jahr festlich.

Nach der Eröffnungslesung lädt das Literaturhaus zu angeregten Gesprächen und einem Glas Wein.

Eigentlich möchte Anja-Franziska Scharsich keine Veranstaltung gesondert hervorheben: „Jede Lesung oder Aufführung steht für sich. Es wird abwechslungsreich.“ Dennoch verrät sie ein paar interessante Details. Zum Beispiel, dass es manchmal schwierig sei, geeignete Termine zu finden, die mit der Sommerplanung der Autoren übereinstimmen. „Viele machen Urlaub in den Sommermonaten“. Doch letztlich hat es wie immer gut geklappt. Klütz liegt eben optimal mit seiner Nähe zur Ostsee, die Autoren kommen gern. Inzwischen bestehen gute Beziehungen zwischen verschiedenen Verlagen und dem Klützer Literaturhaus.

So kommt am 10. Juni tatsächlich auch Ingrid von Kruse. Die Fotografin hatte viele berühmte Politiker, Künstler, Schriftsteller und Wissenschaftler vor der Kamera. In ihrem Buch „Charakterbilder.

Begegnungen unter fünf Augen“ schildert sie die faszinierende Entstehungsgeschichte ihrer Porträts. Da gibt es amüsante Geschichten über Helmut Schmidt und viele andere bekannte Persönlichkeiten.

Uwe Johnson, der Namensgeber des Klützer Literaturhauses, unterhielt eine rege Brieffreundschaft mit der bekannten politischen Theoretikerin und Publizistin Hannah Arendt. Um die Briefe zwischen ihnen wird es am 23. Juli gehen. Die Schauspieler Rüdiger Joswig und Claudia Wenzel lesen aus diesem Briefwechsel. Arendt und Johnson lernten sich in New York kennen. Sie waren befreundet, aber nicht immer einer Meinung. Hannah Arendt soll es zum Beispiel nicht besonders gefallen haben, dass Uwe Johnson ausgerechnet sie zur Vorlage für die Figur einer Gräfin erkoren hatte.

Annett Meinke

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