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Nordwestmecklenburg Sperrung behindert Urlauber und Bauern
Lokales Nordwestmecklenburg Sperrung behindert Urlauber und Bauern
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20:54 02.08.2017
„Wir Landwirte haben jetzt die Arbeitsspitze. Muss man die Sanierung im August machen? Ulrich Bosch Betriebsleiter der Güter Brook und Christinenfeld

Verkehrsfrust im Klützer Winkel: Die Vollsperrung der Straße zwischen Klütz und dem Ortsteil Grundshagen sorgt bei Urlaubern und Einheimischen für Verärgerung. Die wichtigste Strecke von der Schloss-Stadt in Richtung Kalkhorst und Dassow wird bis zum 14. August saniert. Seit Montag müssen weitläufige Umleitungen über die B 105 und Grevesmühlen genutzt werden – und das mitten in der Urlaubs- und Erntezeit.

Denn nicht nur die vielen Touristen im Klützer Winkel müssen Umwege in Kauf nehmen, auch der Betrieb der Landwirte wird gestört. Seit Mitte Juli holen die Bauern auf ihren Äckern die ersten Ernten ein. „Unsere Hauptstrecke verläuft durch Klütz und über die gesperrte Straße“, sagt Ulrich Bosch. Der Betriebsleiter ist zuständig für die Güter in Brook (Gemeinde Kalkhorst) und im Klützer Ortsteil Christinenfeld und nicht glücklich über den Zeitpunkt der Bauarbeiten. „Wir Landwirte haben jetzt die Arbeitsspitze und alle Betriebe nutzen diese Straße.“ Bosch fragt sich deshalb: „Muss man die Sanierung im August machen? Und welchen Stellenwert hat Landwirtschaft?“ Er hätte sich im Vorfeld eine Absprache vonseiten des Straßenbauamtes mit den Landwirten gewünscht.

Nun müssen seine Traktoren, die etwa im Halbstundentakt zwischen Christinenfeld und Brook verkehren, lange Umwege fahren, um die Ernte einzuholen. Über Boltenhagen, Redewisch und Steinbeck sei die Strecke für die großen Maschinen allerdings zu eng, so Bosch. Deshalb weichen seine Fahrzeuge nun über Damshagen, Welzin und Roggenstorf aus. „Wir haben es auch durch den Lenorenwald versucht. Aber dort ist die Bankette durch den vielen Regen zu weich, die Maschinen drohen deshalb einzusacken.“

Auch der Klützer Bürgermeister Guntram Jung (CDU) weiß um den ungünstigen Zeitpunkt der Bauarbeiten. „Bei der Planung hat man Rücksicht auf die Schulbusse genommen. Vielleicht wäre es besser gewesen, die Sanierung in Absprache mit den Landwirten anzusetzen“, meint er. Doch Jung betont auch, dass der Zeitpunkt immer eine schwierige Entscheidung sei. „Man kann es nie allen recht machen. Und wir sind ja auch froh, dass die Straße erneuert wird. Es wurde seit Jahren gefordert.“

Doch nun verstopfen die großen Landwirtschaftsmaschinen die schmalen Umleitungsstrecken, über die auch die vielen Urlauber an ihr Zielort navigiert werden. Die Folge: Der Verkehr stockt merklich und strapaziert die Nerven aller. Um schneller ans Ziel zu gelangen, lassen sich einige Autofahrer deshalb zu unerlaubten Manövern hinreißen. Pkw haben in den zurückliegenden Tagen sogar Radwege genutzt, um die aufgestellten Sperrungsbarken zu umkurven. „Das geht natürlich gar nicht“, reagiert Guntram Jung. Nicht nur, dass der noch relativ neue Radweg so kaputt gefahren werden könne. Auch Radler und Fußgänger würden so in Gefahr gebracht. Das Amt Klützer Winkel hat nun das Polizeirevier in Grevesmühlen über die Radweg-Vergehen einiger Verkehrsteilnehmer informiert, wie Verwaltungsmitarbeiter Arne Longerich mitteilt.

Doch spätestens in der nächsten Woche bringt auch die dreiste Abkürzung über den Radweg nichts mehr. Dann beginnt laut Ingenieurbüro Zimmer das Abfräsen der alten Asphaltschicht auf der Landstraße 01. Aktuell wird am Durchlass unter der Strecke gearbeitet. Am 13. August soll die Straße schließlich neu asphaltiert werden. Einen Tag später könnte die Sperrung dann schon wieder aufgehoben sein – und der Stresspegel bei Urlaubern und Landwirten sinken.

Daniel Heidmann

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