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Nordwestmecklenburg Spielsüchtiger Serientäter schlug auch in Lübeck zu
Lokales Nordwestmecklenburg Spielsüchtiger Serientäter schlug auch in Lübeck zu
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18:20 06.06.2016

Auch in Lübeck hatte der spielsüchtige Serientäter mit der Sonnenbrille zugeschlagen: Am 13. November 2015 überfiel er gegen 19.30 Uhr eine Tankstelle an der Travemünder Allee, bedrohte die Kassiererin mit einem Messer und forderte: „Mach die Kasse auf.“ Für insgesamt 14 Raubtaten innerhalb von vier Wochen muss der 28-Jährige sich nun vor dem Kieler Landgericht verantworten.

Im Lübecker Fall erbeutete der Täter 1152 Euro. Es folgten Überfälle in Ahrensburg, Nahe und Norderstedt. Was den Täter zu seinem wilden Trip zwischen Tankstellen, Spielcasinos und Hotels bis nach Bayern getrieben hatte, blieb während der zweitägigen Beweisaufnahme offen.

Mit acht Jahren war der Angeklagte mit seinen Angehörigen aus der Ukraine in den Kreis Segeberg übergesiedelt. Dort trennte sich der Vater von der Familie. Dies hob der Verteidiger als mögliche Wurzel für die Haltlosigkeit und Spielsucht seines Mandanten hervor. Der soll schon als Schüler sein Taschengeld verdaddelt haben. Später als Kellner verspielte er sein 2000-Euro-Einkommen und konsumierte Kokain.

Trotzdem reichte das Geld nicht. Der Mann lieh sich einen Pkw, überfiel am 2. November seine erste Tankstelle in Hamburg und erlebte die nächsten Wochen als „Rausch“ zwischen Raub, Roulette und Hotels. „Wie im Tunnel“ trieb es ihn durch die Republik bis nach Dortmund, Stuttgart und Nürnberg.

Unmittelbar nach der letzten Tat am 28. November in Norderstedt nahm ihn die Polizei auf der A 7 fest. Der Mann legte ein umfassendes Geständnis ab. Die zeitlich begrenzte Serie und sein kooperatives Verhalten wertete der Verteidiger strafmildernd. Er plädierte auf eine Strafe von sechs Jahren, ein Strafmaß „deutlich unterhalb des zweistelligen Bereichs“.

In der Summe hatte der stets mit einem Messer bewaffnete Kapuzenmann rund 10 000 Euro erbeutet und zwei Menschen leicht verletzt. Ein Grund mehr für die Staatsanwältin, Einzelstrafen bis zu sechs Jahren wegen besonders schweren Raubes zu fordern. Aus Sicht der Verteidigung sind dem Angeklagten nur minder schwere Fälle vorzuwerfen. Das letzte Wort hat die Schwurgerichtskammer: Am kommenden Montag will sie das Urteil fällen.

Thomas Geyer

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