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Nordwestmecklenburg Sportliches Miteinander in Grevesmühlen
Lokales Nordwestmecklenburg Sportliches Miteinander in Grevesmühlen
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20:24 26.10.2013
Die Parchimer Tanzteufel stimmten Teilnehmer und Publikum auf das Sportfest ein. Fotos(6): Robert Niemeyer
Grevesmühlen

Als die gesellschaftliche Diskussion um die Integration behinderter Menschen noch beinahe in den Kinderschuhen steckte und das Wort Inklusion noch längst nicht wie heute zum allgemeinen Sprachgebrauch gehörte, machte sich der 1991 gegründete Behinderten- und Rehabilitationssportverein Grevesmühlen bereits an die praktische Umsetzung der Idee. Fast jedes Jahr veranstaltete der Verein seitdem ein Sportfest. Gestern war es wieder so weit, gestern trafen sich Behinderte und nicht Behinderte zum integrativen Sportfest in der Sporthalle am Gymnasium am Tannenberg. „Ich bin einfach nur begeistert“, sagte der Vereinsvorsitzende Dirk Möller. 174 aktive Sportler waren gekommen, Teilnehmerrekord. Etwa 70 Helfer sorgten für einen reibungslosen Ablauf.

Über die Grenzen des Landkreises Nordwestmecklenburgs hinaus ist das integrative Sportfest in Grevesmühlen bereits anerkannt. Behindertensportvereine aus dem dem ganzen Land, beispielsweise aus Rostock, Ribnitz-Damgarten oder Neubrandenburg, waren gekommen, um an den verschiedenen Stationen, beim Uni-Hockey, Tischtennis oder Boccia mitzumachen. „Sport ist eine tolle Plattform, um behinderte und nicht behinderte Menschen zusammenzubringen. Da braucht es nicht viele Worte“, sagte Rüdiger Börst, Landessportwart des Verbandes für Behinderten- und Rehabilitationssport Mecklenburg-Vorpommern.

Der 41-Jährige sitzt seit einem Unfall im Jahre 2001 im Rollstuhl.

Wie sehr die Veranstaltung anerkannt ist, zeigt auch die Liste der Partner, die von der AOK, dem Diakoniewerk im nördlichen Mecklenburg und dem Betreuungsverein „Der Weg“ Grevesmühlen über die Deutsche Bank und den Behindertenverband Grevesmühlen bis zur Stadt Grevesmühlen und dem Deutschen Roten Kreuz reicht. Ein weiteres Zeugnis der Wertschätzung dürfte die angereiste Politprominenz auf der Tribüne sein. Stadtpräsident, Stadtvertreter, Landtagsabgeordnete und sogar Abgeordnete des Bundestages schauten zu. „Wenn man das hier sieht, kann man nur Danke sagen an die vielen ehrenamtlichen Organisatoren und Helfer“, sagte der frisch gebackene SPD-Bundestagsabgeordnete Frank Junge.

Laut Dirk Möller steige auch der Anteil der nicht behinderten Teilnehmer jährlich. In diesem Jahr seien 30 Prozent der Sportler ohne Handicap. „Das ist ein guter Wert. Wir streben an, irgendwann einmal eine Verhältnis 50 zu 50 zu haben“, sagte Möller. Welchen Wert diese Gemeinsamkeit hat, unterstrich Winfried Hein, Beisitzer des Vorstandes des Kreissportbundes: „Es ist auch für nicht Behinderte eine Aufgabe, Behinderte wertschätzen zu lernen.“ Dass das funktioniert, bewiesen unter anderem die Zehntklässler des Gymnasiums am Tannenberg, die nicht nur die einzelnen Stationen betreuten, sondern zu Beginn mit dem Integrativen Treff aus Rostock spontan und ungeprobt eine bunte Trommelshow auf bunten Plastikbällen hinlegten. „Ich finde das super. Es macht Spaß zu sehen, wie viel Freude Behinderte am Sport haben“, sagte die 15-jährige Helferin Daniela Wenzel.

• Noch mehr Bilder im Internet:

www.ln-online.de

Der DBS
Der Deutsche Behindertensportverband (DBS) ist der deutsche Dachverband für Sport von Menschen mit Behinderung und Nationales Paralympisches Komitee. Gegründet wurde er am 4. Juli 1951. Dem DBS gehören etwa 5800 Vereine und rund 620 000 Mitglieder an.

Robert Niemeyer

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