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Nordwestmecklenburg Stadt kämpft um den Supermarkt
Lokales Nordwestmecklenburg Stadt kämpft um den Supermarkt
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20:18 06.09.2013
„Die Investo- ren sind gewillt, das Projekt durchzuziehen.“ Lars Prahler, Bauamt

Mit Entsetzen hat Karin Krüger in dieser Zeitung die Nachricht gelesen, dass die Landesplanung den Bau des Supermarktes am Bahnhof ablehnt. Jahrelang hatten sie und viele andere Anwohner im Süden für die Ansiedlung eines Lebensmittelmarktes gekämpft. Die Nachricht, dass Markant und Aldi auf dem Areal des ehemaligen Güterbahnhofes investieren wollen, hatte große Hoffnungen geschürt, die nun einen kräftigen Dämpfer erhielten.

„Jetzt stand bei mir das Telefon nicht mehr still“, sagt Karin Krüger. Sie hat sich in der Vergangenheit öffentlich für ihren Stadtteil stark gemacht, die Menschen setzen auch jetzt wieder ihre Hoffnung in die engagierte Rentnerin.

Zusammen mit Gudrun Seidel und Helga Breitenfeldt hat sie einen offenen Brief (Siehe Seite 10) aufgesetzt und an Erwin Sellering verschickt. „Wir wollen die Entscheidung der Landesplanung nicht einfach hinnehmen“, macht Karin Krüger klar.

Auch die Stadtverwaltung gibt sich kämpferisch. Das Nein zur Größe von 2700 Quadratmetern Verkaufsfläche wollen Bauamtsleiter Lars Prahler und seine Kollegen nicht akzeptieren. Denn durch das Veto der Landesplanung steht das gesamte Projekt auf der Kippe. Ohne die Zustimmung aus Schwerin gibt es nämlich keinen gültigen Bebauungsplan. Deshalb gab es gestern ein Krisengespräch zwischen den Investoren, der Bartels-Langness Handelsgesellschaft aus Kiel, und der Stadtverwaltung. „Ungeachtet der Problematik haben wir uns darauf verständigt, inhaltlich an dem Projekt weiterzuarbeiten“, sagt Lars Prahler. Bedeutet: Es geht weiter. Wenn auch mit angezogener Handbremse. „Aber die Investoren sind gewillt, das Projekt durchzuziehen“, so der Bauamtsleiter. Der Bauausschuss wird sich auf seiner nächsten Sitzung am 10. Oktober mit der Gestaltung des Gebäudes beschäftigen.

Die Hürden, die sich derzeit vor dem Projekt aufbauen, sind allerdings gewaltig. Denn wie Steffen Wehner, Sprecher des Ministeriums für Energie, Infrastruktur und Landesentwicklung, mitteilte, „ist eine landesplanerische Stellungnahme nicht verhandelbar und für dieses Vorhaben endgültig“. Die Stellungnahme bietet der Stadt allerdings einen gewissen Spielraum, heißt es in der Stellungnahme des Ministeriums. „Fazit der landesplanerischen Bewertung des B-Planes ist: Das geplante Einkaufszentrum ist zu groß. Das heißt, wenn die Gemeinde die Größe des Zentrums entsprechend reduzieren würde (zum Beispiel eine Beschränkung auf einen Lebensmittelnahversorger) könnte eine positive landesplanerische Stellungnahme in Aussicht gestellt werden.“

Tatsache ist auch, dass der Ball jetzt bei Stadt und Investor liegt. Denn die jetzige Größe, das geht aus der Stellungnahme deutlich hervor, wird nicht genehmigt. Und ohne eine positive Stellungnahme gibt es keinen B-Plan. Als Begründung für die Ablehnung heißt es vonseiten der Landesplanung, dass ein Markt dieser Größe die Innenstadt schädigen würde. Und : „In die Sanierung der Innenstädte des Landes, so auch in Grevesmühlen, wurden in den zurückliegenden Jahren erhebliche Städtebaufördermittel eingesetzt.“ Der zweite Grund hängt mit dem demografischen Wandel im Land zusammen. So moniert das Ministerium, dass durch den Wegfall der Innenstadtversorgung viele Bewohner — vor allem die Senioren — ihren Einkaufsmarkt nicht mehr fußläufig erreichen könnten. Genau diesen Punkt hatte allerdings das Gutachten, das die Stadt präsentierte, widerlegt. Denn der neue Supermarkt befindet sich unmittelbar am Rand der Innenstadt — acht Minuten Fußweg vom Marktplatz entfernt.

Michael Prochnow

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