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Statt Trübsal ein Fest zum kleinen Jubiläum

Kussow Statt Trübsal ein Fest zum kleinen Jubiläum

Das Steinzeitdorf in Kussow feiert 15-jähriges Bestehen. Die Immobilie des Bildungszentrums steht zum Verkauf.

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Helga Schreier vor einer Hütte, die einer Behausung aus der Mittelsteinzeit nachempfunden ist. Die „Tür“ besteht aus einer Wildschweinschwarte. Für Neuerrichtungen von Hütten werden Schweineschwarten aller Größenordnungen gesucht — zur Dacheindeckung. Fotos (3): Ulrike Oehlers

Kussow. Steinalt ist die kleine Siedlung in Kussow zwar noch nicht, aber das anstehende Jubiläum kann sich trotzdem sehen lassen: 15 Jahre wird das Steinzeitdorf alt. Das ist Grund genug für ein großes Familienfest am Sonnabend, 7. September. Die Veranstaltung soll die Besucherzahl für dieses Jahr noch einmal kräftig heben. Rund 8600 Besucher waren es bisher. „Das ist relativ wenig. Im Vorjahr hatten wir insgesamt ungefähr 14 000“, sagt Karl-Heinz Gabriel, der gemeinsam mit Helga Schreier die Einrichtung leitet. Im Spitzenjahr 2003 kamen sogar rund 18 000 Besucher, seitdem sind es im Schnitt 15 000.

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Torsten Weigmann (40) baut in der Waffenschmiede des Dorfes einen Pfeil.

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„Den Schwerpunkt bilden Schulklassen. Aber dieses Jahr hatten wir auch auch viele Urlauber.“ Helga Schreier führt das auf die bessere Ausschilderung in Rolofshagen zurück. Während zuvor nur eine kleine Holztafel auf das Steinzeitdorf hinwies, hat es jetzt einen Platz auf dem Straßenschild. „Das hat sich sehr bemerkbar gemacht.“

Die 55-Jährige berichtet von häufigen Urlauber-Anfragen nach Übernachtungsmöglichkeiten in Kussow. Die fehlten bisher. Dabei lässt sich aus dem ehemaligen Schafstall, in der sich seit anderthalb Jahren das Büro des Steinzeitdorfs befindet, möglicherweise eine kleine Jugendherberge machen.

Das Objekt gehört dem Bildungszentrum Nordost, das es aber seit längerem zum Verkauf anbietet. Nur noch selten wird es als Bildungsstätte genutzt, dann von angehenden Gärtnern. „Ich will mich von mehreren Immobilien trennen, weil ich in den letzten 20 Jahren zu viele angesammelt habe“, erklärt Klaus-Detlef Schnoor, Chef des Bildungszentrums. Das Objekt in Kussow sei für Bildungszwecke von vorneherein nicht geeignet gewesen. „Ich hatte das Institut für Berufliche Qualifikation — das IFBQ — mit den Standorten Grevesmühlen und Kussow übernommen, da war Kussow mit dabei. Sonst hätte ich es nicht gekauft.“ Der Steinzeitdorf Kussow e. V. ist Mieter der Immobilie samt Grundstück. Die Verkaufsabsichten des Eigentümers sorgen natürlich für Unsicherheit. „Wir planen so, dass es weitergeht“, sagt Gabriel. „Es könnte für einen potenziellen Erwerber ja interessant sein, das Steinzeitdorf weiterbestehen zu lassen.“

Die Idee hat sich schon in anderen schwierigen Situationen durchgesetzt. „Anfangs gab es Skepsis, ob es im Territorium Kussow überhaupt eine steinzeitliche Besiedelung gab. Der Name Kussow, also die Endung -ow, lässt auf slawische Siedlungen schlussfolgern“, erklärt der 60-Jährige. „Aber mit den Großsteingräbern im Everstorfer Forst wurde der Nachweis erbracht, dass es hier schon in der Steinzeit eine Besiedelung gab.“ Er nennt die Namen der beiden Männer, die den Anstoß für den Nachbau gaben: Alfred Kopp, der aus der Landwirtschaft kam und das ehemalige LPG-Gelände in Kussow beleben wollte. Und Dr. Frank Andraschko, der am Archäologischen Institut der Universität Hamburg lehrt. Daraus habe sich der Verein entwickelt, der inzwischen 25 Mitglieder hat. „Die Grundrisse des Steinzeitdorfs stammen aus archäologischen Funden aus den Landkreisen Cuxhaven und Celle. Darauf wurden Hütten gebaut — wie man es sich vorstellte, wie sie damals errichtet wurden. Der damalige Ausgrabungsleiter war auch dabei“, erzählt Gabriel.

Derzeit kämpft das Dorf gegen den Holzwurm. „Wir können das Haus erst ausräuchern, wenn keine Besucher drin sind“, sagt er. Chemie komme nicht infrage. Die Instandsetzung sei grundsätzlich nur im Winter möglich. Das Dorf ist zwar ganzjährig geöffnet, mit Ausnahme des Zeitraums zum Jahreswechsel. Doch außerhalb der Saison ist nur eingeschränkt geöffnet.

Mit den beiden Leitern gibt es nur zwei festangestellte Mitarbeiter. Alles andere läuft über Ein-Euro-Jobber, wird also durch das Jobcenter gefördert. Auch Bundesfreiwilligendienste und Bürgerarbeit spielen eine Rolle.

Das Fest
Ab 10 Uhr gibt es am 7. September im Steinzeitdorf Kussow Aktionen rund um die Steinzeit: Weben, Töpfern, Flechten, Speerwerfen und -schleudern, Bogenschießen sowie Vorführungen, wie ein Bogen entsteht. Zu jeder vollen Stunde wird der Videofilm „Das Experiment: Steinzeitkinder“ gezeigt. Jeweils 45 Minuten nach Filmbeginn: Führungen durch das Dorf. Außerdem: Ponyreiten, Kräuterkunde, Filzen sowie das Puppentheater Zaunkönig. Die Theatervorführungen „Der Zaunkönig und der Bär“ beginnen jeweils um 11, 12.30 und 14 Uhr. Märchenstunden mit Dorothea Wende beginnen um 11.45, 13 und 15 Uhr. Es gibt Kaffee, Kuchen und Eis, Schwein am Spieß, Grillwurst am Lagerfeuer sowie heißt und kalte Getränke.


Der Eintrittspreis zum Fest entspricht dem Preis an allen Tagen: zwei Euro für Kinder ab zwei bis 14 Jahren, drei Euro für Erwachsene und sieben Euro für Familien (zwei Erwachsene plus zwei Kinder bis 14 Jahren).


Geöffnet ist das Steinzeitdorf von April bis Oktober täglich von 10 bis 17 Uhr sowie von November bis März montags bis donnerstags von 9 bis 15 Uhr. Zwischen Winteranfang und erstem Sonntag nach Neujahr ist geschlossen. Weiteres im Internet unter www.steinzeitdorf-kussow.de. Der Verein Steinzeitdorf Kussow e. V. ist erreichbar unter ☎ 0 38 81/71 50 55, steinzeitdorf.kussow@gmx.de.

Ulrike Oehlers

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