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Nordwestmecklenburg Steinzeitdorf bleibt im Winter geöffnet
Lokales Nordwestmecklenburg Steinzeitdorf bleibt im Winter geöffnet
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20:10 15.10.2015
Karl-Heinz Gabriel (Mitte) erklärt Schülern aus Zarrentin, wie die Steinzeitmenschen sesshaft wurden und Häuser bauten. Quelle: Malte Behnk
Kussow

Das Jahr im Steinzeitdorf Kussow war erfolgreich. „Wir hatten etwa 11500 Besucher. Das ist eine ganz gute Zahl“, sagt Projektleiter Karl-Heinz Gabriel. Doch die kann sich noch steigern, denn: Das Steinzeitdorf bleibt auch während der Wintermonate geöffnet.

Noch im August hatte er mit Gemeindevertretern und Ausschussmitgliedern Damshagens darüber gesprochen, das Dorf von November bis Februar schließen zu müssen. Hintergrund war, dass der Natur- und Heimatverein Nordwestmecklenburg als langjähriger Träger des Steinzeitdorfes seinen Betrieb eingestellt hat. Der Verein Steinzeitdorf Kussow wird den Betrieb ab Januar eigenständig fortsetzen. Doch das wird schwierig, denn der Natur- und Heimatverein hatte in den vergangenen 17 Jahren einen entscheidenden Teil der Kosten von 5000 Euro im Jahr für Pacht und Miete mitgetragen.

„Wir haben hin und her überlegt, wollen in den Wintermonaten aber niemanden vor verschlossener Tür stehen lassen“, sagt Karl-Heinz Gabriel zur Entscheidung. Zudem gebe es auf dem Gelände viel Arbeit und ein weiterlaufender Betrieb biete mehr Sicherheit vor möglichem Vandalismus.

Allerdings gelten ab November verkürzte Öffnungszeiten. „Wir haben dann nur zwei Ein-Euro-Jobber. Deswegen können wir nur montags bis donnerstags von 10 bis 15 Uhr geöffnet haben“, sagt Gabriel. Auf ihn und seine Helfer kommen in den nächsten Monaten noch etliche Reparaturen zu. „Der Schweinestall braucht ein neues Dach und auch das Gatter der Schweine muss erneuert werden“, erzählt Karl- Heinz Gabriel. Außerdem habe der Zaun aus Weidengeflecht rund um das Gelände einige Lücken, weil Material über die Jahre verrottet ist. „Das müssen wir schließen, um die Wildschweine draußen zu halten“, sagt der Leiter des Steinzeitdorfes. Auch das Dach eines der Steinzeithäuser müsste neu gedeckt werden. „Aber dafür haben wir noch nicht genug Stroh. Wir haben versucht, es selber anzubauen“, sagt Gabriel. Für alle anderen Arbeiten ist das Baumaterial vorhanden. Teilweise wächst es, wie Weidenzweige für den Zaun, direkt auf dem Gelände.

Schwierig sei es hingegen bereits seit einigen Jahren, tatkräftige Helfer zu finden und sie auch bezahlen zu können. So hat lediglich Karl-Heinz Gabriel eine volle Stelle. Dazu sind zwei Mitarbeiter im Nebenerwerb beschäftigt. Weitere Mitarbeiter sind Ein-Euro-Jobber. Zusätzlich helfen etwa 15 Mitglieder des Vereins Steinzeitdorf Kussow aktiv im Betrieb oder bei Reparaturen mit.

Denn es gibt viel zu tun, auch momentan noch. Fast täglich kommen Schulklassen, um einen herbstlichen Ausflug in die Geschichte der Menschheit zu machen. Allein am Montag werden 200 Schulkinder aus Schwerin erwartet, denen ein Film über eine Steinzeitfamilie gezeigt wird, bevor sie sich selbst im Töpfern und Weben versuchen können und bei einer Führung die unterschiedlichen Häuser der Frühzeit gezeigt und erklärt bekommen. Gerade waren auch zwei sechste Klassen der Fritz-Reuter-Schule Zarrentin zu Gast. Die Schule komme seit etwa fünf Jahren regelmäßig nach Kussow, um Geschichtsunterricht „zum Anfassen“ zu erleben, sagt Gabriel.

Die meisten Besucher aber zählt das Steinzeitdorf in den Sommermonaten, wenn viele Urlauber Ausflüge in die Region machen. So kamen im Mai dieses Jahres 1416 Besucher, im Juni 1183 und im Juli 2406 Gäste auf das Gelände in Kussow.

Im Winter gelten andere Öffnungszeiten
Das Steinzeitdorf in Kussow ist noch bis 31. Oktober täglich von 10 bis 16.30 Uhr geöffnet.
Vom 1. November bis zum 31. März ist es nur montags bis donnerstags von 10 bis 15 Uhr geöffnet.
Gezeigt werden im Freilichtmuseum jungsteinzeitliche Häuser, mittelsteinzeitliche Hütten und Werkzeuge aus der Steinzeit. Außerdem leben auf dem Gelände Schweine und Schafe.
• Infos:
www.steinzeitdorf-kussow.de
Für ein neues Dach haben wir noch nicht genug Stroh. Wir haben versucht, es sel- ber anzubauen.“ Karl-Heinz Gabriel, Leiter Steinzeitdorf

Malte Behnk

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