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Stiefelgeld für die Feuerwehr: Führung spricht sich dagegen aus

Feuerwehren Stiefelgeld für die Feuerwehr: Führung spricht sich dagegen aus

Aufwandsentschädigungen für ehrenamtliche Feuerwehrleute lösen nach Ansicht von Landesbrandmeister Hannes Möller die Personalprobleme der Wehren nicht.

Grevesmühlen Der Vorschlag aus der Gemeinde Lüdersdorf, Feuerwehrleuten pro Einsatz zehn Euro Aufwandsentschädigung zu zahlen, hat für Diskussionen unter Feuerwehrleuten im Landkreis Nordwestmecklenburg geführt. Im Gespräch mit den Lübecker Nachrichten sagen Landesbrandmeister Hannes Möller und Andreas Dubbe, Geschäftsführer des Kreisfeuerwehrverbandes Nordwestmecklenburg, was sie von dem sogenannten Stiefelgeld halten.

Ist der Vorschlag, eine Aufwandsentschädigung pro Einsatz für Feuerwehrleute zu zahlen, realistisch?

Hannes Möller: Der Dienst in der Freiwilligen Feuerwehr ist ein Ehrenamt. Die Arbeit für die Gesellschaft wird durch die Feuerwehrdienstleister aus Überzeugung durchgeführt. Gerade hierdurch spiegeln sich die hohe Qualität, die Empathie und das große Engagement sowie die Funktionsfähigkeit von Freiwilligen Feuerwehren wider. Eine persönliche Aufwandsentschädigung halte ich daher für nicht sinnvoll. Verlässlichkeit, Sach- und Fachkunde sowie Mut erreicht man nicht durch Zahlung von Kopfprämien.

Andreas Dubbe: Es ist eine nette Geste der Gemeinde. Aber man muss auch bedenken, dass eine Aufwandsentschädigung eine Einnahme ist und bei der Steuererklärung angegeben werden muss, vielleicht sogar sozialabgabenpflichtig ist.

Dann ist auch noch zu differenzieren, für welche Einsätze es eine Entschädigung gibt. Fürs Auslösen einer Brandmeldeanlage, also einem Fehlalarm, oder für Kameraden, die drei Tage einen Großbrand bekämpfen?

Führt so ein Stiefelgeld möglicherweise auch zu Neid unter den Feuerwehren?

Möller: Wenn persönliche Aufwandsentschädigungen bei Alarmeinsätzen an die beteiligten Einsatzkräfte gezahlt werden, kann das innerhalb einer Freiwilligen Feuerwehr selbstverständlich zu Neid und Missgunst führen.

Dubbe: Das denke ich nicht. Vielleicht schlägt es sogar ins Gegenteil über. Es könnte aber zu Spannungen innerhalb der Feuerwehr führen.

Was könnte Ihrer Meinung nach der Vorteil sein, wenn Kommunen Aufwandsentschädigungen zahlen?

Möller: Geld lockt natürlich. Jedoch kann damit die Freiwilligkeit verloren gehen. Hier bedarf es ganzheitlicher und zukunftsorientierter Konzepte, damit das System, die Gleichbehandlung sowie Vorteile einer ehrenamtlichen Organisation erhalten bleiben.

Was glauben Sie: Könnten durch eine Aufwandsentschädigungen vielleicht personelle Probleme einiger Feuerwehren behoben werden?

Möller: Meiner Meinung nach können damit langfristig personelle Probleme nicht behoben werden. Wer ehrenamtliches Engagement zeigt, macht das im Normalfall unentgeltlich.

Dubbe: Personelle Probleme können dadurch nicht behoben werden. Es geht niemand zur Freiwilligen Feuerwehr, weil er damit Geld verdienen will. Diese Probleme sind nur mit Wirtschaft und Politik gemeinsam zu lösen.

Welche Lösung wäre Ihrer Meinung nach sinnvoll, um das Engagement von Feuerwehrleuten besser zu würdigen?

Möller: Für die Würdigung braucht es unbare Leistung. Als erstes bedarf es das Verständnis und Anerkennung in der Gesellschaft. Denn die Ehrenamtlichkeit dieser verantwortungsvollen Tätigkeit ist hoch einzuschätzen. Es gibt viele positive Beispiele, um die Motivation sowie die Würdigung zu verbessern, zum Beispiel Ehrenamtskarten, Rabatte, öffentliche Anerkennung, kommunale Altersvorsorge, zeitgemäße Ausrüstung oder Unterstützung bei der Arbeitsplatzsuche.

Dubbe: Das Engagement kann nur gewürdigt werden, wenn die Arbeit der Feuerwehr in der Gemeinde ernst genommen wird, das heißt angemahnte Missstände einer Gemeinde beachtet und abgearbeitet werden. In diesen Punkten werden die Feuerwehren oft mit einer Hinhaltetaktik beruhigt. Ebenso muss das Equipment für die Kameraden stimmen. Persönliche Schutzausrüstungen und den Erfordernissen angepasste technische Ausstattung sind ganz wichtig, um den Schutz in der Gemeinde sicherzustellen. Auch die Schulung, Aus- und Fortbildung ist ein wichtiger Punkt. Nur gut ausgebildete Kameraden können gut und professionell Einsätze abarbeiten.

Interview von Steffen Oldörp

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