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Stillstand beim Konzept für den Kartoffelanleger

Wohlenberg Stillstand beim Konzept für den Kartoffelanleger

Mit der Umweltverträglichkeitsstudie für den Anleger in Wohlenberg geht es nicht voran / CDU-Politikerin Karin Strenz soll helfen / Jetzt gab es einen Termin vor Ort.

Der Anleger in Wohlenberg wurde vor der Wende gebaut. Von dort wurden unter anderem Kartoffeln per Schiff Richtung Sowjetunion transportiert.

Quelle: Fotos: Maik Freitag (2), K-.e. Schmidt (2), Privat

Wohlenberg. Die Fronten zwischen der Interessengemeinschaft (IG) Wohlenberger Wiek und dem Klützer Bürgermeister Guntram Jung (CDU) sind verhärtet. Während sich die IG über einen dreckigen und zugewucherten Strand beschwert, sieht der Bürgermeister keinen Handlungsbedarf. Lediglich in Sachen „Kartoffelanleger“ herrscht Einigkeit. Jetzt haben sich die Wohlenberger Unterstützung aus Berlin geholt. Die Bundestagsabgeordnete Karin Strenz (CDU) soll den Streit schlichten. Bei einem Termin vor Ort nahm sie den maroden Anleger in Augenschein und sprach mit beiden Seiten.

LN-Bild

Mit der Umweltverträglichkeitsstudie für den Anleger in Wohlenberg geht es nicht voran / CDU-Politikerin Karin Strenz soll helfen / Jetzt gab es einen Termin vor Ort.

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FFH-Richtlinien

Der Strand an der Wohlenberger Wiek gehört zu einem FFH-Gebiet (Flora-Fauna-Habitat). Das heißt: sämtliche Arbeiten am Strand müssen genehmigt werden. Pflanzen dürfen, wenn überhaupt, nur außerhalb der Brut- und Nistzeiten geschnitten werden.

„Der Anleger ist für den Besucherverkehr gesperrt, doch niemand hält sich daran. Selbst Absperrungen werden immer wieder abgerissen“, erklärte Guntram Jung. Bei Anglern, Badegästen und Spaziergängern sei der in den 1980er Jahren gebaute Anleger ein beliebter Aufenthaltsort, betonte Jung weiter.

Der gut 250 Meter lange und 25 Meter breite Schiffsanleger wurde zu DDR-Zeiten gebaut, um Kartoffeln in die ehemalige Sowjetunion zu bringen. Mit der Wende verlor der Anleger seine Bedeutung.

Seitdem verfällt das Bauwerk zusehends und ist nicht mehr sicher. „Untersuchungen haben große Löcher unterhalb der Plattform ergeben“, erklärte Jung.

Hoffnung schöpfte die Stadt Klütz, zu der Wohlenberg gehört, als vor einigen Jahren ein Investor auftauchte und ein Konzept für den Anleger präsentierte. Ferienwohnungen sollen entstehen.

Theoretisch. Praktisch ist man davon weit entfernt. Schon seit zehn Jahren läuft eine Umweltverträglichkeitsstudie, die nicht zum Abschluss kommt. „Und vorher will der Investor natürlich kein Geld ausgeben“, berichtete der Bürgermeister. Jetzt soll die Bundestagabgeordnete Karin Strenz helfen und neuen Schwung in die Sache bringen.

Die Abgeordnete schaute sich mit Mitgliedern der Interessengemeinschaft, bestehend aus Gastronomen, Anwohnern und Zeltplatzbetreibern, die Lage an und zeigte sich kooperativ. „Ich brauchte eine schriftliche Anfrage der IG, dann kann ich eine Anfrage an der richtigen Stelle machen“, erklärte die Politikerin.

Deutliche Meinungsverschiedenheiten herrschen zwischen Bürgermeister Jung und der IG hingegen in Sachen Strandaufwertung. „Wir versuchen hier jedes Jahr mit schwerer Technik, den Strand zu erhalten und nicht mit Grün überwuchern zu lassen. Hilfe vonseiten des Amtes gibt es nicht. Wenn wir das Grünzeug nicht hin und wieder vom Strand wegschieben, hätten wir bald keinen Sand mehr“, erklärte der Wohlenberger Gerd Bade das Problem. Guntram Jung sieht das anders: „Wir brauchen hier keine Boltenhagener Verhältnisse. Der Strand ist doch vernünftig.“

Diese Aussage stößt bei den IG-Mitgliedern auf Widerstand. „Davon hat niemand gesprochen. Aber den Strand normal zu pflegen und das Grün nicht immer mehr werden zu lassen, sollte doch auch im Interesse der Gemeinde sein. Wozu zahlen die Badegäste denn Strandgebühren?“, fragte Gerd Bade. Immerhin stehen an den Strandaufgängen Automaten, an denen Besucher Tageskarten kaufen müssen. Das Geld solle doch für die Stranderhaltung eingesetzt werden können, betonte Bade. Guntram Jung erwiderte: „Die Sache hier ist viel komplizierter. Wir sind in einem FFH-Gebiet. Da kann man nicht einfach das Grün wegschieben.“ Doch in den zum Schutz von Flora und Fauna ausgewiesenen FFH-Gebieten ist klar geregelt, was getan werden darf und das würde der IG schon reichen, ergänzte der Oberhofer Franz Tscherny.

Die IG will jetzt an Karin Strenz schreiben und die Antwort zum Anleger abwarten.

Maik Freitag

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