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Stimmung stimmt: Konzerte gut besucht

Schönberg Stimmung stimmt: Konzerte gut besucht

Leiter Christoph D. Minke zieht Halbzeitbilanz im 31. Schönberger Musiksommer und gibt Ausblicke.

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Der künstlerische Leiter Christoph D. Minke stimmt ein Cembalo für ein Musiksommer-Konzert in der Kirche in Schönberg.

Quelle: Foto: Jürgen Lenz

Schönberg. Halbzeit im 31. Schönberger Musiksommer: Zeit für eine Zwischenbilanz und einen Ausblick. Die OZ sprach mit dem künstlerischen Leiter der weit über die Grenzen von Westmecklenburg hinaus bekannten Konzertreihe, Christoph D. Minke.

Der bisherige Sommer war mit viel Kälte und Regen nicht gerade ein Hit. Wie sieht’s mit dem Schönberger Musiksommer aus?

Christoph D. Minke: Ich glaube, da haben wir es eher mit einem Hit zu tun. Das schlechte Wetter hat die Leute nicht davon abgehalten, in die Konzerte zu kommen. Ich würde nicht sagen, dass wir vom Wetter profitiert hätten. Das kann man schlecht feststellen. Die Erfahrung ist, dass in Sommern, in denen verlässlich gutes Wetter ist, mehr Menschen hier in der Gegend sind, die unsere Konzerte besuchen können. Also für uns ist alles irgendwie positiv normal.

Sind die Konzerte bisher so gut besucht wie im vorigen Jahr, als über 4000 Zuhörer kamen?

Gefühlt ja. Wir hatten zwar am Anfang Besucherzahlen pro Konzert, die unter 100 lagen, aber das waren auch Programme, die einen intimen Charakter hatten, wo es gut dazu passte, während wir am Dienstag vergangener Woche schon 400 Besucher in der Kirche hatten – auf einmal in einem Konzert. Das sind besondere Höhepunkte und davon gab es bereits mehrere.

Sind die Schwankungen auch diesmal, wie 2016, relativ groß?

Ja, aber sie sind berechenbarer. Wenn wir mit vielen Leuten rechnen, dann kommen viele Leute, und wenn wir mit weniger Besuchern rechnen, dann kommen auch nicht so viele.

Woran liegt es, dass die Veranstaltungen des Schönberger Musiksommers wieder so beliebt sind?

Ich denke, dass wir im Laufe der Jahre auch ein großes Vertrauen erworben haben. Dadurch kommen Leute auch zu einem Konzert, das vom Stil her von ihnen nicht präferiert wird. Es wird von Ihnen aber besucht im Vertrauen darauf, dass es von hoher Qualität ist.

Wie viele jungen Menschen haben die Kinderkonzerte und das Jugendkonzert besucht?

Wir hatten acht Kinderkonzerte, die voll ausgelastet waren – wirklich bis an die Grenze. Und wir hatten ein Jugendkonzert. Wir haben es diesmal im gleichen intimen Rahmen veranstaltet wie die Kinderkonzerte. Dadurch waren es in diesem Jahr mehr Kinder und weniger Jugendliche, unter dem Strich aber wieder mehr als 1000.

Hat es sich bewährt, das Jugendkonzert erstmals in einem kleineren Rahmen zu organisieren mit der Möglichkeit eines Dialogs zwischen Musikern und dem jungen Publikum?

Auf jeden Fall, denn es war eine direkte Interaktion möglich bis dahin, dass man aus dem Publikum heraus Fragen stellen konnte. Das wurde auch ganz gut angeleitet von den Musikern von Elbtonal.

Ich sehe es mit einem lachenden und einem weinenden Auge. Ich würde gerne mehr Jugendliche erreichen, aber so ist das Erlebnis ganz unmittelbar.

Wollen Sie diese Form des Jugendkonzertes im nächsten Schönberger Musiksommer wiederholen?

Ich denke ja. Darauf kann man aufbauen. Es war eine lohnenswerte Aktion. Aber augenblicklich ist da noch einiges im Fluss, weil wir bei der Terminfindung noch nicht ganz zum Schluss gekommen sind und davon einiges abhängt: Welcher Künstler oder welche Künstlerin gewonnen werden kann und welche Form dann die beste ist. Das müssen wir dann entscheiden.

Wie wird die Reihe „Freitagsorgel“ angenommen?

Dieses Jahr ist die Reihe ja nur aus drei Veranstaltungen zusammengesetzt. Das hat terminliche Gründe, aber auch programmatische Gründe, weil es genau die richtige Länge ist, um den dritten Teil der Clavierübung von Bach anzubringen. Dadurch, dass diesmal der Chor beteiligt ist, denke ich, sprechen wir noch mehr Leute an als in den vergangenen Jahren. Natürlich sind das keine Konzerte, bei denen die Kirche brechend voll ist, aber die Stühle, die wir vorne aufstellen, werden immer gut besetzt und auch im Raum sind Menschen, die die Konzerte aus einer anderen Hörperspektive erleben wollen.

Auf welche bevorstehenden Konzerte freuen Sie sich besonders?

Das schönste Konzert ist immer das nächste. Wir haben ja am Anfang gesagt: „Wir spielen Bach.“ Wir spielen Bach aber nicht nur im traditionellen Klanggewand – wenn ich jetzt an das Marimba-Duo denke, das nicht nur typische Literatur für Marimba darbietet, sondern auch die Goldbergvariationen von Bach. Da freue ich mich sehr drauf. Ich freue mich auch sehr darauf spielen zu dürfen bei der Freitagsorgel und in der Musiknacht und im Abschlusskonzert. Trotzdem kann ich kein Konzert präferieren, gerade auch, weil sie so unterschiedlich sind. Auf das Konzert mit Violine solo etwa freue ich mich ebenfalls – auch weil es in der Schönberger Kirche so unglaublich präsent wirkt.

Die nächsten Konzerte

Marimba-Duo Katarzyna Mycka und Conrado Moya am kommenden Dienstag, dem 15. August, ab 20 Uhr. Sie spielen die Goldbergvariationen von Bach sowie Werke von Emmanuel Séjourné, Libby Larsen, Maurice Ravel und Daniel Nikolas Wirtz.

Freitagsorgel mit Christoph D. Minke an der Winzerorgel und Mitgliedern des Schönberger Kirchenchors am Freitag, dem 18. August, ab 18.30 Uhr mit Teilen der Clavierübung

III von

Johann Sebastian Bach.

Musik für Doppelquintett mit der Sinfonietta Piccola Lübeck und dem Financhetto-Quintett Hamburg am Dienstag, dem 22. August, ab 20 Uhr. Sie spielen Werke von Bach, Rosetti, Caplet und anderen Komponisten.

Eintrittskarten: an Abendkasse für 10 Euro (Dienstagskonzerte) beziehungsweise 5 Euro (Freitagsorgel).

Interview: Jürgen Lenz

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