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Strand in Alt Boltenhagen wird wieder aufgespült

Boltenhagen Strand in Alt Boltenhagen wird wieder aufgespült

Dänische Firma schafft Sand vom Trollegrund heran. Abschnitt wird um 60 Meter verbreitert. Mit der Strömung war der Sand abgetrieben worden.

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Eine 600 Meter lange Stahlrohrleitung verbindet den Strand in Alt Boltenhagen mit dem Schiff der dänischen Firma Rhode Nielsen. Diese pumpt Sand vom Trollegrund an den geschrumpften Badeabschnitt.

Quelle: Dana Dolata

Boltenhagen. Am Sonnabend hat die Strandaufspülung in Alt Boltenhagen begonnen. In dem etwa 900 Meter langen Bereich zwischen Auslauf Klützer Bach und Seebrücke wird der Strand auf etwa 60 Meter verbreitert. „Dieser Strandbereich ist im Laufe der Jahre immer schmaler geworden. Das ist umso ärgerlicher, desto mehr Ferienwohnungen auch in diesem Bereich des Ortes entstanden sind“, erklärt Kurdirektorin Claudia Hörl. „Die Gäste wollen natürlich nicht bis nach Tarnewitz an den Strand fahren.“ Denn während er in Redewisch abgetragen wurde, ist er in Tarnewitz breiter geworden.

Die dänische Firma Rhode Nielsen transportiert nun Sand aus dem Trollegrund westlich vor Kühlungsborn nach Alt Boltenhagen. „Pro Ladung sind es 1500 Kubikmeter Sand“, sagt Projektleiter Cees Geerlings. „Das Schiff fährt ungefähr vier Mal je 24 Stunden. Wir arbeiten sieben Tage die Woche, rund um die Uhr, Seeschiffe fahren immer.“ Am Trollegrund wird, wenn das Schiff an der richtigen Position ist, ein Saugrohr ins Wasser gelassen, das mit einer Pumpe an Bord verbunden ist. „Im Laderaum setzt sich der Sand aus dem aufgesaugten Sandwassergemisch ab, und das überflüssige Wasser wird wieder über Bord gebracht.“

Eine verbesserte Sieb-Technik sorgt dafür, dass Boltenhagen nicht dasselbe erlebt wie Rerik und Kühlungsborn vor einigen Jahren. In beiden Ostseebädern hatten Badegäste nach Aufspülungen Kriegs-Munition gefunden.

Wie Cees Geerlings weiter erläutert, fährt das Schiff an der Entladestelle bis zu der Linie, an der das Wasser noch sieben Meter tief ist: „Das Schiff selber ist 5,5 Meter tief. Ein bisschen Wasser braucht es unten noch.“ Am Ende der etwa 600 Meter langen Stahlrohrleitung vom Strand bis zur Sieben-Meter-Linie befindet sich ein flexibler Teil aus Gummi, den sich die Mitarbeiter auf das Schiff holen und in den sie den nun wieder verflüssigten Sand geben. Das Sandwassergemisch wird an den Strand gespült und mit Planierraupen „ausgeflacht“, wie der Projektleiter es ausdrückt. „Die Rohrleitung wird von Ladung zu Ladung immer weiter um etwa zwölf Meter verlängert.“ Das Staatliche Amt für Landwirtschaft und Umwelt (StALU) Mittleres Mecklenburg habe genau vorgegeben, wie der Sand zu verteilen ist.

Nach Angaben des amtierenden Bürgermeisters Christian Schmiedeberg (CDU) hatte das StALU das Projekt für die Gemeinde geplant, „sodass die Maßnahme sehr schnell durchzuführen ging“. Schmiedeberg freut sich über die „Verbesserung der touristischen Infrastruktur“ und findet den neuen Sand „sehr gut. Es ist schöner, weißer, feinkörniger Sand“. Das StALU hatte durch die Firma Rohde Nielsen unmittelbar zuvor bereits Sand in Rerik aufspülen lassen, sodass die Technik ohnehin gerade vor Ort war. „In Rerik ging es ausschließlich um den Hochwasserschutz, bei uns um die Verbesserung der Infrastruktur“, sagt der Bürgermeister.

„Aufgrund des Strandabtrags kam es vermehrt zu Beschwerden“, berichtet Claudia Hörl. Im Herbst 2011 hatten Urlauber 436 Unterschriften für eine Rettung des schrumpfenden Strandes gesammelt.

Die Gemeinde hatte sich daraufhin Rat bei Dr. Peter Fröhle, Leiter des Institutes für Wasserbau an der Technischen Universität Hamburg-Harburg, geholt. Aus dessen Gutachten ging hervor, dass die Situation in Alt Boltenhagen mit der Kombination von zwei Faktoren zusammenhängt: mit Befestigung und Ausbau des Klützer Bach-Auslaufes einerseits und dem nördlich angrenzenden Buhnenfeld andererseits. Um die Steilküste in Redewisch zu sichern und den Küstenschutz zu verbessern, waren 1995 Buhnen aufgebaut worden. „Positiver Nebeneffekt war damals, dass es auch einen breiteren Strand gab“, so Claudia Hörl.

Die Buhnen halten an ihrer Luvseite den Sand auf, der aber an der Leeseite in gleichem Maße abgetragen wird. Fröhle hatte zu regelmäßigen Sandaufspülungen geraten.

Baukosten

0,8 Millionen Euro kostet die Strandaufspülung insgesamt. 75 Prozent davon fließen aus Mitteln des Bundes und Landes aus der Gemeinschaftsausgabe „Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur — wirtschaftsnahe Infrastruktur“. Die restlichen 25 Prozent kommen aus dem Haushalt der Kurverwaltung Ostseebad Boltenhagen. Ein Staatssekretär des Wirtschaftsministeriums hatte sich im Juni den Strandabtrag in Alt Boltenhagen angesehen und die hohe Förderung in Aussicht gestellt.

Die Arbeiten sollen voraussichtlich 20 Tage dauern.

Ulrike Oehlers

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