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Nordwestmecklenburg Straßenfest als heimliches Stadtfest
Lokales Nordwestmecklenburg Straßenfest als heimliches Stadtfest
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19:12 02.05.2016
Die achtjährige Zoe hatte kein Problem, den Aikodo-Lehrer Rico Kuhles mit einem gekonnten Griff zu Boden zu bringen.

Das Straßenfest im Gewerbegebiet Langer Steinschlag ist so etwas wie das „heimliche Stadtfest“ von Grevesmühlen. Scharen zog es am Sonntag den ganzen Tag über in die gesperrte Straße. Etliche Flohmarktstände waren dort aufgebaut, an denen die Besucher stöbern und kaufen konnten.

Hunderte besuchten die Vorführungen von Vereinen und Feuerwehr am Langen Steinschlag.

Zu den Flohmarktverkäufern gehörten Kathrin Schlomann und ihre Tochter Lucia, die aus Wismar gekommen waren, um vor allem Spielzeug zu verkaufen. Mit dem Erlös war zumindest Lucia sehr zufrieden.

Auch viele Vereine der Stadt sowie Polizei, Feuerwehr und nicht zuletzt die Firmen des Gewerbegebietes hatten Vorführungen oder Aktionen zum Mitmachen vorbereitet. So erlebten die Besucher mitten auf der Straße immer wieder Vorführungen der Aikidoschule Nordwestmecklenburg. Zur Überraschung vieler Schaulustiger ließ sich Rico Kuhles, Leiter der Aikidoschule, auch von der achtjährigen Zoe gekonnt zu Boden bringen, obwohl sie knapp halb so groß ist wie Kuhles. „Ich mache schon dreieinhalb Jahre Aikido“, begründete Zoe ihr Talent.

Spektakulär war auch eine Vorführung der Freiwillige Feuerwehr Grevesmühlen. Sie simulierte einen Einsatz bei einem Verkehrsunfall. Dazu waren Nele Wesola und Birgit Stoltenberg extra geschminkt worden und saßen als Unfallopfer in einem verbeulten Auto. Kommentiert vom stellvertretenden Amtswehrführer Andreas Arndt, zeigten die Feuerwehrleute, wie Menschen aus einem Unfallauto gerettet werden. „Wenn Sie an einen Verkehrsunfall kommen, ist es am wichtigsten, die UNfallstelle zu sichern, also ein Warndreieck aufzustellen“, wandte sich Arndt an das Publikum. „Auch wenn Sie sich nicht zutrauen, selber Erste Hilfe zu leisten, können sie schnell den Notruf mit dem Handy wählen und so professionelle Hilfe holen“, mahnte er. Die ehrenamtlichen Feuerwehrleute zerlegten währenddessen das Auto, trennten Holme durch und konnten schließlich das Dach abnehmen, um die Opfer zu befreien.

Ganz neu beim Straßenfest und oft von Schaulustigen umringt, war der Hobby-Schnitzer Klaus Bernhard aus Gallentin. Er hatte diverse Holzskulpturen aufgebaut und schnitzte den ganzen Tag an einer Eule. „Ich mache das seit etwa zehn Jahren. Ein Kumpel hat mich darauf gebracht“, sagt er.

Schon seit mindestens fünf Jahren gehören die Tänze der „Saloon Dancers“, Linedancer aus Grevesmühlen, zum Programm des Straßenfestes im Gewerbegebiet. „Wir feiern in diesem Jahr unser zehnjähriges Bestehen“, sagte Leiterin Ines Rühs nach der Vorführung der 14 Frauen und drei Männer in Cowboyhüten und -stiefeln.

Großen Andrang gab es auch bei den Präventionsberatern der Polizeiinspektion Wismar. Sie boten zum wiederholten Mal eine Fahrradcodierung an. Den ganzen Vormittag standen vor der Halle in der die Räder codiert wurden Interessenten mit ihren Drahteseln an. „Inzwischen kommen mehr Besitzer von E-Bikes“, sagte Präventiosnberaterin Angelika Becker. Sie berichtet, dass Fahrräder, die codiert sind, seltener gestohlen werden. Das habe die Polizei bereits festgestellt.

Auch am Stand des Imkervereins Grevesmühlen blieben viele interessierte Besucher stehen. „Sie interessieren sich dafür, wie viel Honig die Bienen wohl liefern werden“, sagt der Vorsitzende Manfred Retzlaff, der dann vielen erklärte, dass es zwar schon schön sonnig ist und auch viele Pflanzen schon blühen. „Aber der Wind ist zu eisig. Viele Bienen fliegen jetzt aus und liegen dann in der Nähe ihrer Stöcke am Boden, weil es zu kalt ist.“

Sehr zufrieden mit dem Verlauf des elften Straßenfestes am Langen Steinschlag zeigte sich Roland Poschadel, einer der Hauptorganisatoren, obwohl in diesem Jahr früher als sonst gefeiert wurde. „Die Vorbereitungen haben sehr gut geklappt. Viele Vereine machen mit und haben schöne Angebote. Dafür ist das Organisationsteam sehr dankbar. Ohne diese große Beteiligung würde das Fest so gut nicht laufen“, sagt er.

Von Malte Behnk

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