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Nordwestmecklenburg Streit um Gestaltung eines Kindergrabes
Lokales Nordwestmecklenburg Streit um Gestaltung eines Kindergrabes
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11:36 19.10.2012
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Nordwestmecklenburg

Das Grab von Louis, der vor fünf Jahren im Alter von nur 20 Monaten verstarb, zieren ein paar Blumenschalen, der Erdboden ist geharkt. Das war vor einer Woche noch anders. Bis dahin war die Fläche vor dem verspielt geformten Grabstein mit grauen und rötlichen Kieseln bedeckt und von einer Holzeinfassung umrahmt. Um diese Form der Gestaltung war im April ein Rechtsstreit vor dem Verwaltungsgericht in Schwerin entbrannt. Die Mutter des verstorbenen Louis, Manuela Sanftleben, wollte sich gegen die Friedhofsverwaltung durchsetzen – allerdings ohne Erfolg. Mittlerweile ist das Grab beräumt worden.Wie wohl alle Eltern, wollte auch die 45-jährige trauernde Mutter das Grab ihres Kindes schön gestalten – etwas anders als bei einem Erwachsenen. Auf manchen Kindergräbern in Grevesmühlen drehen sich Windräder, kleine Elfenfiguren sitzen dort wie niedliche Wächter, ein Traktor als liebstes Spielzeug eines kleinen Jungen ist vor dem Grabstein platziert. Eigentlich sei der Ex-Mann von Manuela Sanftleben, der auch Vater des verstorbenen Jungen ist, als Grabnutzungsberechtigter für die Gestaltung zuständig, erklärt sie. Doch aus ihrer Sicht sei an Louis’ Grab lange nichts gemacht worden. Nun wollte sie selbst etwas tun. „Ich habe bei der Friedhofsverwaltung nachgefragt, was erlaubt und was nicht erlaubt ist“, schildert die Grevesmühlenerin. Das bestätigt auch Manuela Luckow von der Friedhofsverwaltung in Grevesmühlen. Ihr tue die Situation um das Grab von Louis persönlich sehr leid. Als Friedhofsverwalterin müsse sie aber die Friedhofsordnung durchsetzen. „Das erste, was ich geantwortet habe, war, dass sie eigentlich gar nichts machen dürfe, weil ihr Ex-Mann das Grabnutzungsrecht hat“, schildert Luckow. Im weiteren Verlauf des Gesprächs habe sie Manuela Sanftleben zu verstehen gegeben, dass die Grabeinfassung mit Holzbohlen und die Abdeckung mit Kieselsteinen nach der Friedhofsordnung nicht statthaft sei. Manuela Sanftleben habe das offenbar falsch verstanden. Sie war im Glauben, dass mit Kieseln bis zu einer bestimmten Größe gearbeitet werden dürfe und lediglich eine Einfassung aus Stein oder Beton nicht zulässig sei. Somit erteilte sie ihrem Neffen als Tischler den Auftrag, Louis’ Grab mit Kieseln und einer Holzeinfassung zu gestalten. „Das wurde gemacht, als ich im Urlaub war“, schildert Manuela Luckow. Da die gewählte Gestaltung der Friedhofsordnung widerspricht und auch keine Genehmigung vorgelegen hatte, wurde der Abbau gefordert. Und: Nicht nur die Friedhofsverwaltung hatte Einwände, auch Louis’ Vater war mit der Umgestaltung nicht einverstanden. „Ein Grab mit Kieselsteinen ist nicht vorgesehen“, erklärt auch Friedhofsgärtner Hermann Jancker. „Wir haben einen naturbelassenen Friedhof, der auch Grünanlage für die Grevesmühlener ist.“ Er bedauert wie Manuela Luckow, dass es zu Verhandlungen vor Gericht gekommen sei. „Man hätte eigentlich alles in einem Gespräch klären können“, sagt Manuela Luckow, für die einzig Louis’ Vater als Ansprechpartner gilt. „Das ist von der Landeskirche so geregelt. Es gibt einen Grabnutzungsberechtigten. Das können sich auch Eltern nicht teilen“, so Manuela Luckow. Sie sagt, es habe keine andere Möglichkeit bestanden, als Kiesel und Holzumrahmung abzubauen. Das war ausgerechnet einen Tag vor Louis’ fünftem Todestag geschehen. Doch das gesamte Material wurde eingelagert, sodass Manuela Sanftleben zumindest die Materialkosten nicht verloren gehen würden. „Ich hoffe, dass Louis’ Grab jetzt so angelegt wird, dass es nicht nur der Ordnung, sondern auch der Würde des Kindes entspricht“, sagt Manuela Luckow.

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