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Nordwestmecklenburg Streit um Wohngebiet in der Südstadt
Lokales Nordwestmecklenburg Streit um Wohngebiet in der Südstadt
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20:16 22.01.2016

Der Bebauungsplan Nr. 39 „Zum Sägewerk“ hat eine teilweise hitzige Diskussion in der Sitzung des Grevesmühlener Bauausschusses ausgelöst. Hintergrund sind unter anderem die unterschiedlichen Auffassungen über die Ausmaße der Erschließung. „Ich bin für ordentliche Bauplätze. Diese hier werden wahrscheinlich gar nicht bezahlbar sein“, meinte Christiane Münter (Fraktion grevesmühlen.jetzt), nachdem Stefan Escosura von der AC Planergruppe aus Itzehoe in einem Sachstandsbericht einige Bedingungen einer möglichen Bebauung erläutert hatte. So muss zum Beispiel ein Umweltbericht erstellt werden. Denn in dem Gebiet könnten schützenswerte Tierarten wie Fledermäuse, Nachtkerzenschwärmer und Zauneidechsen leben. Darauf deuten die Umstände hin, die bei einer Begehung durch einen Gutachter festgestellt wurden.

Lärmschutzmaßnahmen werden aufgrund des Verkehrs auf Schiene und Straße in diesem Gebiet ebenfalls notwendig sein. Nach einer Verkehrszählung und einer Prognose durch die Wasser- und Verkehrs-Kontor GmbH aus Neumünster ist in den kommenden Jahren mit einer geringfügigen Erhöhung des Verkehrs in der Südstadt in Grevesmühlen zu rechnen. Eine Ausnahme bildet der Schwerlastverkehr: Hier wird eine Zunahme um 14,3 Prozent erwartet.

Zu berücksichtigen ist, so Escosura weiter, außerdem das dort angesiedelte Gewerbe, das im Bestand erhalten bleiben muss. Und welche Form des Lärmschutzes , ob eine aktive in Form einer Wand oder eine passive in Einbindung des vorhandenen Geländes, hänge letztlich auch von der Art der künftigen Bebauung ab. Ob es zum Beispiel als ein reines Wohngebiet oder als ein Wohngebiet mit Kleingewerbe ausgewiesen wird.

Aufgrund der vielen Fragen sieht Volkmar Schulz (Die Linke) das Vorhaben kritisch. „Wir brauchen eine Prognose. Ist der Bedarf dafür überhaupt vorhanden?“, so Schulz. „Der Bedarf ist da. Wir brauchen eine Wohnbebauung“, entgegnete Erich Reppenhagen (SPD-Fraktion), der Vorsitzende des Bauausschusses. Selbst die Bauplätze des B-Plan-Gebietes Nr. 34 (Wohngebiet Mühlenblick) zu einem Quadratmeterpreis von 95 Euro seien bereits vergeben.

„Wir schreien seit Jahren, dass wir nicht genügend Bauplätze haben. Hier muss ein Konsens gefunden werden“, erklärte Stefan Baetke (SPD) als ein weiterer Befürworter. Er könne sich hier an dieser Stelle auch andere Häuserformen gut vorstellen.

Eine Aufstellungsbeschluss zu dem Bebauungsplan hatte die Stadtvertretung nach Aussage von Reppenhagen gefasst. Auch zum Kauf des Areals durch die Stadt gibt es einen Beschluss. Deshalb könne er die Aussage der Kritiker auch nur bedingt verstehen.

Wie sehr die Meinungen zu dem B-Plan Nr. 39 auseinandergehen, das wurde auch beim anschließenden Tagesordnungspunkt Umlegungsverfahren deutlich. Mit drei Ja- und zwei Nein-Stimmen bei drei Enthaltungen gab der Bauausschuss die Empfehlung, die Stadt möge ein solches Verfahren durchführen. Ziel ist es nach Aussage von Bauamtsleiter Lars Prahler, mit den Eigentümern der auf diesem Plangebiet vorhandenen Grundstücke eine einvernehmliche Lösung zu finden. Dass das möglich ist, hätten ähnliche Fälle bereits gezeigt.

Dirk Hoffmann

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