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Nordwestmecklenburg Süddeutscher Flugzeugbauer siedelte sich in Wismar an
Lokales Nordwestmecklenburg Süddeutscher Flugzeugbauer siedelte sich in Wismar an
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20:31 06.04.2018
Blick in die damalige Fertigungshalle der Dornier-Flugzeugwerke in Wismar Quelle: Foto: Stadtgeschichtliches Museum Wismar
Wismar

1933 siedelte sich in Wismar das Unternehmen des süddeutschen Flugzeugbauers Claude Dornier (1884-1969) an. Dem Unternehmen wurde das zwangsverwaltete Werk der Firma Podeus, unter anderem Hersteller von Pkw, Lkw und Waggons, in Wismar angeboten. Dornier nahm das Angebot an, weil er dort auf besonders gut ausgebildete Facharbeiter traf, die nur auf die Tätigkeiten im Flugzeugbau umgeschult werden mussten, und gründete am 1. Dezember 1933 die Dornier-Werke Wismar.

Flugplatz und Hallen entstanden außerhalb der Stadt auf dem Haffeld. 1938 wurden die kleinere Dornier-Produktions- und Zulieferbetriebe, unter anderem in Lübeck, mit Wismar zu den Norddeutschen Dornier-Werken zusammengeschlossen. Zuerst wurden in Wismar nur aus den Dornier-Werken im Süden angelieferte Komponenten montiert, dann auch Teile gefertigt. Durch den Neu- und Umbau der Gebäude wurde erreicht, dass rationelle Montagestraßen und Paketfertigung entstanden. Bis zu 40 Flugzeuge im Monat verließen nun das Werk.

Gefertigt wurden zunächst die Bomber Do 11, Do 13 und Do 23, dann die fremden Baumuster Junkers W 34, Heinkel 111 und Junkers 88. Mit dem zweimotorigen Bomber Do 217 ging 1941 wieder ein Dornier-Flugzeug in Wismar in Produktion. Ab 1943 wurden dort im Rahmen des sogenannten Jägernotprogramms ausschließlich Focke-Wulf Fw 190 gebaut. Zu der ab 1944 auch in Wismar vorgesehenen Montage des Kampfflugzeuges Do 335, das über jeweils einen Motor vorn und hinten verfügte, kam es kriegsbedingt nicht mehr.

Mehr als 7000 Mitarbeiter waren in den Betrieben der Norddeutschen Dornier-Werke GmbH – einschließlich der Außenbetriebe – eingesetzt, wie in allen Rüstungsbetrieben des Dritten Reichs auch Zwangsarbeiter und KZ-Häftlinge. Das Werk wurde im April 1945 durch Bombenangriffe zerstört, und die Reste wurden von der sowjetischen Besatzungsmacht demontiert.

wg

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