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Nordwestmecklenburg Supermarkt-Streit: 14 Jobs in Gefahr
Lokales Nordwestmecklenburg Supermarkt-Streit: 14 Jobs in Gefahr
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22:16 11.09.2013

Heute entscheidet sich die Zukunft des geplanten Einkaufszentrums von Aldi und Markant-Marktes auf dem alten Güterbahnhof in Grevesmühlen. Bürgermeister Jürgen Ditz (parteilos) und Bauamtsleiter Lars Prahler sprechen beim Amt für Raumordnung und Landesplanung in Schwerin vor, um für das Vorhaben zu werben. Die Behörde hatte bereits Anfang August eine negative Stellungnahme zu dem Projekt auf dem ehemaligen Gelände des Güterbahnhofes abgegeben (wir berichteten). Die Begründung: Die geplante Verkaufsfläche sei zu groß. Der Markt würde die Geschäfte in der Innenstadt gefährden. Ohne Zustimmung der Landesplanung kann kein Bebauungsplan aufgestellt werden.

Ein Scheitern des Projektes wäre für Grevesmühlen eine Katastrophe, vor allem für die Markant-Mitarbeiter. Wie unsere Zeitung erfuhr, ist den 14 Angestellten bereits gekündigt worden. Ab März 2014, wenn der Markt in der Grevesmühlener Innenstadt vorerst schließt, stehen sie ohne Job da.

„Wir hoffen, dass es positiv ausgeht“, sagt Cornelia Heine, Leiterin der Grevesmühlener Markant-Filiale. Die Belegschaft verlasse sich dabei auf eine Zusage ihres Arbeitgebers. Der habe schriftlich versichert, alle 14 Mitarbeiter wieder einzustellen, sobald der neue Markt fertig ist. Heine: „Ohne diese Zusage hätten wir uns auf die Kündigung gar nicht eingelassen.“

Aufseiten der Investoren von der Bartels-Langness Handelsgesellschaft in Kiel geht man nach wie vor davon aus, dass das Projekt wie geplant umgesetzt wird. „Sollte der Neubau wider Erwarten nicht realisiert werden können, werden für alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter einvernehmliche Lösungen gefunden.“ Soll heißen: Eine Versetzung in einen der anderen etwa 30 Markant-Märkte im Norden wäre möglich.

Doch so weit soll es nicht kommen. „Wir stehen weiterhin zum Standort Grevesmühlen und konkretisieren derzeit unsere Planung“, so die Investoren weiter. Genauere Angaben wolle man aufgrund der noch laufenden Gespräche nicht machen. Nach den Vorstellungen der Landesplanung müsste der Markt jedoch deutlich kleiner als geplant gebaut werden. Erste Entwürfe weisen eine Verkaufsfläche von etwa 2700 Quadratmetern aus. Aldi möchte vom Grünen Weg an die Bahnschienen ziehen, Markant aus der Innenstadt (siehe Infografik). Hinzu kommen einige kleinere Anbieter.

Markant hatte eigentlich geplant, nahtlos zu wechseln. Im Spätsommer 2014 soll der neue Markt eröffnen. Der Mietvertrag mit der Eigentümerin des ehemaligen Versorgungszentrums, die TLG-Immobilien GmbH in Berlin, sollte für diesen Zeitraum verlängert werden. Das habe die TLG abgelehnt. Der Vertrag wurde zum 28. Februar 2014 gekündigt. Markant hat sich bereits seit zwei Jahren nach einem Alternativstandort umgesehen, da der derzeitige nicht mehr zeitgemäß sei.

Ein Aus für den neuen Supermarkt dürfte auch das Aus für Markant in Grevesmühlen bedeuten. „Einen Plan B gibt es nicht, die Rückkehr an den alten Standort ist nicht möglich“, stellen die Investoren klar. Damit würde nicht nur die Innenstadt eine wichtige Einkaufsmöglichkeit verlieren. Auch für die von Anwohnern seit langem geforderte Versorgung der Südstadt wäre dies ein Rückschlag. Dass es nicht so weit kommt, hängt nun von der Überzeugungskraft von Jürgen Ditz und Lars Prahler ab.

Robert Niemeyer

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