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Nordwestmecklenburg Tarnewitzer Kutter entstand auch als Modell
Lokales Nordwestmecklenburg Tarnewitzer Kutter entstand auch als Modell
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19:12 23.03.2016
Das fertige Modellunikat des Tarnewitzer Kutters „TAR 006“ ist inzwischen gut 18 Jahre alt und zudem ein wertvolles Erinnerungsobjekt. Quelle: Rainer Däbritz

Der LN-Beitrag vom 11. März über die Frischekur eines Tarnewitzer Kutters auf der Poeler Bootswerft fand bei Rainer Däbritz aus Tarnewitz ein besonderes Interesse. „Ein interessanter Artikel, der auch bei mir Erinnerungen wachruft“, meldete sich der langjährige Leser der Lübecker Nachrichten, Modellbauer und Marinehistoriker, zu Wort.

Modellbauer und Marinehistoriker Rainer Däbritz baute das Fischereifahrzeug nach und lieferte weitere Informationen dazu.

Däbritz hatte genau diesen Kutter vor gut 18 Jahren als Modell im Maßstab 1:20 detailgenau nachgebaut. Zudem steuerte er weitere interessante Details zu diesem Fischereifahrzeug bei, für dessen Miniaturvariante er zwar mit Unterbrechungen, aber dennoch etwa 500 Arbeitsstunden investierte. Seitdem steht diese Auftragsarbeit als Zimmerschmuck in einer Vitrine von Fischer Uwe Dunkelmann in Boltenhagen.

Wie bei all seinen Modellen legte Däbritz auch hierbei größten Wert auf Detailtreue. So entstand die Rumpfbeplankung in Klinkerbauweise und wie das große Vorbild ebenfalls aus Eichenholz.

„Doch dieses Material ist sehr spröde, es musste daher gewässert und unter einer Kerzenflamme vorsichtig so geformt werden, bis es der Rumpfform entsprach“, erinnert sich Däbritz noch gut. Zudem macht er kein Geheimnis daraus, dass er nicht alle Rumpfbereiche mit dem Eichenmaterial in dieser Weise hinbekam. Folglich musste er auf normales Weichholz zurückgreifen, welches am Ende doch noch eine Schicht Eichenfurnier erhielt. Für erwähnenswert hält Däbritz auch die Tatsache, dass der Kutter mit der Bezeichnung „TAR 006“ wie andere vor ihm auf der Poeler Bootswerft in Kirchdorf entstand.

Und zwar noch kurz vor der Wendezeit im Zeitraum 1988/89. Die damalige Gesetzgebung erlaubte sogar, dass dieser Typ bei Bedarf im Ein-Mann-Betrieb gefahren werden durfte, da er geringfügig weniger als zehn Meter lang war.

Auf der Ursprungswerft fand sich allerdings kein Generalplan, um so alle wichtigen Abmessungen maßstabsgerecht auf das künftige und etwa einen halben Meter lange Modell übertragen zu können.

Däbritz baute also genau so, wie auf der Ursprungswerft: Die Länge etwa zweieinhalb Mal zur Breite des Kutters. Der nächste Weg führte zum Kutterliegeplatz im damaligen Tarnewitzer Hafen. Bei frostigen minus 15 Grad war sogar bequemes Stehen auf dem Eis angesagt, um so Rumpfmaße zu nehmen. Zudem hielt der Modellbauer alle nachzuempfindenden Ausrüstungselemente auf Fotos fest, angefangen vom Ruderhaus bis zum Lukendeckel.

Entsprechend den Vorlagen und Abmessungen entstand so der Rumpf vom Kiel bis zum Deck mit insgesamt zehn Plankengängen. Darüber befinden sich nochmals fünf weitere Planken in schmaler Ausführung, die im Original ein durchlaufendes Schanzkleid von einem halben Meter Höhe bilden. Hört sich alles sehr einfach an, doch am Ende kann nur ein Insider den Aufwand dieses wertvollen Modellunikats beurteilen.

Von Hans-Joachim Zeigert

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