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Nordwestmecklenburg Tatort Wald: Müll in Natur gekippt
Lokales Nordwestmecklenburg Tatort Wald: Müll in Natur gekippt
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20:10 31.07.2018
An einem Waldrand unweit von Selmsdorf lagert massenhaft Müll. Die Stelle ist bei Umweltsündern beliebt. Quelle: Fotos: Michael Prochnow, Jürgen Lenz
Selmsdorf

Förster Grischa Mai ist fassungslos. „Das nimmt langsam überhand, alle paar Wochen liegt hier Müll. Aber in dieser Größenordnung habe ich das lange nicht erlebt.“ In der Nacht vom 24.auf den 25. Juli müssen der beziehungsweise die Täter den Abfall abgeladen haben. Der Haufen, der auf die Entsorgung einer Gartenlaube schließen lässt, liegt in einem Waldstück an der Schlutuper Umgehungsstraße unweit der Landesgrenze zwischen Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein. Deshalb ist auch Grischa Mai vom Forstamt Grevesmühlen zuständig.

Nach illegaler Abfallentsorgung setzen Jäger 300 Euro Belohnung für Hinweise auf Täter aus.

Die Stelle kennt der Förster nur zu gut. Er sagt: „Das ist leider ein beliebter Platz dafür, von Bauschutt bis Grünschnitt haben wir schon alles hier gefunden.“ Nun allerdings haben auch die Jäger aus den angrenzenden Pachtgebieten die Nase gestrichen voll. 300 Euro Belohnung haben sie für Hinweise, die zu den Tätern führen, ausgesetzt.

Möglicherweise wird die Summe auch noch angehoben, denn dieser Fall geht über das bekannte Maß an illegaler Entsorgung deutlich hinaus. „Das muss ein Lastwagen mit Kippvorrichtung gewesen sein“, vermutet Grischa Mai. „Ansonsten bekommt man diese Menge nicht einfach so abgeladen.“ Nun müssen die Gemeindearbeiter aus Selmsdorf ran, um den Müll zu entsorgen.

Das Forstamt Grevesmühlen will nun eine Schranke an der Einfahrt in den Wald aufstellen, die notwendigen Genehmigungen liegen bereits vor. Doch diese Maßnahme bedauert Grischa Mai. Er sagt:

„Eigentlich ist der Wald öffentlich, die Menschen sollen die Natur genießen.“

Ein Ärgernis ist das illegale Abkippen für Müll und Unrat auch aus Sicht des Selmsdorfer Bürgermeisters Marcus Kreft. Er sagt: „Es sind immer wieder die gleichen Standorte – häufig im Wald oder in Zufahrten zum Wald, dort wo es nicht einsehbar ist.“ Es werde nicht nur Abfall und Holz in die Natur geworfen, sondern auch Grünschnitt, was für den Selmsdorfer Bürgermeister besonders unverständlich ist, denn: „Wir bieten eine kostenlose Grünschnittannahme an.“

Mit dem Abtransport ist die Angelegenheit für die Gemeinde Selmsdorf nicht erledigt. Marcus Kreft erklärt: „Wir versuchen bei illegalen Müllentsorgungen die Verursacher zu ermitteln. Das gelingt uns manchmal auch.“ In diesen Fällen bringt die Gemeinde das Abkippen von Müll, Unrat und Grünschnitt zur Anzeige. Das kann auch jeder Bürger beim Amt Schönberger Land oder bei der Kreisverwaltung.

Nach Auskunft des Amtes sollten die Angaben zum Tatort und zur Art der Abfälle möglichst genau sein.

Michael Prochnow und Jürgen Lenz

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