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Nordwestmecklenburg Teures Geschäft mit Kaffee und Kuchen
Lokales Nordwestmecklenburg Teures Geschäft mit Kaffee und Kuchen
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20:38 29.05.2018
Pause für den „Lütt Kaffeebrenner“ und seine Fahrgäste. Ob es in Reppenhagen bald noch Kuchen gibt, ist fraglich. Quelle: Fotos: Jana Franke, Malte Behnk
Hof Reppenhagen

Eine knappe halbe Stunde tuckert der „Lütt Kaffeebrenner“ von Klütz bis nach Hof Reppenhagen. Die Passagiere genießen unterwegs die sommerliche Luft, das Grün der Wiesen und des nahen Waldes. Wenn dann an der bisherigen Endstation die Lok umgekoppelt wird, wäre eigentlich Zeit für eine Tasse Kaffee und ein Stück Kuchen. Das dachten sich 2015 auch ein paar Kinder aus Hof Reppenhagen. Mit selbst gebackenem Kuchen und frisch aufgebrühtem Kaffee stellten sie sich auf den Bahnsteig und boten einen Imbiss an. Jeweils einen Euro kostete ein Stück Kuchen und eine Tasse Kaffee.

Antje Jahnke

Als die Kinder keine Zeit mehr hatten, stellte sich Antje Jahnke, Mutter von einem der Mädchen, an den Stand, nachdem sie Kuchen gebacken und Kaffee gekocht hatte. „Ich stand dann an einem Tag in der Woche dort. Ich hatte sogar ein Gewerbe angemeldet, obwohl ich den Verkauf nicht wegen des Geldes gemacht habe“, sagt die Reppenhagenerin. Sie habe den Fahrgästen des „Lütt Kaffeebrenner“ einen Service bieten wollen.

Dabei hat sie als Einheimische dann gerne Fragen zur Region oder auch zu ihrem Wohnort beantwortet. „Das ist auch gut angekommen“, sagt Antje Jahnke. „Ich habe dabei immer drauf geachtet, dass durch den Verkauf keine Verzögerungen im Bahnbetrieb entstehen“, sagt sie.

Nachdem sie 2016 und 2017 den Kuchen- und Kaffeeverkauf ruhen ließ, weil ihre eigentliche Arbeit es zeitlich nicht zuließ, würde sie jetzt gern wieder Fahrgäste der Schmalspurbahn in Hof Reppenhagen versorgen.

Doch die Betreiber von der Stiftung Deutsche Kleinbahnen wollen dafür jetzt eine Standgebühr auf dem Bahnsteig erheben. „Mir wurde gesagt, dass ich 200 Euro im Monat zahlen soll“, sagt Antje Jahnke. Da sie ihren Stand neben ihrem eigentlichen Job betreibt, würde aus dem Angebot von Kaffee und Kuchen ein Verlustgeschäft. „Vier Tage in der Woche wären im Juli und August möglich. Dann könnte ich 160 Euro im Monat zahlen“, sagt Jahnke.

Ludger Guttwein von der Stiftung Deutsche Kleinbahnen findet es grundsätzlich gut, dass die Passagiere des „Lütt Kaffeebrenner“ an der Station in Reppenhagen mit Kaffee und Kuchen versorgt wurden.

Allerdings wünscht er sich Kontinuität. Es sei unbefriedigend für die Fahrgäste, wenn ihnen das Angebot am Bahnhof in Klütz angekündigt würde, dann aber kein Kuchen in Reppenhagen verkauft wird.

Bei einer Standgebühr von 200 Euro im Monat würde Guttwein auch eine verlässliche Versorgung an allen Betriebstagen es Kaffeebrenners wünschen. „Wir benötigen einen Vertragspartner, der zuverlässig an allen Betriebstagen dort tätig ist. Sollte sich ein derartiger Vertragspartner nicht finden, so ist keine Bewirtschaftung besser, als eine unregelmäßige“, teilt Guttwein auf Nachfrage mit. Er erklärt außerdem, dass seine Standgelderwartungen denen von Antje Jahnke entsprechen. „Unser Standgeld würde lediglich 10 Euro pro Tag betragen, und somit im Mai, Juni, September und Oktober 200 Euro und in den Monaten Juli und August 310 Euro.“ Vorausgesetzt, sie bewirtschaftet jeden ankommenden Zug. Aus Beobachtungen des Bahnpersonals habe man den Rückschluss getroffen, dass Antje Jahnke einen täglichen Umsatz von 300 Euro erwirtschaften konnte. 10 Euro Standgeld pro Tag dürften aus Ludger Guttweins Sicht kein Problem sein.

Malte Behnk

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