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Nordwestmecklenburg Tierpark-Gang bedroht Kinder mit Messern
Lokales Nordwestmecklenburg Tierpark-Gang bedroht Kinder mit Messern
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22:22 08.07.2017
Polizeieinsatz am Tierpark: Die Beamten klären, was passiert war. Wismarer Jugendliche sollen sich mit Flüchtlingskindern geschlagen haben. Quelle: privat
Wismar

 Eine Augenzeugin berichtet´, dass einem neunjährigen Jungen später sogar die Nase blutig geschlagen worden sein soll: „Sie haben ihm ins Gesicht geschlagen, einem anderen Jungen den Arm verdreht“, berichtet Elke Zacker, die mit den Schülern aus Berlin nach Wismar und auf die Insel Poel gereist war.

 

Polizeieinsatz am Tierpark: Die Beamten klären, was passiert war. Wismarer Jugendliche sollen sich mit Flüchtlingskindern geschlagen haben. Quelle: Foto: Privat

Der Vorfall mit den Flüchtlingskindern aus der Bundeshauptstadt soll sich bereits in der vergangenen Woche zugetragen haben, ist aber erst jetzt bekannt geworden. Nach Informationen der LN sollen die aggressiven Jugendlichen schon länger im Tierpark für Zwischenfälle sorgen. Das bestätigt die Tierpark-Verwaltung, die bislang versucht, selbst Herr der Lage zu werden.

Andreas Walus, Leiter des Polizei-Hauptreviers Wismar, bestätigt, dass es einen Einsatz am Tierpark gegeben hat. Er selbst spricht allerdings von einer „Rangelei“. Wer angefangen habe, sei nicht klar. Jede Seite behaupte, es nicht gewesen zu sein. „Die Kriminalpolizei hat die Ermittlungen aufgenommen“, ergänzt Walus.

Bei dem Vorfall mit den Berliner Kindern soll ein Mädchen von der offensichtlichen Anführerin der Wismarer Gang zudem mit einem Messer bedroht worden sein. „Ich rasier’ dir den Schädel“, soll sie gesagt haben.

Die Kinder im Alter von 6 bis 14 Jahren, die zu einer Berliner Willkommenklasse gehören, sind mit ihren Familien aus Syrien, Afghanistan, dem Irak und Iran geflohen. „Sie sind also schon vorher traumatisiert gewesen“, betont Elke Zacker. Das Erlebnis im Wismarer Tierpark wecke böse Erinnerungen. Dennoch: „Sie haben es letztendlich gut weggesteckt. Die größeren Kinder haben die kleineren nach dem Tierparkbesuch abgelenkt. Es ging ihnen schnell wieder gut.“

Laut Polizei-Chef Walus sei während des Einsatzes im Tierpark kein Messer gefunden worden. In der Anlage käme es ab und an zu Zwischenfällen, sie sei aber kein Kriminalitätsschwerpunkt in der Stadt.

Zu einer Kontaktaufnahme zwischen den Tierpark-Verantwortlichen und den Berlinern, die in der Jugendherberge übernachtet haben, sei es nach dem Vorfall nicht gekommen. Beide Seiten hätten aber versucht, sich telefonisch zu erreichen – bislang jedoch ohne Erfolg.

Tierpark-Chef Michael Werner kennt das Problem mit den Wismarer Jugendlichen schon aus den Vorjahren. „Sie treiben meist im Frühjahr ihr Unwesen im Park. Im Sommer sind sie dann eigentlich wieder weg.“ Das Problem: Die Kids halten sich oft auch nach Kassenschluss im Park auf, klettern über Zäune. Ihr Ziel sei vor allem die Trampolin-Anlage. „Eigentlich ist das Hausfriedensbruch und Sachbeschädigung, wenn sie sich daran zu schaffen machen.“ Von Anzeigen sieht Werner aber meist ab. Stattdessen würden den jugendlichen Randalierern die Jahreskarten für den Tierpark abgenommen – wenn denn ermittelt werden konnte, wer es war.

 Michaela Krohn

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