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Nordwestmecklenburg Tierschützer klagen gegen Messi-Hundebesitzer
Lokales Nordwestmecklenburg Tierschützer klagen gegen Messi-Hundebesitzer
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12:28 20.12.2012
Müll und Unrat liegen auf dem Gelände am Vielbecker See. Quelle: Schmidt
Grevesmühlen

Heiseres Bellen dringt aus dem dunklen Eingang, der mit einem Gitter versperrt ist. Wie viele Hunde in dem Verschlag leben, in den nur wenig Tageslicht dringt, lässt sich nur vermuten. „Insgesamt sollen es 21 Tiere sein auf dem ganzen Grundstück“, sagt eine Tierschützerin des Roggendorfer Tierheimes, die ihren Namen lieber nicht in der Zeitung lesen möchte.

„Das ist nicht wirklich angenehm, wenn man für die Sache, für die man sich mit ganzem Herzen einsetzt, bedroht wird.“ Seit 2010 kämpfen die Tierschützer in diesem Fall für die Hunde, die ein 44-Jähriger auf einem verlassenen Grundstück am Rand von Grevesmühlen hält.

Das Gebäude, in dem zu DDR-Zeiten die Forst ihre Rückepferde unterstellte, ist heute verfallen, Unrat liegt auf dem Grundstück, die maroden Gebäude sind mit Gittern verschlossen, vier Hunde laufen auf dem eingezäunten Gelände herum. „Das sind Jagdhunde, die kein Unterfell haben, die können bei solchem Wetter nicht draußen bleiben“, sagt die Tierschützerin. „Und weit und breit ist hier kein Unterstand für die Hunde zu sehen, der Wassernapf ist immer noch gefroren.“

Die Tierschützer machen sich Sorgen, und nicht nur sie. „Immer wieder rufen uns Leute an, die hier spazieren gehen oder Jogger, die vorbeigekommen sind, und fragen uns, ob wir nicht etwas tun können.“ Doch die Möglichkeiten sind begrenzt. Die Roggendorfer haben das Veterinäramt des Landkreises eingeschaltet, das für solche Fälle zuständig ist. Die Amtstierärztin war auch einige Male auf dem Gehöft in Grevesmühlen. „Es gab Auflagen an den Besitzer, aber er hat sie längst nicht alle erfüllt. Die Hunde leben unter unwürdigen Bedingungen“, so die Tierschützerin. Eine Steuermarke trägt keines der Tiere. Ob die Hunde von einem Tierarzt betreut werden, bezweifeln die Helfer aus dem Roggendorfer Tierheim ebenfalls. Ob die Steuern regelmäßig gezahlt und Bußgelder beglichen werden, das spielt für die Tierschützer ohnehin nur eine Nebenrolle. „Wir wollen, dass die Hunde artgerecht gehalten und die Auflagen erfüllt werden.“

Eine davon lautete, dass der Halter die Vermehrung der Hunde einstellt. Die Welpen auf dem Gehöft zeugen davon, dass „er sich auch daran wieder nicht gehalten hat“. Und weil in der Vergangenheit kaum etwas passiert sei, gehen die Tierschützer nun an die Öffentlichkeit. „Es kann doch nicht sein, dass jemand hier offensichtlich Hunde züchtet, sich nicht ausreichend um die Tiere kümmert und niemand etwas dagegen unternimmt.“

Der 44-Jährige ist beim Veterinäramt des Landkreises kein Unbekannter. Denn in den vergangenen Jahren hatten Anwohner am Questiner Weg in Grevesmühlen sich über die Hundehaltung in einer Gartenanlage beschwert. Eine Kontrolle 2008 ergab, dass einige der Zwinger kleiner waren als gesetzlich vorgeschrieben — die Art und Weise der Haltung stieß auch damals auf wenig Verständnis. Der Halter seinerseits, der gestern für die LN nicht erreichbar war, erklärte damals: „Die wollen mich doch nur hier weghaben.“

Ein bekannter Fall

Im April 2008 erstattet ein Anwohner aus der Kleingartenanlage am Questiner Weg in Grevesmühlen Anzeige gegen den damals 40-jährigen Hundehalter. Er erhielt durch das Veterinäramt die Auflage, seine Tiere, fünf Hunde waren es damals, an einem anderen Ort unterzubringen. Dreimal war er zuvor nach eigenen Angaben in den vergangenen zwei Jahren mit seinen Hunden umgezogen; so auch, als er seine Zwinger am Börzower Weg hatte abreißen müssen.


In der Grevesmühlener Stadtpolitik hatte es in den vergangenen Monaten eine Diskussion darum gegeben, wie man die Zahl der Hunde in der Stadt kontrollieren könnte. Denn Tatsache ist, dass längst nicht alle Tiere angemeldet sind. Das Vorhaben wurde allerdings zu den Akten gelegt mit der Begründung, es sei personell nicht umzusetzen.


In Klütz hingegen wird die Zahl der Mitarbeiter im Ordnungsamt zum kommenden Jahr um zwei Kontrolleure auf vier aufgestockt. Mit dem Ziel, die Zahl der nicht angemeldeten Hunde zu reduzieren. Die Mitarbeiter sollen verstärkt Hundehalter überprüfen. Gleichzeitig wurde wie in Grevesmühlen die Hundesteuersatzung überarbeitet.

Michael Prochnow

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