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Nordwestmecklenburg Umstrittene Körperausstellung
Lokales Nordwestmecklenburg Umstrittene Körperausstellung
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22:38 22.02.2016
Plakate mit Rechtschreibfehler werben in Wismar. Quelle: N. H.

Am Alten Hafen hatte jemand mit roter Sprayfarbe das W korrigiert. Unter dem Schriftzug ein hautloser Muskelmann. Ein Bild, dass zusammen mit der Überschrift an die „Körperwelten“ des Gunther von Hagens, den Erfinder der Plastination, erinnerte. Die menschlichen Präparate lockten weltweit Millionen Gäste in die Ausstellungen.

Aber nicht der Plastinator, sondern das „Pathologikon“ war zu Gast in Wismar. „Das Pathologikon bietet hautnahen anatomischen Anschauungsunterricht und damit bisher unbekannte dreidimensionale Einblicke in die Welt der Körper“, heißt es als Ausstellungsbeschreibung auf der Internetseite des Anbieters.

Wir haben 44 Euro Eintritt für zwei Erwachsene und zwei Kinder bezahlt und waren nach 15 Minuten wieder raus."

Yvonne Rösner-Diers

„Kein Zutritt für die Presse“, hieß es knapp von einer jungen Dame im vor dem Eingang der Markthalle aufgestellten Kassenhäuschen. Zur gleichen Zeit kam ein Paar aus der Ausstellung, sichtlich aufgebracht. Nach einem Blick in den kleinen abgetrennten Bereich in der Markthalle — das war die Ausstellung — wurde dem Paar klar, dass es sich eben nicht um die berühmte Körperweltenausstellung handelte. „Wir wollen unser Geld zurück, wir waren gar nicht in der Ausstellung“, beschwerte sich die junge Frau bei der Dame an der Kasse. „Da steht eine Telefonnummer, da können Sie anrufen“, antwortete die Kassiererin.

Besucherin Nicole Hetke hat im sozialen Netzwerk Facebook ihrem Ärger Luft gemacht: „Lohnt sich nicht für das Geld, bin enttäuscht, ist echt lächerlich!“ Auf Nachfrage beschrieb die examinierte Altenpflegerin die Ausstellung: „Entlang der Wände in der Halle waren Tafeln aufgestellt, wo verschiedene Krankheitsbilder beschrieben waren, Anatomie des Körpers (Skelett und Muskeln), Schwangerschaftsablauf und dazu Ausstellungsstücke, in der Mitte der Halle waren einige Thoraxe aufgestellt.“

„Zwölf Euro Eintritt für einen Erwachsenen bei so einer Ausstellung empfinde ich als Halsabschneiderei“, sagt Nicole Hetke. Von innen sei alles abgehängt gewesen, sodass der Besucher nicht wusste, was ihn erwartet. „Ich war in einer halben Stunde da durch.“

Auch Nicci Fischer war enttäuscht: „Wenn es richtig präparierte Körper gewesen wären, wäre es sehr interessant gewesen.“

Nicole Hollatz

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