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Nordwestmecklenburg Unbekannte demolieren Toiletten
Lokales Nordwestmecklenburg Unbekannte demolieren Toiletten
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19:12 20.09.2016

Am WC-Häuschen an Boltenhagens Seebrücke bilden sich dieser Tage längere Schlangen. Zwei Toiletten sind derzeit nicht funktionsfähig. „Toilette defekt“

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An der Seebrücke in Boltenhagen sind zwei WCs nicht einsatzfähig / Kurdirektorin Hörl appelliert an die Vernunft.

WC-Anlagen erst kürzlich für 900000 Euro saniert

1992 wurden sechs öffentliche Toilettenanlagen in Boltenhagen errichtet. Die an der Seebrücke gehörte dazu. Im Februar 2016 begannen die Sanierungsarbeiten an den Sanitärräumen.

900000 Euro kostete diese Erneuerung und Modernisierung der sechs WC-Anlagen im Ostseebad. Erst Anfang August war die Anlage eröffnet worden, in der nun Unbekannte zwei Toiletten demoliert haben.

steht jeweils auf den Schildern an den Türen. Schuld sind aber nicht technische Mängel, sondern die Gewaltausbrüche unbekannter Täter. Seit Anfang September haben sie gleich an zwei stillen Örtchen randaliert. In den Räumen bietet sich ein Bild der Verwüstung: Einzelteile der Toilettenanlagen liegen verstreut auf dem Boden. Auch einen Babywickeltisch haben die Täter abgebrochen. „Ich kann so ein Verhalten nicht nachvollziehen“, ärgert sich Kurdirektorin Claudia Hörl. „Da scheinen Menschen viel Langeweile und zu viel überschüssige Energie zu haben.“

Erst Anfang August waren die neuen Toiletten nach einiger Verzögerung eröffnet worden (LN berichteten). Die Sanierungsarbeiten von insgesamt sechs WC-Anlagen im Ort, die 1992 errichtet worden waren, kosteten etwa 900000 Euro. Das Wirtschaftsministerium förderte die Maßnahmen mit 750 000 Euro. „Und es ist schon sehr trauriges, wenn nach sechs Wochen zwei dieser neuen Toiletten demoliert sind“, sagt Hörl. Wann die WCs wieder einsatzfähig sind, ist noch nicht abzuschätzen. Zunächst müssen die entsprechenden Ersatzteile geordert und die speziellen Firmen beauftragt werden. Doch eines steht fest: „Es kostet Geld, das alles wieder zu reparieren“, sagt Hörl. Schätzungsweise 5000 Euro muss die Kurdirektion nun aufbringen. Da es sich um Vandalismus handelt, zahle die Versicherung nicht.

Der erste Randale-Vorfall hatte sich Anfang September ereignet. Die Unbekannten zerstörten dabei vermutlich mit Tritten eine Spülanlage. Außerdem machten sie sich an nahegelegenen Strandkörben zu schaffen. Die jüngste Tat ist am vergangenen Wochenende geschehen, wohl am späten Freitagabend oder in der Nacht zu Sonnabend. „Ich habe am Samstagmorgen einen Anruf von der Reinigungsfirma bekommen“, erzählt Wilfried Nix, Leiter des Bauhofs in Boltenhagen. Wieder scheinen die Täter mit Tritten gegen die Spülanlage vorgegangen zu sein. Denkbar ist, dass sie sich dabei auf dem Wickeltisch abgestützt oder darauf gesessen und diesen so ausgebrochen haben.

In der Tourist-Info und bei der Kurverwaltung laufen nun die Beschwerden auf. „Das kann man keinem Gast erklären“, sagt Claudia Hörl. Die Besucher würden glauben, Verstopfungen oder andere Mängel würden nicht behoben. An der Tür einer demolierten Toilette verweist die Kurverwaltung auf weitere öffentliche WCs in der Nähe.

Wilfried Nix geht davon aus, dass es sich um die gleichen Täter oder die gleiche Tätergruppe handelt. „Denn die Schäden ähneln sich sehr“, sagt er. Claudia Hörl vermutet zudem, dass es Einheimische sind, die sehr wahrscheinlich „im Brausebrand“ agierten. Beide Vorfälle wurden zur Anzeige gebracht. Doch große Hoffnung, die Übeltäter zu fassen, haben sowohl Nix als auch Hörl nicht. „Wir bitten deshalb darum, Hinweise zu geben, wenn jemand etwas mitbekommen hat“, so die Kurdirektorin. Sie appelliert außerdem an die Vernunft der Leute. „Wir stellen diese Toiletten kostenfrei zur Verfügung.

Warum muss man die Anlagen dann kaputt machen? Die Täter sollten mal nachdenken. Ansonsten sparen wir uns dieses Angebot.“

Daniel Heidmann

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