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Nordwestmecklenburg Unbekannte stehlen Lebensmittel aus den Gärten
Lokales Nordwestmecklenburg Unbekannte stehlen Lebensmittel aus den Gärten
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20:30 14.02.2018
Der Meisenweg in der Kleingartenanlage am Questiner Weg in Grevesmühlen. Ein halbes Dutzend Einbrüche seit Ende vergangenen Jahres hat es hier gegeben. FOTOS (2): PROCHNOW, ARCHIV
Grevesmühlen

Eine Serie von Einbrüchen beschäftigt die Kleingärtner in Grevesmühlen. Nach jüngsten Informationen der Polizei wurden allein im Januar acht Gärten in den Anlagen am Questiner Weg sowie am Vielbecker See (Westseite) aufgebrochen. Ungewöhnlich ist, dass in sämtlichen Fällen der beziehungsweise die Täter lediglich Lebensmittel entwendet haben. Neben den aktenkundigen Fällen geht die Polizei von einer Dunkelziffer aus. Denn nicht jeder Betroffene meldet solche Einbrüche. „Dabei ist es für uns wichtig, damit wir uns ein Bild machen können. Aber in einigen Fällen melden sich die Leute erst, wenn die Versicherung ein Aktenzeichen braucht“, sagt Heiko Petermann, Revierleiter in Grevesmühlen. Aber dann sei es meist zu spät, um Spuren zu sichern.

„„Ratsam ist es, wenn in Gärten kein Werkzeug herumliegt und in den Lauben keine Lebensmittel aufbewahrt werden. Fotos helfen bei der Spurensuche.“Axel Koeppen, Polizeiinspektion Wismar
„„Ärgerlich ist vor allem die Tatsache, dass die Diebe Fenster und Türen zerstören. Die Vorfälle gibt es jeden Winter, aber in diesem Jahr sind es schon ein paar mehr.“Olaf Wieschendorf, Vorsitzender des Kleingartenvereins

Versicherung für Kleingärten

Viele Versicherungen bieten mittlerweile eine sogenannte Kleingartenversicherung an. Sie kommt auf bei Einbrüchen und Vandalismusschäden, die bei Ein- und Aufbrüchen entstehen. Voraussetzung für eine solche Versicherung ist mitunter die Mitgliedschaft in einem Kleingartenverein.

Axel Koeppen von der Polizeiinspektion Wismar rät in diesen Fällen zur Prävention. „Es sollten keine Lebensmittel, kein Alkohol und keine Wertgegenstände in den Gärten gelagert werden. Und Werkzeug sollte auch so aufbewahrt werden, dass die Täter es nicht gleich finden, um damit Fenster und Türen aufzubrechen.“ Ratsam sei es, Fotos vom Innenraum der Gartenlauben zu machen. „Das macht es für die Polizei und die Versicherung sehr viel einfacher.“

Olaf Wieschendorf, Vorsitzender des Kleingartenvereins Questiner Weg in Grevesmühlen, kann über die Einbrüche nur den Kopf schütteln. „Eigentlich haben wir das Problem in jedem Winter, aber in diesem Jahr sind es besonders viele Fälle“, erklärt der Vereinschef. Die Einbrüche, die die Polizei in ihren Akten führt, sind allerdings nur ein Teil der tatsächlichen Fälle. „Es ist leider so, dass viele Gartenbesitzer die Einbrüche nicht melden. Meistens merken die Leute erst nach Tagen, dass ihre Laube aufgebrochen worden ist. Ich kann nur immer wiederholen, dass die Leute die Fälle an die Polizei melden sollen.“ Ein halbes Dutzend Gartenlauben hat es in der Anlage am Ortsrand von Grevesmühlen in dieser Saison erwischt. Wie Olaf Wieschendorf berichtet, seien Fenster und Türen aufgehebelt worden. „Gestohlen wurden Lebensmittel und Bettwäsche. Wer um alles in der Welt klaut Bettwäsche!?“ Viel ärgerlicher als der materielle Schaden sei die Tatsache, „dass hier Sachen zerstört werden, die die Menschen gepflegt haben“.

Vermutungen, wer die Täter sein können, gibt es zwar unter den Gartenbesitzern. Aber konkrete Spuren sind eher die Ausnahme. „Einmal haben die Leute eine Person in ihrer Gartenlaube gefunden, der dort übernachtet hat“, berichtet Olaf Wieschendorf. „Ich denke, dass Leute hier einbrechen, die etwas zu essen suchen.“ Aber das seien nur Spekulationen. Der Vorsitzende des Vereins wohnt nur wenige Hundert Meter von der Kleingartenanlage entfernt. Regelmäßig schaut er nach den Gärten. „Aber im Winter ist es nun mal so, dass nicht jeden Tag Leute hier sind. Und nachts mag natürlich niemand hier rumlaufen.“ Er hofft, dass die Einbrüche bald ein Ende haben. „Vielleicht hilft es ja, wenn wir an die Öffentlichkeit gehen.“

Rund 130 Kleingärten gibt es in der gepflegten Anlage, nur etwa ein Dutzend steht leer. Die Nachfrage nach Kleingärten sei da, betont Olaf Wieschendorf. Auch wenn nicht jeder gleich den Umfang der Arbeiten überschauen würde. „Da helfen wir dann und geben Ratschläge.“ Das bundesdeutsche Kleingartengesetz gilt als eines der penibelsten überhaupt. „Aber hier steht keiner mit dem Zollstock und misst die Zentimeter nach. Hauptsache, die Leute kümmern sich um ihre Parzelle und lassen sie nicht verwildern.“

In einigen Wochen bricht das Frühjahr an. Dann sind die Kleingärtner wieder täglich beziehungsweise an den Wochenenden auf ihren Parzellen. „Und dann haben auch endlich die Einbrüche ein Ende“, hofft Olaf Wieschendorf. Jedenfalls bis zur nächsten Wintersaison.

Michael Prochnow

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