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Nordwestmecklenburg Ungeliebte Biotonne: Nur 150 Behälter neu aufgestellt
Lokales Nordwestmecklenburg Ungeliebte Biotonne: Nur 150 Behälter neu aufgestellt
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20:30 08.04.2016
Die braune Biotonne wurde mit Beschluss des Kreistages Nordwestmecklenburg im November eingeführt. Neben Bioabfällen aus dem Haushalt, können auch Rasenschnitt, Blumen sowie Laub darin entsorgt werden. Quelle: Fotolia

3200 braune Tonnen für Bioabfälle bei etwa 56000 Haushalten, das ist die Bilanz in Nordwestmecklenburg nach vier Monaten mit dem neuen Abfallwirtschaftskonzept. Seit der Kreistag es am 5. November 2015 beschlossen hat, sind gerade einmal 150 Tonnen neu hinzugekommen. Kreissprecherin Petra Rappen nennt zwei mögliche Gründe:

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Im Landkreis Nordwestmecklenburg ist die Nachfrage nach den braunen Tonnen gering / Einige Ämter und Gemeinden haben Annahmestellen für Grünschnitt eingerichtet.

„Erstens ist der Landkreis vorwiegend ländlich geprägt. Fast jeder hat einen Garten und kompostiert seinen Biomüll selbst.“ Zweitens werde niemand gezwungen, eine braune Tonne hinzustellen.

Einen dritten Grund nennt Norbert Frenz, Leiter des Abfallwirtschaftsbetriebes: „Mehrere Ämter und Gemeinden bieten den Bürgern auch Annahmestellen für Grünschnitt.“ Mit Boltenhagen, Klütz, Seehof, Gadebusch und dem Amt Rehna hat der Abfallwirtschaftsbetrieb Kooperationsvereinbarungen abgeschlossen und beteiligt sich an den Kosten der Erfassung von Grünabfällen. „Weitere Vereinbarungen sind in Vorbereitung“, teilt die Kreisverwaltung mit.

Die Gemeinde Hornstorf vor den Toren Wismars zählt allerdings nicht dazu. Deren Gemeindevertreter haben jüngst beschlossen, keine Annahmestelle für Grünschnitt einzurichten. „Es würde für die Gemeinde zu teuer, den Platz vorzuhalten, auch wenn sich der Abfallwirtschaftsbetrieb an den Kosten beteiligen würde“, sagte Bürgermeister Andreas Treumann von der Wählergemeinschaft. Genaue Zahlen nannte er nicht.

Braune Biotonnen für die Wohnblöcke hält Hornstorfs Bürgermeister aber für sinnvoll. Sie werden übrigens flächendeckend von der GER Umweltschutz GmbH aus Grevesmühlen und der Gollan Recycling GmbH aus Rosenhagen aufgestellt. Anders als bei der blauen Tonne für Pappe und Papier oder der gelben Wertstofftonne muss für die Biotonne gezahlt werden. Nach Angaben der GER werden bei einer 60-Liter-Tonne zwei Euro pro Abholung fällig. Bei der 120-Liter-Tonne sind es 2,50 Euro und bei der 240-Liter-Tonne 4,50 Euro. „Die Biotonne wird durch den Kreis finanziell unterstützt, dadurch hat sich der Preis für die Bürger verringert“, erklärt Norbert Frenz.

Eine Kontrolle, ob alle Bürger ihren Müll gemäß dem neuen Abfallwirtschaftskonzept des Kreises trennen — jetzt also auch Gemüse- und Gartenabfälle aussortieren —, erfolgt nicht. Die beiden Entsorgungsfirmen, mit denen der Landkreis Verträge hat, weisen dem Abfallwirtschaftsbetrieb jedoch nach, wie viele Entleerungen sie durchgeführt haben. Das geschieht elektronisch, so wie bei den Restmülltonnen.

Nachdem Pappe und Papier, Wertstoffe und Bioabfall getrennt entsorgt werden, stellt sich die Frage, ob die graue Tonne überhaupt noch sinnvoll ist. Der Abfallwirtschaftsbetrieb des Landkreises sagt eindeutig „Ja“. „Es gibt immer noch Abfälle, die durch kein anderes System gesammelt und entsorgt werden können oder dürfen“, sagt Norbert Frenz. Dazu gehören zum Beispiel Asche, Sanitärabfälle, kaputtes Geschirr, Zigarettenkippen und verschmutzte Wertstoffe. Und noch etwas teilt der Abfallwirtschaftsbetrieb mit: „Die Menge des erfassten Restabfalls ist im Landkreis trotz der verschiedenen Sammelsysteme für verschiedene werthaltige Abfälle seit Jahren weitgehend konstant.“

Die Kreisstadt Wismar ist bei der geänderten Entsorgung von Bioabfall außen vor. Dort ist die braune Tonne seit einem Jahr Pflicht.

Von Sylvia Kartheuser

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