Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Nordwestmecklenburg Ursula Hodel fotografierte Arpshagen im Jahr 1939
Lokales Nordwestmecklenburg Ursula Hodel fotografierte Arpshagen im Jahr 1939
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
20:14 01.11.2017
Ursula Hodel und Eckart Redersborg gestern während eines Treffens in Grevesmühlen mit Bildern, die die 94-Jährige einst aufnahm. Quelle: Foto: Cornelia Roxin
Arpshagen/Grevesmühlen

Ein Drittel seines neuen Buches „Arpshagen – Aus der Geschichte eines mecklenburgischen Gutsdorfes“ wäre nicht entstanden, hätte Grevesmühlens Ortschronist Eckart Redersborg nicht Ursula Hodel, geb. Elfeldt, kennengelernt. Die heute 94-Jährige hat als Kind viel Zeit in dem Dorf bei Klütz verbracht. In den Ferien oder an Wochenenden war sie bei ihren Großeltern Anna und Emil Prehn zu Gast. Letzterer war Arpshäger Gutspächter von 1888 an bis zu seinem Tod 1922, für seine Frau Anna endete die Pacht 1939. Ursula Hodel hat Eckart Redersborg gut 40 Fotos und andere Dokumente zur Verfügung gestellt.

Nach einem ersten Treffen 2008 in Karlsruhe, als Eckart Redersborg sich auf den Weg gemacht hatte, weilt Ursula Hodel nun in der Region und war gestern in Grevesmühlen. Eigentlich sollte das Buch längst vorliegen, doch drucktechnische Gründe haben dem Autoren sein Vorhaben, die Neuerscheinung mit der Zeitzeugin zu präsentieren, zunichte gemacht. Das Buch erscheint erst in drei Wochen.

Trotzdem verläuft das Treffen nicht minder herzlich. Eckart Redersborg freut sich immer noch über den Vertrauensbeweis, den die betagte Dame ihm entgegenbrachte, als sie ihm all ihr Material zum Kopieren zur Verfügung stellte. Mit Zeitzeugen zu arbeiten, sagt der 80-Jährige, der Geschichte schon in vielen, vielen Büchern festgehalten hat, sei immer etwas Besonderes. In diesem Fall umso mehr: „Es gibt keine Akte im Kreisarchiv über Arpshagen, auch nicht neueren Datums.“ Hätten Ursula Hodel und Eckart Redersborg nicht über eine Rezension seines Buches „Die Ortsteile der Stadt Klütz“

zueinander gefunden, gäbe es das Kapitel über die Pacht durch Anna und Emil Prehn jetzt nicht. „Man sprüht über vor Begeisterung in solchen Fällen“, erklärte der Grevesmühlener auch gestern noch völlig aufgewühlt und Ursula Hodel bestätigt ihm, wie sehr er sie angesteckt habe.

Schnell ist das Buchmanuskript zur Hand und beide diskutieren noch einmal über Häuser, die es nur noch auf den Fotos von Ursula Hodel gibt, und die Nutzung verbliebener Scheunen heute.

Auch über den Erdgeschoss-Grundriss des Gutshauses philosophieren beide, denn Ursula Hodel hat ihn auf Millimeterpapier aus der Erinnerung skizziert. Selbst die Filmcrew, die 1943 den Ufa-Streifen „Der Majoratsherr“ in Klütz und Umgebung drehte, hat Ursula Hodel kennengelernt. Die Herrschaften kamen zum Essen ins Gutshaus und Ursula Hodel war mit ihrer Mutter von den neuen Pächtern eingeladen worden. Anlass für Eckart Redersborg, während der Schweriner Kulturnacht jetzt am Wochenende, sich mit Ursula Hodel diesen Film noch einmal anzusehen.

Die Fotosammlung über Arpshagen, mit der Eckart Redersborg jetzt gearbeitet hat, entstand Mitte 1939 als Ursula Hodels Großmutter nach Auslaufen der Pacht nach Bad Schwartau in ihr Elternhaus zog. Die 16-jährige Enkelin hielt zum Abschied alles fest. Auch die Abschiedsfeier im Hotel „Zum Zoll“ am 24. Juni mit rund 150 Personen. „Den Fotoapparat hatte ich zu Weihnachten geschenkt bekommen.“

Cornelia Roxin

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 22:00 und 07:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Damshagen bietet den Einwohnern viele Aktionen.

01.11.2017

Der Veranstaltungsreigen rund um Grevesmühlen am kommenden Wochenende ist geprägt von Nachdenklich-Besinnlichem genauso wie von „einfach nur Party machen“. Hier eine Auswahl.

01.11.2017

Die Bilanz: Fünf Fälle im Kreis seit Montagabend.

01.11.2017