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20:27 25.08.2017

Sie hatte mich angeschrien. Unfassbar! Eilig hatte sie das Liebesbriefchen, das ich gerade meiner Banknachbarin zum Lesen gegeben hatte, weggenommen und weggeworfen. Ich war wütend und enttäuscht.

Heidrun Fischer,

Gemeinde-

pädagogin

in Klütz

Meine Lieblingslehrerin! Aber nachdem meine Gedanken um das Geschehen kreisten, musste ich eingestehen, dass sie Recht hatte. Ich hatte die Nachbarin vom Zuhören abgehalten, die es doch nötig hatte.

Waren die Jünger auch erschrocken und enttäuscht, als sie ihn wütend im Tempel erlebten? Wie er die Tische der Händler umstieß, den Geldwechslern das Geld vor die Füße warf, wie er alle Händler, samt ihren Tieren, mit einer Peitsche aus dem Tempel trieb. Hatten sie ihn überhaupt schon mal so zornig und handgreiflich erlebt? Was brachte ihn dazu? Es war doch üblich, dass die Tempelbesucher hier besondere Tiere ohne Makel kauften, um sie ihrem Gott zu opfern, damit er ihnen wohl gesonnen war. Im Evangelium des Johannes sagt Jesus: „Tragt das weg und macht nicht meines Vaters Haus zum Kaufhaus!“ In den anderen Evangelien steht: „Mein Haus soll ein Bethaus sein.“ Seine Jünger aber dachten daran, dass geschrieben steht (Psalm 69,10): „Der Eifer um dein Haus wird mich fressen.“

Wahrscheinlich brauchten auch sie eine Weile, bis sie verstanden, warum der sonst friedensliebende Jesus diesmal ausrastete. Aber auch sie entwickelten Verständnis für ihren Meister, denn sie folgten ihm weiter – um die Erkenntnis reicher, dass Verbindung zu Gott nicht dadurch entsteht, dass Leben von Tieren verschwendet wird, sondern durch Beten, durch Gespräch mit Gott und unserer Leidenschaft am Bau seines Friedensreiches.

LN

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