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Nordwestmecklenburg Verwaltungen in Klütz und Grevesmühlen kooperieren
Lokales Nordwestmecklenburg Verwaltungen in Klütz und Grevesmühlen kooperieren
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21:24 12.07.2018
Die Damen aus der Wohngeldstelle: Franziska Gosmann (vorn) und Michaela Diederich. Nicht im Bild ist Monique Böhnke.
Grevesmühlen/Klütz

Es gab, und das ist durchaus kein Geheimnis, bereits Überlegungen, was passieren könnte, wenn das Amt Klützer Winkel aufgelöst werden müsste. Nämlich, wenn mehrere Gemeinden einen Amtswechsel angestrebt hätten. Doch zum einen entscheiden das nicht allein die Gemeinden, zum anderen ist dieses Szenario aktuell kein Thema. Trotzdem haben sich die Verwaltungen in Klütz und Grevesmühlen an einen Tisch gesetzt, um zu überlegen, in welchen Punkten man zusammenarbeiten könnte.

Herausgekommen ist dabei ein Kooperationsvertrag zur gemeinsamen Wohngeldstelle. Seit Beginn dieses Monats übernimmt die Verwaltung in Grevesmühlen, die nicht nur für die Stadt sondern auch für die Amtsgemeinden rund um Grevesmühlen zuständig ist, die Aufgaben in Sachen Wohngeld aus dem Bereich Klütz und Klützer Winkel. Dass der Aufgabenbereich nach Grevesmühlen verlagert worden sei, habe laut Bürgermeister und Verwaltungschef Lars Prahler nichts mit der Größe der Behörde zu tun. „Es lag einfach daran, dass hier die Fallzahlen deutlich höher sind und wir die Aufgaben übernehmen können.“

Klütz hat im Schnitt 34 bis 36 Wohngeldfälle, die pro Jahr bearbeitet werden müssen, in Grevesmühlen lag die Zahl im Jahr 2017 bei 267.

Wie Michaela Diederich, eine der Sachbearbeiterinnen der Wohngeldstelle, erklärt, handele es sich dabei nicht um die reine Zahl der Antragsteller, sondern um die zu bearbeitenden Fälle. Und wie kompliziert das Wohngeldwesen in der Praxis ist, zeigt der Versuch, die Sache zu erklären. „Im Grunde genommen geht es darum, Menschen, die mit ihrem zur Verfügung stehenden Geld die Belastungen durch die Wohnung nicht allein bewältigen können, zu helfen.“ Dabei würden so viele Faktoren eine Rolle spielen, das man es nicht in Kurzform erklären könne. Unter anderem das macht die Sache so schwierig.

Wie Ines Wien, Leitende Verwaltungsbeamtin in Klütz, erklärt, könnten die Kunden auch weiterhin ihre Anträge im Bürgerbüro in Klütz abgeben. „Aber die Post erhalten sie dann aus Grevesmühlen, und wenn eine Beratung notwendig ist, dann erfolgt auch die in Grevesmühlen.“ Das Amt Klützer Winkel hatte bislang eine halbe Personalstelle für die knapp drei Dutzend Fälle bereit gestellt. Das hat solange funktioniert, wie die Mitarbeiterin nicht im Urlaub oder krank war. „Es gab keine Vertretung, und das hat es für uns so schwierig gemacht. Die Mitarbeiterin, die die Aufgabe bisher erledigt hat, verstärkt nun den Bereich Liegenschaften.“

Klütz zahlt für die Aufgabenübernahme durch die Verwaltung in Grevesmühlen pro Jahr eine Gebühr in Höhe von insgesamt 25000 Euro. Das sei alles in einem öffentlich-rechtlichen Vertrag geregelt worden, wie Gerhard Rappen, Amtsvorsteher in Klütz, betont.

Bei den Betroffenen, die Wohngeld beziehen, handelt es sich nach Auskunft der Experten zum großen Teil um Rentner. Hinzu kommen kinderreiche Familien und alleinerziehende Mütter. Personen, die Leistungen vom Jobcenter beziehen, erhalten kein Wohngeld. Das zahlt übrigens der Bund, die Kommunen übernehmen lediglich die Bearbeitung der Anträge.

Die Kooperation in Sachen Wohngeld könnte – wenn es gut läuft – der Beginn einer engeren Beziehung zwischen beiden Verwaltungen sein. „Wir schauen natürlich auch auf andere Bereiche“, so Gerhard Rappen. „Aber erst einmal wollen wir sehen, wie es in diesem Fall funktioniert, dann sehen wir weiter.“ Ähnlich betrachtet auch Lars Prahler die Zusammenarbeit. „Wir nehmen uns die Zeit, um zu sehen, wie es läuft.“

Michael Prochnow

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