Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Nordwestmecklenburg Viel Tradition und ein paar Probleme
Lokales Nordwestmecklenburg Viel Tradition und ein paar Probleme
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
19:12 29.08.2017
Hans Espenschied (65) engagiert sich in seiner Freizeit als Vorsitzender des Heimat- und Tourismusvereins Dassow „Tor zur Ostsee“. Die Heimatvereinsgründerin Marianne Thoms (77) ist die Ehrenvorsitzende. Die Mitglieder des Vereins treffen sich in der Altenteilerkate. Quelle: Fotos: Jürgen Lenz
Dassow

Die Stadt Dassow ohne Heimatverein: Es gäbe kein alljährliches Heimat- und Vereinsfest mit zahlreichen Besuchern, keinen Weihnachtsmarkt, keine Feier zum Tag der Deutschen Einheit, keine sanierte Altenteilerkate in der Mitte der Stadt, keinen Radweg in der Nähe des Dassower Sees, keinen Gedenkstein, der an die alte Promenade erinnert, und keine „Dassower Hefte“, die über Historisches und Aktuelles informieren. All das hat der 1997 gegründete Heimatverein initiiert und oft auch selbst umgesetzt. Zwei Jahrzehnte nach der Gründung sagt Hans Espenschied, der Vorsitzende des Heimat- und Tourismusvereins, in den der Heimatverein 2016 aufgegangen ist: „Wir würden uns wünschen, dass unsere Angebote noch mehr von Dassowern angenommen werden. Wir machen es ja nicht als Selbstzweck, sondern für die Bürger und Besucher der Stadt.“

Dassower gründeten vor 20 Jahren den Heimatverein / Ohne ihn wäre die Stadt heute eine andere.

Der Heimat- und Tourismusverein „Tor zur Ostsee“ führt die Traditionen des Heimatvereins fort, macht seit der Fusion aber auch neue Angebote. Sehr beliebt sind die Natur- und Kulturwanderungen, die er gemeinsam mit dem Landschaftspflegeverein Dummersdorfer Ufer auf die Beine stellt. Die nächste startet am Sonnabend, 14. Oktober, am Gedenkstein auf dem Priwall. Sie endet in der Altenteilerkate in Dassow, wo die Ausflügler gemütlich Kaffee trinken. In der Teilnahmegebühr von 20 Euro sind Führung, Kaffee, Kuchen und eine Rückfahrt zum Priwall eingeschlossen.

Bereits am Sonnabend kommender Woche, 9. September, lädt der Heimat- und Tourismusverein „Tor zur Ostsee“ anlässlich des kombinierten Heimat-, Vereins- und Kreiserntedankfestes ab 11 Uhr in seine Altenteilerkate in der Lübecker Straße ein. „Wir werden Kaffee, Kuchen, Bratwurst und Getränke anbieten – und unsere syrischen Freunde Falafel“, kündigt der Vorsitzende an. Der Tag der offenen Tür wird auch eine Gelegenheit sein, mit Mitgliedern des Vereins ins Gespräch zu kommen. „Es fehlt an Nachwuchs“, bedauert Hans Espenschied. Er betont: „Das hindert uns nicht daran, aktiv zu sein.“

Dann spricht der Vorsitzende eine weitere Herausforderung an: Der Zustand der Altenteilerkate, die 2001 nach aufwendigen Sanierungsarbeiten eröffnet wurde. 16 Jahre danach erklärt Hans Espenschied: „Unser Haus ist teilweise renovierungsbedürftig, aber wir haben das Geld dafür nicht.“

Der Elan war groß, als 18 Dassower vor 20 Jahren im damaligen Kulturhaus am Travemünder Weg zusammenkamen, um den Heimatverein zu gründen. Marianne Thoms erinnert sich: „Alle waren daran interessiert, dass etwas passiert.“ Besonders lag den Dassowern am Herzen, dass sie wieder an den Dassower See kommen, von dem sie in der Zeit der innerdeutschen Grenze durch eine Mauer, Zäune und Stacheldraht getrennt wurden. Marianne Thoms erzählt: „Es war unser Ansinnen, dass die alte Promenade wieder entsteht.“ Doch da machte der Naturschutz dem Verein einen Strich durch die Rechnung. Bald wurde klar: Es bestand keine Aussicht, dass ein neuer Weg direkt am See genehmigt wird. An der Stelle der innerdeutschen Grenze war nun eine „grüne Grenze“ entstanden. Möglich war nur ein Weg in der Nähe des Dassower Sees.

Keine Steine wurden dem Verein dagegen bei der Organisation von Wanderungen, Busreisen, Vorträgen und Auftritten von bekannten Musikgruppen in den Weg gelegt. Beliebt war auch die Plattdüütsch Gill des Heimatvereins, die das Ehepaar Kriesel ins Leben rief. Sie widmete sich der Pflege der niederdeutschen Sprache.

Plattdeutsche Texte veröffentlicht der Heimat- und Tourismusverein weiter in den „Dassower Heften“. Für deren Herausgabe engagiert sich besonders Christine Bentlage. Marianne Thoms findet es gut, dass der Heimatverein in den Heimat- und Tourismusverein aufgegangen ist. Der Heimatverein allein hatte 2016 zu wenige aktive Mitglieder. Marianne Thoms, damals 76, hatte ihn fast 19 Jahre geleitet. „Sie hilft noch immer im Hintergrund“, sagt Hans Espenschied. Nach seiner Auskunft und der von Marianne Thoms sind neue Mitglieder und neue Ideen immer herzlich willkommen. Die Gemeinschaft verfolgt Ziele, die sie miteinander kombiniert: die Geschichte der Stadt Dassow und der gesamten Region bewahren und weitervermitteln, die Gegend über die Landesgrenzen von Mecklenburg-Vorpommern hinaus bekannt machen und für einen Aufschwung des Tourismus rund um Dassow und den Klützer Winkel werben. Im Vorstand sind neben Hans Espenschied auch Andreas Mummert, Annette Espenschied, Matthias Ober, Angela Radtke, Monica Farell und Christine Bentlage.

Kontakt: ☎ 038826 / 974012,

www.ostsee-naturstrand.de,

www.hv-dassow.de

Jürgen Lenz

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 22:00 und 07:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

„Wenn Fremde Freunde werden“ ist der Titel einer neuen Ausstellung in der Grevesmühlener Malzfabrik, die am 7. September um 17 Uhr im Kreistagssaal eröffnet wird.

29.08.2017

Die kleine Friedrichshäger Konzertreihe „Kultur in der Kirche“ neigt sich nun bald dem Ende zu.

29.08.2017

Das Instrumentenkarussell wird auch im kommenden Schuljahr an der Kreismusikschule angeboten. Es ermöglicht Mädchen und Jungen herauszufinden, welches Instrument sie spielen könnten.

29.08.2017