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Nordwestmecklenburg Vielbecker See: Ein Paradies für Angler
Lokales Nordwestmecklenburg Vielbecker See: Ein Paradies für Angler
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18:10 06.11.2013
Michael Engling, Vorsitzender des Kreisanglerverbandes NWM
Grevesmühlen

Die Karpfen im Vielbecker See können sich sehen lassen. Auch die Hechte sind nicht ohne. Das zumindest ergab eine Bestandsaufnahme, die Michael Engling, Vorsitzender des Kreisanglerverbandes Nordwestmecklenburg, zusammen mit Fischer Werner Loch durchführte.

Mit einem sogenannten Elektroaggregat war das Duo im Schilfgürtel des Vielbecker Sees unterwegs und versetzte die Fische in unmittelbare Nähe in eine Schockstarre, um sie zählen zu können. „Das ist die schonendste Art. Würden wir sie zum Zählen in einem Netz fangen, würden wir ihr Schuppenkleid verletzen“, erläutert Engling. Die Schockstarre dauere nur zehn bis 20 Sekunden an. In dieser Zeit treiben die Fische an der Wasseroberfläche. Danach schwimmen sie gesund und munter davon.

„Wir ermittelten einen sehr guten Schlei-, Karpfen- und Hecht-Bestand“, resümiert Michael Engling. Aale seien keine ausfindig gemacht worden. „Das muss aber nichts heißen. Die halten sich weiter in Ufernähe auf, wo das Elektroaggregat nicht mehr wirkt“, erläutert Engling weiter.

Zwei Karpfen wiesen eine Größe von 71 und 74 Zentimeter auf. Die Hechte maßen mehr als 60 Zentimeter. „Die haben schon ein paar Jahre auf dem Buckel. Das zeigt uns, dass nicht alle Tiere beim großen Fischsterben im Jahr 2009 verendet sind“, sagt Engling. Und nicht nur das. Auch der See habe sich nach dem traurigen Szenario sehr gut erholt. „Vom Fischbestand her zählt der Vielbecker See zu den besten Gewässern im Kreisgebiet.“

Wegen Sauerstoffmangels sind im Winter 2009 siebeneinhalb Tonnen unter dem Eis treibende Fische geborgen worden, darunter ein Großteil der an ihre biologische Altersgrenze gekommenen und ungeliebten DDR-Altrelikte wie Marmor- und Silberkarpfen, die gar nicht in heimische Seen gehören. Aber auch zahlreiche wertvolle Edelfische blieben auf der Strecke.

Aber die jetzige Bestandsaufnahme zeigt: Der aus dem großen Fischsterben resultierende Neubesatz mit Jungfischen, wofür damals einige Tausend Euro ausgegeben wurden, hat nun Früchte getragen, wie Michael Engling erfreut feststellte. Die Hechte jedenfalls warten darauf, von Anglern, die im Besitz einer Anglerkarte sind, gefangen und verspeist zu werden. Karpfen und Schleie dagegen beißen jetzt weniger gut.

Jana Franke

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