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Nordwestmecklenburg Viele Fragen zum Angriff auf Kinzel
Lokales Nordwestmecklenburg Viele Fragen zum Angriff auf Kinzel
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20:23 08.01.2016
Julian Kinzel

Der Überfall auf den 18-jährigen Julian Kinzel am Montag im Wismarer Lindengarten sorgt bundesweit für Schlagzeilen und viele Fragen. Der Lokalpolitiker war nach eigenen Angaben gegen 17 Uhr von drei Unbekannten angegriffen, mit einem Messer attackiert und verletzt worden. Einen Tag später hatte er Anzeige erstattet, der Vorfall löste ein gewaltiges Medien-Echo aus, da Kinzel in seiner Stellungnahme per Facebook erklärte, dass es sich um Täter aus der rechten Szene handeln würde, der Angriff politisch motiviert sei. Die Täter sollen ihn als „schwule Kommunistensau“ bezeichnet haben, zudem hätten sie szenetypische Kleidung getragen.

Die Polizei bemühte sich am Tag der Anzeige, die Fragen der Öffentlichkeit zu beantworten. Doch viel ist es nicht, was die Ermittler derzeit in den Händen haben. Außer der Anzeige des 18-Jährigen gibt es bislang weder Beweise für die Tat noch Zeugen. Stattdessen gibt es immer mehr Stimmen, die Zweifel an der Version des 18-Jährigen aufkommen lassen, auch aus den Reihen der eigenen Partei.

Auf Facebook wird Kinzel offen beschuldigt, sich die Geschichte ausgedacht zu haben. Denn sowohl die Art der Schnittwunden als auch die Tatsache, dass der Angriff nur wenige Meter entfernt von der Wismarer Polizeiwache erfolgte, er aber die Anzeige erst einen Tag später erstattete, lässt Raum für Spekulationen. Auch die Staatsanwaltschaft ermittelt inzwischen in alle Richtungen.

Oberstaatsanwalt Stefan Urbanek: „Wir ziehen alle Möglichkeiten in Betracht.“

Julian Kinzel selbst beantwortet derzeit keine Fragen. Sein Telefon ist abgeschaltet, der 18-Jährige ist abgetaucht. Wie der Kreisverband der Linken in Schwerin, zu dem Kinzel gehört, gestern auf Nachfrage mitteilte, „steht Julian im Moment für Nachfragen nicht zu Verfügung.“ Er beantworte die Fragen der Kriminalpolizei, mehr aber nicht. „Es handelt sich um einen 18-Jährigen, der geschützt werden muss“, hieß es weiter. Zu den öffentlichen Vorwürfen im Zusammenhang mit dem Vorfall gab es keine Aussage.

Michael Prochnow

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