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Nordwestmecklenburg Viele parken lieber möglichst dicht am Strand
Lokales Nordwestmecklenburg Viele parken lieber möglichst dicht am Strand
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22:22 21.06.2013
Katleen Heilig (2. v. l.) nahm die Analyse von den Schülern und Lehrer Ronald Staupe (r.) entgegen. Quelle: Foto: uo
Boltenhagen

Acht Schüler der Klassen acht und neun des Gymnasiums am Tannenberg Grevesmühlen haben in ihrer Projektwoche Urlauber in Boltenhagen zum „Park- und Ride“

(P+R)-Angebot der Kurverwaltung sowie zur Idee einer Dünenpromenade im Ostseebad befragt. Die Ergebnisse ihrer Umfrage stellten sie Marketing-Leiterin Katleen Heilig vor.

Von den 178 befragten Personen hatten 105 bereits von dem P+R-Angebot gehört, 126 fanden einen solchen Service gut. „Als Gründe für die Nichtbenutzung wurde vor allem Bequemlichkeit angeführt. Viele parken lieber möglichst dicht am Strand. Ältere Urlauber halten Shuttlebusse grundsätzlich für zu umständlich“, führte Tom Evert, der die Analyse präsentierte, aus. Die Marketing-Chefin merkte anschließend an, dass das P+R derzeit im Probebetrieb laufe: „Wir müssen noch viel aggressiver mit der Werbung rangehen, um das Angebot bekannt zu machen.“

Eine Dünenpromenade befürworteten 65 Prozent der 430 Befragten. 35 Prozent waren dagegen. „Häufigste Gründe der Befürworter waren, dass man einen besseren Blick aufs Meer hat, Fahrradfahrern aus dem Weg gehen und entspannt mit Blick aufs Meer spazieren kann“, zählte der Neuntklässler Evert auf. Als Gegenargumente seien angeführt worden, dass sich Badegäste am Strand beobachtet fühlen könnten, die Natur zerstört werde und alles so bleiben möge, wie es ist. Viele der Befragten fanden eine Dünenpromenade unnötig, weil auf der Strandpromenade genug Platz sei und es am Wasser schon eine gute weitere Möglichkeit für Spaziergänge gebe.

Die Gymnasiasten hatten auch Vorschläge zur Verbesserung von Boltenhagen abgefragt. „Das Programm im Kurpark sollte öfter stattfinden und besser sein“, begann Tom Evert. — „Wir haben täglich Programm, mehr geht nicht“, fiel Katleen Heilig prompt ein. — „Das Hundeverbot sollte abends durchgesetzt und Radwege beschildert werden“, fuhr der Schüler fort. Außerdem sei ein Baustopp für Ferienwohnungen und Hotels gefordert worden, mehr Kioske, mehr und größere Spielplätze, mehr Stadtkarten, ein Radverbot im Bereich der Kurparkbühne, Strandbars sowie mehr und sauberere Toiletten an den Aufgängen.

Die Marketing-Chefin räumte ein, dass die Sauberkeit der sanitären Einrichtungen immer wieder Thema sei. Nachdem diese Kritik bereits bei der letztjährigen Schülerbefragung geäußert wurde, sei der Reinigungsrhythmus erhöht worden. Als sie hörte, dass auch Zebrastreifen am Kreisverkehr von befragten Urlaubern gewünscht worden waren, erklärte sie: „Dann kommt es schnell zu einem Verkehrsstau.“

DREI FRAGEN AN...
1Wie sind Ihre bisherigen Erfahrungen mit dem neuen Park- and Ride-Service der Kurverwaltung? Seit Mitte Mai fahren drei Busse mit jeweils neun Sitzplätzen nach einem Fahrplan zwischen zwei Großparkplätzen hin und her: zwischen der Sport- und Freizeitanlage an der Einfahrt nach Boltenhagen aus Richtung Klütz und Tarnewitz, Höhe Marina.

Aufgrund einiger bautechnischer Schwierigkeiten konnten wir erst etwa zwei Wochen später als geplant beginnen. Das Angebot wird gut angenommen, der Parkplatz an der Marina allerdings besser, als das am Sport- und Freizeitzentrum, die Leute können es besser wahrnehmen. An der Sport- und Freizeitanlage musste die Zufahrt hinter den Lärmschutzwall gelegt werden. Dadurch nimmt man sie nicht richtig wahr. Viele halten die Zufahrt für den Parkplatz.

2 Was kostet das Angebot? Hin- und Rückfahrt zwei Euro, inklusive Parkgebühr. Die Busse fahren in der Regel alle zehn Minuten. Das Tagesticket kostet direkt in Boltenhagen hingegen sechs Euro. Hier sollte das Ordnungsamt viel stärker kontrollieren, gerade am Wochenende. Wir wollen ja eine Verkehrsberuhigung erreichen. Viele fahren mit dem Auto auf den P+R-Parkplatz und das letzte Stück mit dem Rad. Sie zahlen auch zwei Euro. Der Service ist also sehr günstig.

3 Sollen die Schotterparkplätze noch asphaltiert werden? Nein. Es ist ja nur ein Probebetrieb. Die Testphase geht bis 30.

September. Das Angebot richtet sich in erster Linie an Tagesgäste. Es muss aber erst einmal wahrgenommen werden.

uo

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