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Nordwestmecklenburg Vom Alten Holzhafen in die Welt: Mode-App aus Wismar
Lokales Nordwestmecklenburg Vom Alten Holzhafen in die Welt: Mode-App aus Wismar
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21:31 28.01.2016
Die App „Fashionfreax“ gibt den Nutzern modische Inspirationen. Zudem können die sogenannten Fashionistas, wie Anne (28), auch ihre eigenen Kreationen hochladen. Quelle: Fotos: Vanessa Kopp (1), Benjamin Barz (montage), Empora Group (1)

Die Anwendungssoftware „Fashionfreax“ wird bereits von mehr als 1,1 Millionen Menschen weltweit genutzt und hat im Technologie- und Gewerbezentrum (TGZ) in Wismar seinen Ursprung.

Die Idee: Sich von anderen modischen Styles inspirieren lassen, seine eigenen Outfits präsentieren und sich gleich online mit den ausgewählten Klamotten eindecken. „Viele Menschen haben einen guten Geschmack und sind für andere ein Vorbild“, erklärt Alexander Straub, Gründer der Empora Group GmbH, die „Fashionfreax“ produziert. „Wir haben unter unseren Nutzern Frauen, denen mehr als 100 000 Menschen folgen und sich von ihren Outfits inspirieren lassen“, erklärt Straub. „Wir ermöglichen mit unserer App personalisiertes Shopping und einen Austausch mit Nutzern aus der ganzen Welt.“

Der 44-Jährige wurde in Unterfranken geboren, hat in Hessen Maschinenbau studiert und 25 Jahre seines Lebens in Amerika und England verbracht. Mit Mode hatte er eigentlich nicht viel am Hut. „Meine Frau ist aber modeaffin, sie hat eine Modemarke. Das hat die Idee ein Stück weit beeinflusst.“

Denn zu Beginn stand bei dem Produkt der Empora Group das technische Gerüst. „Wir haben einen Algorithmus entwickelt, der Bilder analysiert und vergleicht“, erklärt Straub. „Diesen haben wir dann beispielsweise mit Fotos von Autos getestet. Schnell wurde klar, dass sich Mode ideal dafür eignet.“ Welche Farbe, Form, Struktur hat die Klamotte? Die App findet es heraus und schlägt dem Nutzer Produkte vor, die zum Outfit passen. Und mit wenigen Klicks landet das gewünschte Kleidungsstück im Warenkorb. „20 000 Produkte können bisher direkt über die App gekauft werden. Bei den anderen werden die Nutzer zum zugehörigen Onlineshop weitergeleitet“, erklärt der Fachmann. „Wir wollen die Outfits mehr und mehr kaufbar machen.“ Dafür versucht die Empora Group, verstärkt mit den Händlern und Marken zusammenzuarbeiten. „Wir wollen natürlich, dass der Nutzer auf unserer Seite bleibt und wir ihn nicht an einen anderen Anbieter verlieren“, erklärt Straub. „In dem Bereich ist auf jeden Fall noch mehr machbar.“

Straub ist sich dessen bewusst: „Im Vergleich zu den Gesamtnutzern weltweit sind wir ein kleines Unternehmen.“ Er betont: „Wir arbeiten mit einem kleinen Budget und sind peu à peu gewachsen, ohne groß Werbung zu schalten.“ Glück hatte die Empora Group dadurch, dass der Großkonzern Apple die Idee unterstützt und in ihrem Shop in den vorderen Rängen anpreist.

Finanziell gefördert wird die Empora Group von der Genius Venture Capital GmbH in Schwerin, einer hundertprozentigen Tochter des TGZ. Genius unterstützt kleinere und mittlere technologieorientierte Unternehmen in Mecklenburg-Vorpommern mit finanzieller Gründungshilfe.

Mittlerweile sind rund 20 Mitarbeiter in der Firma im TGZ am Alten Holzhafen in Wismar beschäftigt — fast nur Männer. „Wir sind bisher noch absolut technologielastig aufgestellt. Die Bereiche Marketing und dergleichen sollen nun nach und nach aufgebaut werden. Wir haben vor uns noch einen ganz großen Markt“, sagt Straub.

Und warum wurde Wismar als Standort für die Empora Group ausgewählt? „Weil hier das schönste Technologiezentrum in Mecklenburg-Vorpommern steht“, meint Alexander Straub mit einem Lachen. „Konzept, Ort und Arbeit passen einfach gut zusammen.“

Über die Empora Group GmbH
Das Wismarer Unternehmen entwickelt Softwarelösungen zur effizienten Produktsuche im Internet. Der Schwerpunkt der Aktivitäten liegt im Bereich Mode. Innovativer Kern dieser Online-Modesuchmaschine ist eine von Empora selbst entwickelte, patentierte Softwaretechnologie zum Auffinden digitaler Bilder. Die Empora-Software analysiert Fotos und Grafiken pixelweise anhand visueller Suchkriterien und sortiert diese nach Ähnlichkeit. Damit lassen sich komplexe gleichartige Bilder selbst in großen digitalen Datenbanken blitzschnell auffinden.

Die App „Fashionfreax“ ist kostenfrei für Apple wie auch Android-Geräte erhältlich.
Genuis Venture Capital bezeichnet sich selbst als Risikokapital. Das Land Mecklenburg-Vorpommern unterstützt dieses Vorhaben der Gründungshilfe.

Vanessa Kopp

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