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Nordwestmecklenburg Vom Container in die Villa
Lokales Nordwestmecklenburg Vom Container in die Villa
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20:37 01.11.2017
In der Lübschen Straße will die Diakonie zum Jahreswechsel die Obdachlosenunterkunft in der Hansestadt eröffnen. FOTOS (3): NICOLE BUCHMANN

Von der Strohmörteldecke rieselt der Staub, Bauarbeiter setzen Rigipswände, andere holen Farbe und Lack von den Fensterrahmen. Vor der Villa in der Lübschen Straße unweit des Kreisverkehrs steht ein Bauschuttcontainer. Bis Ende des Jahres dürfte der noch ein paar Mal geleert werden. Zwischen Weihnachten und Neujahr will das Diakoniewerk im nördlichen Mecklenburg dort Menschen aufnehmen, die ohne Obdach sind. 15 Plätze soll es dann geben, überwiegend in Zwei-Bett- Zimmern. Ein Einzelzimmer ist Kranken vorbehalten. Bad und Küche auf jeder Etage, im Keller Waschmaschine und Trockner.

Neue Unterkunft für Obdachlose entsteht in der Lübschen Straße in Wismar.

„Ziel ist es, die Menschen darauf vorzubereiten, wieder in einer eigenen Wohnung oder einer geeigneten Wohnform zu leben“, erklärt Heike Raddatz, Bereichsleiterin Soziale Hilfen. Ende des Jahres läuft der Mietvertrag für die jetzige Unterkunft – die Container an der Hochbrücke – zwischen Stadt und Wohnungsbaugesellschaft aus. Gleichzeitig endet der Vertrag mit dem bisherigen Träger der Obdachlosenunterkunft „Das Boot“. Deshalb hatte die Stadt die Versorgung der Obdachlosen neu ausgeschrieben. Die Villa in der Lübschen Straße war einst das Wohnhaus eines Wismarers. Er hatte das Haus noch zu Lebzeiten der Diakonie vermacht – zu dem Zweck, dass es sozial genutzt wird. Rund 400000 Euro investiert die Diakonie in die Sanierung des teilweise denkmalgeschützten Gebäudes.

„Hier haben wir viel Platz, können Begegnungen organisieren, Sprachcafés zum Beispiel“, sagt Manuela Latchinian. Die Sozialpädagogin leitet die Migrationsberatung der Diakonie. Auch sie wird in das Gebäude mit rund 300 Quadratmetern Wohnfläche umziehen. Darüber hinaus setzt die Diakonie bei der Betreuung der Obdachlosen auf ihr Netzwerk aus Beratungsstellen. „Ob Schulden, Sucht oder Wohnungssuche – die kurzen Wege ermöglichen eine umfängliche Betreuung“, sagt Raddatz. Im Dachgeschoss ist eine Trainingswohnung geplant. „Dort können die Menschen wieder Wohnen lernen und bekommen ein Stück Normalität in der Übergangszeit.“ Für den Nachtdienst innerhalb der 24-Stunden-Betreuung würden zudem noch Studenten gesucht.

Die Zahl der Obdachlosen, die in den vergangenen drei Jahren in den Containern an der Hochbrücke ein Dach über dem Kopf gesucht haben, liegt nach Angaben der Stadt durchschnittlich zwischen zehn und zwölf. Wismar hatte die Betreuung der Obdachlosen nach der Kreisgebietsreform im Jahr 2012 übernommen.

Nicole Buchmann

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