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Nordwestmecklenburg Von Gemobbten, verrückten Fans und Handy-Dieben
Lokales Nordwestmecklenburg Von Gemobbten, verrückten Fans und Handy-Dieben
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20:30 09.01.2018
Beschäftigen sich mit dem Thema Demokratie: Alexandra Koch (l.) und Maya Kempke – hier am Gymnasium Grevesmühlen. Quelle: Fotos: Filmstudio/jana Franke

Was ist eigentlich Demokratie? Diese Frage stellten sich die beiden Siebtklässler Lucie Galda und Angelina Reimann vor laufender Kamera, googelten den Begriff – und übrig blieb ein noch viel größeres Fragezeichen und Unzufriedenheit. Also, Kamera und Mikro geschnappt und auf Erklärungssuche gegangen. Das Ergebnis ist ein Film, der anhand vieler Beispiele jugendgerecht erklärt, was es mit dem Begriff auf sich hat. Die jungen Filmemacher waren bei einer Stadtvertretersitzung in Grevesmühlen dabei, befragten den Bundestagsabgeordneten Frank Junge (SPD) und Gymnasiasten zum Thema.

Das Filmstudio Grevesmühlen lädt am 21. Januar wieder zur Premiere ein.

Ihre Premiere erlebt die Dokumentation am Sonntag, dem 21. Januar, um 15 Uhr im Rathaussaal in Grevesmühlen. Dann lädt das Filmstudio wieder zu Erstaufführungen ein. Gezeigt werden insgesamt neun Streifen, die im vergangenen Jahr entstanden sind. Hauptprotagonisten sind Schüler der vierten bis siebten Klasse, die sich als Schauspieler, Kameramann und Cutter ausprobierten. „Demokratie lebt vom Selbermachen“ ist nur ein Beispiel, dass Filme nicht immer lustig sein müssen, um gut zu sein. Ähnlich ist es bei „Wieso“ – ebenfalls ein Film von Siebtklässlern, die das ernste Thema Mobbing aufgreifen. Es geht ums Ritzen und um den Versuch, seinem Leben ein Ende zu setzen. Fazit: Es ist definitiv ein Film, der zum Nachdenken anregt.

Schüler der Mosaikschule Grevesmühlen, Mädchen und Jungen mit geistigen und körperlichen Defiziten, widmeten sich dem Thema Freundschaft, die keine ist. So wird eine neue Mitschülerin dazu angestachelt, ein Handy zu stehlen – und letztlich verpfiffen. Die Hauptdarstellerin Sahra Brunner hatte so ihre Schwierigkeiten, vor der Kamera das Handy an sich zu nehmen. „Sie ist so ein liebes Mädchen. Ihr würde ihm Traum nicht einfallen, so etwas zu tun. Sie hatte Angst davor“, beschreibt Jan Kadura, der die Gruppe leitet. Immer wieder musste er ihr erklären, dass es doch nicht Realität und nur für den Film sei.

Andere Filme widmen sich auch leichteren Themen. So geht es in „Ab jetzt hör’ ich Adel Tawil“ um ein Quiz, das mehrere Mädchen gewinnen. Der Preis: Konzertkarten für die Sängerin Ariana Grande. Ein großer Fan, gespielt von Lucie Galda, verwandelt sich mehr und mehr in die US-amerikanische Sängerin und Schauspielerin. Das Ende – mit Augenzwinkern, mehr wird nicht verraten.

Nach der Premiere sind die Gäste zu Kaffee und Kuchen im Foyer des Rathauses eingeladen. Dann wird auch schon mal über die eine oder andere Idee für den nächsten Film diskutiert. Mit den Ergebnissen, die am 21. Januar gezeigt werden, sind Jan Kadura und Dieter Kowalski, Leiter des Filmstudios, das finanziell von der Landesmedienanstalt, von der Stadt und vom Landkreis unterstützt wird, mehr als zufrieden. Die Schüler seien alle mit Eifer dabei. Die Ideen und Themen werden vorab in Gruppen diskutiert. Schauspielern, filmen, vertonen – die Schüler machen alles größtenteils alleine.

Die Filme im Überblick

Abenteuer im Questiner Forst: Ein Film von Schülern der vierten Klasse, der über den versuchten Diebstahl eines Rehs erzählt.

Die Polizei bittet um Mithilfe: Ein Film von Schülern der fünften Klasse, in dem es um den Diebstahl eines Fahrrads geht.

Der falsche Hausmeister: Siebtklässler erzählen von einem Dieb an der Schule, der durch seine eigene Dummheit gestellt wird.

Freunde?: Ein Film von Schülern der Mosaikschule Grevesmühlen

Eine Schildkröte auf Abwegen: Schüler der vierten und fünften Klasse erzählen von einer entführten Schildkröte, mit der teure Klamotten aus einer Boutique erpresst werden.

Wieso: Ein Film (zum Nachdenken) von Schülern der siebten Klasse

Ab jetzt höre ich Adel Tawil: Ein Film von Schülern der siebten Klasse Rumpelstilzchen: Schüler der Mosaikschule erzählen das Märchen der Gebrüder Grimm nach – übrigens mit tollen Kostümen. Drehorte waren unter anderem das Schloss Plüschow und der Kirchturm in Grevesmühlen.

Demokratie lebt vom Selbermachen: Eine Dokumentation von allen Schülern des Filmstudios

Jana Franke

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