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Nordwestmecklenburg Von Schlachterhandwerk und Fleischerinnung
Lokales Nordwestmecklenburg Von Schlachterhandwerk und Fleischerinnung
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18:31 03.02.2018
Sonderausstellung zum Fleischerhandwerk im Kreisagrarmuseum in Dorf Mecklenburg: Direktor Björn Berg (links) erklärte den ersten Besuchern gern die Schätze in den Vitrinen. Quelle: Fotos: Sylvia Kartheuser

Das Kreisagrarmuseum in Dorf Mecklenburg ehrt das Schlachterhandwerk und die Fleischerinnung bis zum 18. März mit einer Sonderausstellung. „Es ist eine historische Ausstellung“, sagte Museumsdirektor Dr. Björn Berg am Freitagnachmittag bei der Eröffnung. „Denn es ist nach 32 Jahren die erste Ausstellung, die ganz ohne die Hilfe meines Vorgängers, Falko Hohensee, entstanden ist.“ Letztlich habe der Besuch seiner Cousine zu der Sonderschau geführt. Sie und ihr Mann hätten etliches Werkzeug von Fleischermeister Herbert Timm, der Anfang des 20. Jahrhunderts bei Ratzeburg geboren wurde und dessen Weg auch nach Dassow führte.

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Sonderausstellung bis 18. März im Kreisagrarmuseum Dorf Mecklenburg.

Mit 15 Jahren ging der junge Mann in die Lehre und erhielt 1918 sein Bandolier mit Messern und Schleifstein. „Mit diesen Messern hat er fast 80 Jahre gearbeitet, denn bis in die 1990er-Jahre hinein hat er noch Wurst gemacht“, erzählte Björn Berg. Das Rezept gebe es leider nicht, „weil Herbert Timm die Wurst immer aus der Lamäng gemacht hat“. Geschmeckt habe sie aber immer, versichert der Direktor des Museums.

In den Vitrinen sind vor allem schriftliche Zeugnisse der Fleischerinnung ausgestellt. Ältestes Stück ist eine Innungs-Urkunde von 1748. Spannend sind auch die Lohnbücher. Der Besucher erfährt zum Beispiel, dass um die Jahrhundertwende ein Fleischergeselle 25 Reichsmark pro Woche erhielt, eine Fleischereifachverkäuferin hingegen 25 Reichsmark pro Monat. „Es sind spannende Stücke, eine Bereicherung für das Museum“, sagte Falko Hohensee, der einer der ersten Besucher war.

Georg Dargel und Harald Banse kamen viele Stücke sehr vertraut vor. Schließlich waren sie über Jahrzehnte ihr tägliches Handwerkszeug. „Die gleiche Wurststopfmaschine habe ich von meinem Vater geerbt“, stellte Dargel fest und Banse ergänzte lachend: „Und ich von meinem Urgroßvater.“ Banse übte das Fleischerhandwerk – „wir sind keine Schlachter“, betonte Dargel – von 1967 bis 1993 aus.

Georg Dargel machte in Dorf Mecklenburg sogar das halbe Jahrhundert voll: 1966 bis 2016. Inzwischen führt sein Sohn Jörg die Tradition fort. Und auch, wenn er es nicht gern zugibt, grummelt der Senior: „Das macht einen schon stolz.“

Neben den Zeitzeugen aus Papier, Holz und Metall informiert ein Video über das Handwerk. Wer live erleben möchte, wie es früher bei Hausschlachtungen zuging, sollte am Samstag, 10. Februar, ins Kreisagrarmuseum kommen. Das Schlachtefest beginnt um 10 Uhr.

Öffnungszeiten

Die Ausstellung über das Schlachterhandwerk und die Fleischerinnung im Kreisagrarmuseum in Dorf Mecklenburg, Rambower Weg 8a, ist bis zum 18. März montags bis freitags von 10 bis 16 Uhr zu sehen.

Eintritt: Kinder im Vorschulalter frei, Schüler, Azubis und Behinderte: 2,50 Euro, Erwachsene: 3 Euro. Bei Gruppen ab zehn Personen gibt es eine Ermäßigung.

Sylvia Kartheuser

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