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Von Schönberg nach Sankt Petersburg

Schönberg/St.Petersburg Von Schönberg nach Sankt Petersburg

Gymnasiasten verbrachten eine Woche im größten Land der Welt.

Am Ladogasee machten die Schüler aus Schönberg ein Picknick.

Schönberg/St.Petersburg. Schüler aus Schönberg haben in einem Austauschprojekt mit einer russischen Schule die Stadt St. Petersburg besucht. Die 17 Mädchen und Jungen aus den Russischkursen der Klassen 9 bis 11 am Ernst-Barlach-Gymnasium waren auf dem Weg zu ihrem Hostel überrascht von der Größe der 5,2 Millionen- Einwohner-Metropole. Gegen die dortigen achtspurigen Straßen erscheinen ihnen deutsche Autobahnen eher niedlich.

Sehenswürdigkeiten der Stadt, wie den Winterpalast oder die Isaakkathedrale sahen die Schüler bei einer Busfahrt. Unterwegs lernten sie, dass man sich in Russland nicht auf das Wetter verlassen sollte. Auf einige Sonnenstunden folgte starker Hagel. „In St. Petersburg erkennt man am Zustand der Kleidung wann jemand aus dem Haus gegangen ist“, sagte Irina Michailnowa, die Deutschlehrerin des Gymnasiums Nr.227 in St. Petersburg. Sie zeigte den Schönbergern die Stadt und übersetzte in Museen, die die Schüler besichtigten.

Beim Besuch ihrer Partnerschule hatten die Schönberger schäbige Räume in einem heruntergekommen Gebäude erwartet. Sie erlebten aber das Gegenteil: moderne Räume und eine moderne Ausstattung. Bei Spielen und beim Quiz zu landeskundlichen Fragen lernten sich die deutschen und russischen Schüler kennen.

Ihre vielen Eindrücke mussten die Schönberger im Gemeinschaftsraum ihres Hostels bis spät in die Nacht in Gesprächen verarbeiten. Dabei lernten sie auch andere Bewohner der Unterkunft kennen und erfuhren beispielsweise von einer freundschaftlichen Städtefeindschaft zwischen Moskau und St. Petersburg. Eine Studentin aus Nowosibirsk erzählte: „Man kommt nach Moskau um zu arbeiten aber nach St Petersburg um sich zu verlieben.“ In den Unterhaltungen auf Englisch und Russisch erweiterten die Schüler ihre Sprachkenntnisse. Fabian Horn (17) meinte nach der Reise: „Diese Begegnungen bleiben mir in Erinnerung.“

Im zweiten Weltkrieg wurde St. Petersburg, damals Leningrad, von deutschen Truppen 900 Tage blockiert. Die Stadt sollte ausgehungert werden. Von damals drei Millionen Einwohnern starb etwa ein Drittel. Denkmäler, Museen und „Die Straße des Lebens“, welche die Schönberger 45 Kilometer weit bis an den Ladogasee führte, machten das Thema für die Schüler allgegenwärtig. Sie besuchten viele Gedenkstätten, die an diese Zeit des Zweiten Weltkriegs erinnern. Schüler Paul Jahn (16) sagte auf dem Gedenkfriedhof: „Ich war geschockt und wusste nicht, wie ich mich als Deutscher richtig verhalten sollte.“ Die Schüler legten dort Blumen nieder, wo auch das sogenannte „Ewige Feuer“ brennt und seit dem Ende der Blockade nicht einmal erloschen ist.

St. Petersburg bei Nacht war für die Schönberger die schönste Kulisse ihres Aufenthalts. Alle Sehenswürdigkeiten wurden beleuchtet, die Brücken über die Newa waren hochgeklappt, im Hintergrund lief Tschaikowskis fünfte Sinfonie. Das nennt sich „die singenden Brücken“, und die Schüler berichten von einem „Gänsehautmoment“. Ulrike Rathke, die als Lehrerin die reise begleitete, feierte an diesem Tag Geburtstag und fand die Stimmung in der Stadt ebenso beeindruckend. Sie meinte, diese Nacht habe ihren Geburtstag unvergesslich gemacht.

Auch eine Kanalfahrt, ein Besuch des Russischen Museums und ein Picknick am Ufer des Ladogasees waren Höhepunkte ihrer Studienreise, bei der auch gelernt und gearbeitet wurde. So hatte jeder Schüler ein Thema vorbereitet und dann am Ort des Geschehens einen Vortrag gehalten. Die Schüler freuen sich, dass Sponsoren wie die Landesregierung Mecklenburg-Vorpommern, die Abgeordnete Simone Oldenburg (Die Linke) und die Gemeinnützige in Lübeck die Fahrt möglich gemacht haben.

Henry Malonn

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