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Von Wismar nach Westafrika

Wismar Von Wismar nach Westafrika

Jan Kaminski und Philipp Augustinowski wollen 8000 Kilometer schaffen.

Wismar. Knapp 8000 Kilometer, acht Länder, 20 Tage Zeit — und das in einem 24 Jahre alten Auto. Auf die beiden Wismarer Jan Kaminski und Philipp Augustinowski wartet ein großes Abenteuer: Am 26. Februar starten sie von der Hansestadt gen Afrika. Erst nach Dresden, dann immer weiter südlich bis nach Banjul, Gambia. Die beiden haben sich als „Team Dudes“ für die Rallye Dresden-Dakar-Banjul angemeldet, eine wohltätige Tour mit nachhaltigem Hintergrund.

„Wir haben beide unabhängig von einander eine Reportage über die Rallye gesehen“, erzählt Philipp Augustinowski (33). „Da dachte ich mir gleich: Geil! Das will ich machen.“ Beim Sport ist er mit seinem Freund Jan Kaminski auf das Thema gekommen und aus einer losen Idee wurden konkrete Pläne. „Ende April haben wir das Gespräch geführt“, erzählt Kaminski. „Im Mai hab ich dann schon das Auto gekauft.“ Im Raum Hamburg hat er den 24 Jahre alten Ford Sierra für einen guten Preis entdeckt. „Wir wollten ein kultiges Auto. Der Ford passt unsere Meinung nach gut in so ein Rallyebild“, meint der 37-Jährige, der Karosserie- und Fahrzeugbau gelernt hat. Ein Hauptkriterium bei Autokauf: Die Technik sollte simpel sein. „Das macht es uns, aber auch dem nächsten Besitzer einfacher.“

Das Auto wurde zwar zum Schnäppchenpreis gekauft, doch die beiden haben noch jede Menge Zeit und Geld investiert. „Für die Strecke durch Europa braucht das Auto ja noch TÜV“, erklärt Augustinowski, der bei Autohaus Mai in Wismar arbeitet. „Und die Straßen in Afrika gleichen oft Schotterpisten.“ Fünf Tage am Stück werden die bis zu 50 Fahrzeuge durch die Wüste fahren. „Dafür hat das Auto nun einen Unterboden- und einen Kühlerschutz. Wer weiß, wie oft wir im Sand hängen bleiben werden“, sagt Kaminski mit einem Grinsen. „Ganz ehrlich, ich hoffe ja, das so etwas passiert. Ich brauche den Nervenkitzel.“ Für die Tour durch die Wüste müssen die Fahrer neben dem Sprit auch noch mindestens sechs Liter Wasser pro Person und Tag mit transportieren. Für das ganze Gepäck wurde das Auto von den beiden Abenteurern mit einem Dachgarten ausgestattet. Zahnriemen wurden pro forma erneuert. „Wir sind zuversichtlich, dass das Auto gut durchhält. Technisch sind wir fast für jede Sache gewappnet“, sagt Augustinowski zuversichtlich.

Das Auto ist fit, die beiden Fahrer auch. „Die größte Vorbereitung für uns war wohl der Impfmarathon“, meint Augustinowski. Einen Plan, wie sie sich die Tagesetappen von bis zu 800 Kilometern unterhaltsam gestalten, haben sie auch schon. „Wir haben uns vorgenommen, unsere CD-Sammlung auszumisten“, erzählt Augustinowski. „Für uns wird das witzig, die alten Platten mal wieder anzuhören und die CDs können wir dann verschenken.“ Generell haben die beiden den Plan, den Rückflug lediglich mit ihren Klamotten am Leib anzutreten. Alles andere — Kleidung, Werkzeug, Campingausrüstung — soll Abnehmer auf der Strecke finden. Mit im Gepäck haben: ein Trikotsatz, gesponsert von den Alten Herren des SV Bad Kleinen. „Wenn wir in Banjul ankommen, gibt es ein Benefiz-Fußballspiel, da können wir die Hemden dann verteilen“, plant Kaminski.

Auf was sie sich am meisten freuen? „Der Weg ist das Ziel“, fasst Augustinowski zusammen. „Ich bin gespannt auf die verschiedenen Kulturen und Menschen. Europa kennen wir noch ganz gut, doch ab Marokko wird es spannend.“ Auch die Vorfreude auf die anderen Teams, mit denen sie die Strecke, zumindest teilweise bestreiten werden, ist groß. „Außerdem finde ich es spannend zu sehen, was mit unserem Geld passiert. Dadurch wir die ganze Aktion so greifbar. Wir werden erleben, wie wichtig die Hilfe vor Ort ist. Auf diese Erfahrung freue ich mich “, meint Kaminski. „Außerdem möchte ich die Zeit auf zum Entschleunigen nutzen, das afrikanische Feeling leben. Eben alles etwas gelassener sehen.“

Vanessa Kopp

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